Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
502
Unternehmen | Energie

Unsensibel gegen steigende Preise

Stärkere Förderung in den USA drückt den Ölpreis. | © Getty
Alle haben Angst vor steigenden Energiepreisen. Was große Teile der Wirtschaft betrifft, ist die Sorge übertrieben.
Das Gros der deutschen mittelständischen Unternehmen würde selbst eine Verdopplung der Energiepreise verkraften. Nicht einmal ein Drittel (28%) würde in diesem – sehr unwahrscheinlichen Fall – keine Gewinne mehr erzielen. Der Grund: In acht von zehn Unternehmen betragen die Energiekosten höchstens 10% vom Umsatz. Vielfach sind es nicht einmal 5%. Würden die Energiepreise um 100% steigen, würde die Umsatzrendite im Schnitt der Unternehmen von aktuell 6% auf 4% sinken. Wie anfällig Mittelständler gegenüber steigenden Energiepreisen (Gas, Öl, Kohle, Strom und andere Energiequellen) sind, hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) berechnet. Schlechter dran wären aber große Mittelständler mit Energiekostenanteilen von über 10%. Dort schmälern bereits 10% Energiepreissteigerungen die Umsatzrendite von derzeit 5 auf 4%. Würden die Preise um 50% gemessen am aktuellen Niveau steigen, sänke die Rendite auf null. Am stärksten betroffen wäre das Verarbeitende Gewerbe. Dieses Segment steht in einem hohen internationalen Wettbewerb und kann kaum Kosten an die Kunden durchreichen.  Allerdings sind so gravierende Energiepreissteigerungen unserer Meinung nach unwahrscheinlich. Aktuell sinken die Ölpreise aufgrund wachsender Förderung in den USA. Auch die Energiewende trifft bisher kaum große Industrieunternehmen. Sie können von den Großhandelspreisen auf den Strommärkten profitieren. Auch die Sanktionen gegenüber Russland haben kein hohes Preissteigerungspotenzial im Energiebereich. Bisher treffen sie nur den Ölsektor. Öl-Einfuhren sind einfacher zu ersetzen als Gaslieferungen. Die Energieversorgung der deutschen Industrie ist zu 13% auf die Gaseinfuhren aus Russland angewiesen. Das schlimmste, aber ebenfalls äußerst unwahrscheinliche Szenario wäre ein vollständiger Gas-Lieferstopp durch Russland. Die Konsequenzen für die Energiepreise insgesamt sind jedoch nicht seriös zu ermitteln. Nicht zuletzt gebe es in der Wirtschaft immer noch ein hohes Energie-Effizienzpotenzial, meint die KfW.

Fazit: Die Angst vor steigenden Energiepreisen ist in aller Munde. Doch ist sie für weite Teile der Wirtschaft übertrieben.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Zu viele Unwägbarkeiten

Die Mär vom vorzeitigen Kanzlerwechsel

Ein Thronwechsel im Kanzleramt ist derzeit nicht zu erwarten. Copyright: Pixabay
Deutschland diskutiert über einen vorzeitigen Kanzlerwechsel. Merkel wirke müde, Impulse seien von ihr nicht mehr zu erwarten. Die designierte Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer stehe kurz vor Halbzeit in den Startlöchern. Was sich plausibel liest, ist es beim Blick hinter die Kulissen noch lange nicht. FUCHSBRIEFE berichten, was in Berlin hinter den Kulissen dazu zu hören ist .
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Aktien aus Australien

Viel zu entdecken in Down Under

Im Fokus: Aktien aus Australien Copyright: Pixabay
Nachdem wir vor wenigen Wochen Titel aus Neuseeland vorgestellt haben, fokussieren wir uns in dieser Woche auf den großen Bruder: Australien. Durch die räumliche Distanz kommen europäische Anleger nur selten mit australischen Titeln in Kontakt. Ein Manko, das es angesichts der soliden Wirtschaft und lukrativer Unternehmen auszuräumen gilt.
  • Im Fokus: Wasserstoff und Brennstoffzellen

Suche nach Diesel-Alternativen treibt an

Wasserstoff-Atom Copyright: Pixabay
Saubere, ökologische und nachhaltige Antriebsmöglichkeiten sind derzeit gefragt. Dass man Wasserstoff als Energieträger nutzen kann, lernt man bereits im Chemie-Unterricht in der Schule. Auch heute schon, kann man mit einem Wasserstoff-Motor nicht unerhebliche Reichweiten erreichen. Durch die Diesel-Diskussion werden diese Motoren stärker gefragt. Findige Konzerne werden auf ebenso innovative Zulieferer aus der Branche angewiesen sein. Wir stellen einige der potenziellen Profiteure vor.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • HSBC, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Viel heiße Luft

Die HSBC hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
HSBC hat nach eigenen Angaben alle notwendigen Qualifikationen im Stiftungsmanagement und kann auf eine lange Tradition zurückbleiben. Im spezifischen Fall kocht die HSBC allerdings nur mit Wasser. Intelligente Überraschungsmomente sucht man vergebens. Einige Kundenwünsche werden sogar kurzerhand negiert. Mit dieser Haltung kann die HSBC nicht an vorderster Front mitspielen.
  • Uni-Leitungen ohne Rückgrat

Professoren-Pranger und Repression

An den Unis grassiert ein Klima der geistigen Repression. Studenten führen sich auf wie Jakobiner, Universitätsleitungen geben klein bei. Die Tempel der geistigen Freiheit verkümmern zu Höhlen des eingeschränkten Diskurses mit einem virtuellen Pranger im Zentrum. Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber über eine traurige Entwicklung, die an der US-Elite-Uni Harvard gerade wieder „Schule" macht.
  • 70 Jahre FUCHSBRIEFE

Vergangenheit kennen, Gegenwart verstehen, Zukunft gestalten

Vor 70 Jahren war nicht nur die Geburtsstunde des Grundgesetzes. 70 Jahre ist es jetzt auch her, dass Verlagsgründer Dr. Hans Fuchs den Verlagssitz von Bielefeld nach Bonn verlegte. Wir feiern also auch den Geburtstag des Verlages. Und wollen in den kommenden Monaten immer wieder markante Stellungnahmen der Redaktion zu historischen Ereignissen zitieren. Denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten. Erzählen lassen wir unser neues Maskottchen, Hans Fuchs.
Zum Seitenanfang