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Ziel der EZB rückt näher

EZB-Präsident Draghi wird die Wende andeuten

Dürfte am Donnerstag das Ende des Anleihenkaufprogramms ankündigen: EZB-Präsident Draghi. (c) picture alliance / AP Photo
Den Märkten steht ein heißer Herbst bevor. Draghi wird den Zins- und Währungsmarkt in Schwingungen versetzen. Parallel zum absehbaren Zinsanstieg müssen sich Unternehmer auf Negativzinsen einstellen.
Am Donnerstag wird EZB-Präsident Mario Draghi die Märkte ein wenig auf das Auslaufen des Anleihenkaufprogramms einstimmen. Wir erwarten, dass der oberste Währungshüter erste Hinweise liefern wird, dass die EZB 2018 weniger Anleihen kaufen wird. Konkrete Aussagen, wie der langsame Ausstieg vollzogen werden soll, erwarten wir aber nicht. Vermutlich wird die EZB erst im Oktober mit konkreten Zahlen nachlegen, in welchem Umfang die monatlichen Anleihenkäufe von derzeit 60 Mrd. Euro reduziert werden. Viel länger zögern kann Draghi nicht. Einerseits zieht die Konjunktur in der Eurozone weiter an. Andererseits klettert die Inflationsrate zügig. Im August stieg sie bereits von 1,3% auf 1,5%. Damit ist sie nicht mehr weit vom Ziel der EZB („nahe, aber unter 2%“) entfernt. Die Geldhüter müssen demnächst zwangsweise das Kaufprogramm reduzieren. Wenn sie ihre selbstgesetzte Grenze einhalten wollen, maximal 33% aller Anleihen eines Emittenten zu kaufen, dann müssen sich die Währungshüter bremsen. Andernfall überschreiten sie diese Grenze im Sommer 2018 bei den deutschen Bundesanleihen. Gegen Jahresende 2018 würden sie diese Grenze auch für Frankreich, Italien und Spanien übertreffen, ergeben Berechnungen der Commerzbank. Den Märkten steht ein heißer Herbst bevor. Draghi wird den Zins- und Währungsmarkt – und in deren Gefolge – auch den Aktienmakt in Schwingungen versetzen (FB vom 31.8.). Wird die Reduktion der Anleihenkäufe berechenbarer, werden die Renditen wieder auf Klettertour gehen. Dabei wird es innerhalb Europas zu einer stärkeren Spreizung kommen. Für die deutschen Staatsanleihen (akt. 0,36%) halten wir eine Rendite von bis zu 0,75% zum Jahreswechsel für möglich. Parallel zum absehbaren Zinsanstieg müssen sich Unternehmer auf Negativzinsen einstellen. Bisher sind nur ganz wenige, meist größere Unternehmen und Vermögende, davon betroffen. Laut Bundesbank will aber künftig jede vierte Bank die Negativzinsen der EZB (-0,4%) weiterreichen. Das würde den realen Vermögensverlust (z. B. in der Liquiditätsreserve) deutlich erhöhen. Der Verhandlungsspielraum über Ausnahmeregelungen dürfte gering sein. Wer mittelfristig Liquidität hält, kann Fonds mit Wertsicherungsgrenze als Parkstation in Betracht ziehen.

Fazit: Die Finanzierungskonditionen für Unternehmen bleiben günstig. Im Herbst werden die Ausschläge am Zinsmarkt größer werden. Einen steilen und weiten Anstieg der Kreditkonditionen erwarten wir aufgrund des Wettbewerbs der Banken aber nicht.

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