Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1925
Ziel der EZB rückt näher

EZB-Präsident Draghi wird die Wende andeuten

Dürfte am Donnerstag das Ende des Anleihenkaufprogramms ankündigen: EZB-Präsident Draghi. (c) picture alliance / AP Photo
Den Märkten steht ein heißer Herbst bevor. Draghi wird den Zins- und Währungsmarkt in Schwingungen versetzen. Parallel zum absehbaren Zinsanstieg müssen sich Unternehmer auf Negativzinsen einstellen.
Am Donnerstag wird EZB-Präsident Mario Draghi die Märkte ein wenig auf das Auslaufen des Anleihenkaufprogramms einstimmen. Wir erwarten, dass der oberste Währungshüter erste Hinweise liefern wird, dass die EZB 2018 weniger Anleihen kaufen wird. Konkrete Aussagen, wie der langsame Ausstieg vollzogen werden soll, erwarten wir aber nicht. Vermutlich wird die EZB erst im Oktober mit konkreten Zahlen nachlegen, in welchem Umfang die monatlichen Anleihenkäufe von derzeit 60 Mrd. Euro reduziert werden. Viel länger zögern kann Draghi nicht. Einerseits zieht die Konjunktur in der Eurozone weiter an. Andererseits klettert die Inflationsrate zügig. Im August stieg sie bereits von 1,3% auf 1,5%. Damit ist sie nicht mehr weit vom Ziel der EZB („nahe, aber unter 2%“) entfernt. Die Geldhüter müssen demnächst zwangsweise das Kaufprogramm reduzieren. Wenn sie ihre selbstgesetzte Grenze einhalten wollen, maximal 33% aller Anleihen eines Emittenten zu kaufen, dann müssen sich die Währungshüter bremsen. Andernfall überschreiten sie diese Grenze im Sommer 2018 bei den deutschen Bundesanleihen. Gegen Jahresende 2018 würden sie diese Grenze auch für Frankreich, Italien und Spanien übertreffen, ergeben Berechnungen der Commerzbank. Den Märkten steht ein heißer Herbst bevor. Draghi wird den Zins- und Währungsmarkt – und in deren Gefolge – auch den Aktienmakt in Schwingungen versetzen (FB vom 31.8.). Wird die Reduktion der Anleihenkäufe berechenbarer, werden die Renditen wieder auf Klettertour gehen. Dabei wird es innerhalb Europas zu einer stärkeren Spreizung kommen. Für die deutschen Staatsanleihen (akt. 0,36%) halten wir eine Rendite von bis zu 0,75% zum Jahreswechsel für möglich. Parallel zum absehbaren Zinsanstieg müssen sich Unternehmer auf Negativzinsen einstellen. Bisher sind nur ganz wenige, meist größere Unternehmen und Vermögende, davon betroffen. Laut Bundesbank will aber künftig jede vierte Bank die Negativzinsen der EZB (-0,4%) weiterreichen. Das würde den realen Vermögensverlust (z. B. in der Liquiditätsreserve) deutlich erhöhen. Der Verhandlungsspielraum über Ausnahmeregelungen dürfte gering sein. Wer mittelfristig Liquidität hält, kann Fonds mit Wertsicherungsgrenze als Parkstation in Betracht ziehen.

Fazit: Die Finanzierungskonditionen für Unternehmen bleiben günstig. Im Herbst werden die Ausschläge am Zinsmarkt größer werden. Einen steilen und weiten Anstieg der Kreditkonditionen erwarten wir aufgrund des Wettbewerbs der Banken aber nicht.

Meist gelesene Artikel
  • Geldtipp-Podcast #7

Immobilien im Privatvermögen

Das Logo zum Geldtipp-Podcast. © Springernature
Geldtipp – Pferdchen trifft Fuchs. Stefanie Burgmaier, das Pferdchen und verantwortlich für das Wissensportal springerprofessional.de, und Ralf Vielhaber, der Fuchs und Herausgeber der Fuchsbriefe, sprechen über wichtige Themen rund ums Geld. Diesmal im Fokus: Immobilien im Privatvermögen.
  • Fuchs plus
  • Analyse nach FUCHS-Bewertungskriterien

Platin vom Asteroiden

Asteroid fliegt an Erde vorbei. © adventtr / Getty Images / iStock
Auf der Erde werden manche Rohstoffe knapp. Doch im Weltraum ist das Potenzial schier unbegrenzt. Erste Abenteurer machen sich daher auf den Weg. Und mutige Anleger können sich per Token beteiligen.
  • Fuchs plus
  • Corona-Maßnahmen werfen Sonderverwaltungszone immer weiter zurück

Hongkong erneut in einer Rezession

Hafen von Hongkong. (c) XtravaganT - Fotolia
Zum zweiten Mal binnen drei Jahren ist die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong in die Rezession abgerutscht. Schuld daran sind vor allem die unverändert scharfen Corona-Maßnahmen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bald rollen H2-LKW über die Autobahnen

Mega-Deal in der Wasserstoff-Branche

Wasserstoff-LKW. © AA+W / stock.adobe.com
Es ist einiges los in der Wasserstoff-Wirtschaft. Als "Energieträger der Zukunft" planen immer mehr Firmen darauf umzusatteln. Im Verkehrsbereich hat nun das Unternehmen Clean Logistics den bislang "dicksten Fisch" an Land gezogen.
  • Fuchs plus
  • Pflanzen auf dem Dach sind mehr als nur ein Hingucker

Energieverbrauch senken, dank Dachbegrünung

Ökologische Architektur: Haus mit begrünter Fassade und Dach. © Arndale / stock.aobe.com
In Frankreich sind Dachbegrünungen auf Neubauten in Gewerbegebieten bereits seit einigen Jahren Pflicht. Das ist hierzulande nicht der Fall. Dennoch sollten gerade Unternehmen eine Bepflanzung ihrer Dächer in Erwägung ziehen.
  • Fuchs plus
  • Marktanalysten erwarten Preisspitze im vierten Quartal

Diesel wird noch teurer

Diesel wird in den Tank eines LKW gefüllt. © Stephen Dewhurst / stock.adobe.com
Diesel wird in den kommenden Monaten nochmals teurer, denn die EU hat bisher einen guten Teil des Kraftstoffs aus Russland importiert. Der Preisabstand zu Benzin wird stark ansteigen, so die Prognose wichtiger Energieanalysten.
Zum Seitenanfang