Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
1209
Ziel der EZB rückt näher

EZB-Präsident Draghi wird die Wende andeuten

Dürfte am Donnerstag das Ende des Anleihenkaufprogramms ankündigen: EZB-Präsident Draghi. (c) picture alliance / AP Photo
Den Märkten steht ein heißer Herbst bevor. Draghi wird den Zins- und Währungsmarkt in Schwingungen versetzen. Parallel zum absehbaren Zinsanstieg müssen sich Unternehmer auf Negativzinsen einstellen.
Am Donnerstag wird EZB-Präsident Mario Draghi die Märkte ein wenig auf das Auslaufen des Anleihenkaufprogramms einstimmen. Wir erwarten, dass der oberste Währungshüter erste Hinweise liefern wird, dass die EZB 2018 weniger Anleihen kaufen wird. Konkrete Aussagen, wie der langsame Ausstieg vollzogen werden soll, erwarten wir aber nicht. Vermutlich wird die EZB erst im Oktober mit konkreten Zahlen nachlegen, in welchem Umfang die monatlichen Anleihenkäufe von derzeit 60 Mrd. Euro reduziert werden. Viel länger zögern kann Draghi nicht. Einerseits zieht die Konjunktur in der Eurozone weiter an. Andererseits klettert die Inflationsrate zügig. Im August stieg sie bereits von 1,3% auf 1,5%. Damit ist sie nicht mehr weit vom Ziel der EZB („nahe, aber unter 2%“) entfernt. Die Geldhüter müssen demnächst zwangsweise das Kaufprogramm reduzieren. Wenn sie ihre selbstgesetzte Grenze einhalten wollen, maximal 33% aller Anleihen eines Emittenten zu kaufen, dann müssen sich die Währungshüter bremsen. Andernfall überschreiten sie diese Grenze im Sommer 2018 bei den deutschen Bundesanleihen. Gegen Jahresende 2018 würden sie diese Grenze auch für Frankreich, Italien und Spanien übertreffen, ergeben Berechnungen der Commerzbank. Den Märkten steht ein heißer Herbst bevor. Draghi wird den Zins- und Währungsmarkt – und in deren Gefolge – auch den Aktienmakt in Schwingungen versetzen (FB vom 31.8.). Wird die Reduktion der Anleihenkäufe berechenbarer, werden die Renditen wieder auf Klettertour gehen. Dabei wird es innerhalb Europas zu einer stärkeren Spreizung kommen. Für die deutschen Staatsanleihen (akt. 0,36%) halten wir eine Rendite von bis zu 0,75% zum Jahreswechsel für möglich. Parallel zum absehbaren Zinsanstieg müssen sich Unternehmer auf Negativzinsen einstellen. Bisher sind nur ganz wenige, meist größere Unternehmen und Vermögende, davon betroffen. Laut Bundesbank will aber künftig jede vierte Bank die Negativzinsen der EZB (-0,4%) weiterreichen. Das würde den realen Vermögensverlust (z. B. in der Liquiditätsreserve) deutlich erhöhen. Der Verhandlungsspielraum über Ausnahmeregelungen dürfte gering sein. Wer mittelfristig Liquidität hält, kann Fonds mit Wertsicherungsgrenze als Parkstation in Betracht ziehen.

Fazit: Die Finanzierungskonditionen für Unternehmen bleiben günstig. Im Herbst werden die Ausschläge am Zinsmarkt größer werden. Einen steilen und weiten Anstieg der Kreditkonditionen erwarten wir aufgrund des Wettbewerbs der Banken aber nicht.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Proteste im EZB-Direktorium werden lauter

Selbst geschaffene Stabilitätsrisiken im Euroland

Kritisiert offen die Politik der EZB: François Villeroy de Gallhau Copyright: Picture Alliance
Immer deutlicher wird: Die EZB fährt in der Geldpolitik einen zunehmend riskanten Kurs. Die Geldstabilität ist gefährdet. Dafür sprechen Äußerungen aus dem „inner circle".
  • Fuchs plus
  • Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG, TOPS 2020: Beratungsgespräch

Eine knappe Entscheidung

Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG kann in der Beratung knapp überzeugen.
Hauck und Aufhäuser gehört schon alleine auf Grund der über zweihundertjährigen, wechselvollen Geschichte der Bank zu den renommierten deutschen Adressen, wenn es um Geldanlage geht. Wird die Bank ihrer Geschichte und den daraus erwachsenden Erwartungen gerecht?
  • Fuchs plus
  • Quirin Privatbank AG, TOPS 2020: Beratungsgespräch

Anlage als Erntemaschine

Vor allem auf der Empathie-Seite erleben wir bei der Quirin Privatbank eine überaus zufrieden stellende Beratung.
Volle Punktzahl für Empathie und Freundlichkeit: So könnte das Fazit der Beratung durch die Quirin Privatbank lauten. Doch neben Wohlfühlen bewerten wir auch die Fachlichkeit. Kann Quirin auch da überzeugen?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Frankfurter Bankgesellschaft (Schweiz) AG, TOPS 2020: Beratungsgespräch

Bank mit Willkommens-Kultur

Beratung kann Spaß machen und sehr lehrreich sein. Diese Erfahrung macht der Testkunde in diesem Jahr bei der Frankfurter Bankgesellschaft in Zürich.
Beratung kann Spaß machen und sehr lehrreich sein. Diese Erfahrung macht der Testkunde in diesem Jahr bei der Frankfurter Bankgesellschaft in Zürich. Die Berater geben ihm das Gefühl willkommen zu sein und zeigen echtes Interesse. Ein Beratungserlebnis, das diesmal eine Spur persönlicher ausfällt.
  • Fuchs plus
  • Gewinnverzicht in der Elternzeit sichert Elterngeld

Neue Gestaltungsmöglichkeiten beim Elterngeld für Selbstständige

Für Selbständige wurde die Elternzeit-Regelung modifiziert. Copyright: Pixabay
Gut zu wissen: Gesellschafter können sich fürs Elterngeld arm machen und am Ende des Tages rechnet sich das doch. Diesen interessanten Weg hat das Bundessozialgericht (BSG) jetzt aufgemacht.
  • Vermögensverwalter | TOPS 2020

Mensch versus Maschine

Diesmal im Zentrum des TOPs 2020 Reports der FUCHS | RICHTER PRÜFINSTANZ steht die spannende Frage: Wer macht das Rennen - Vermögensberater oder Robo-Advisor?
Zum Seitenanfang