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Euro muss nachgeben

EZB wird zögerlich bleiben

Die EZB wird in Betracht der neuesten Inflationsdaten zögerlich bleiben. Sie wird nichts tun, was die Dollar-Parität des Euro weiter nach oben treibt.
Die Euro-Hüter werden sich durch die jüngsten Inflationsdaten in ihrer zögerlichen Haltung bestätigt fühlen. Der HVPI fiel etwas deutlicher als erwartet auf 1,4% zurück. Die Konsenserwartung hatte bei 1,5% gelegen. Mit den 1,9% vom April schien das Ziel praktisch erreicht. Noch hat der stabile Wachstumstrend in Europa den gemessenen Geldwert nicht erschüttert. Die Kernrate lag mit 0,9% im Mai nochmal deutlich tiefer als der Zielwert von 2%. Von daher dürften die nächsten Stellungnahmen aus dem Euro-Tower eher wie ein Gurren klingen. Dazu dürfte auch beitragen, dass die aktuelle Stärke des Euro mit einigem Misstrauen betrachtet wird. Die EZB wird nichts tun, was die Dollar-Parität des Euro weiter nach oben treibt. Eher ist mit gezieltem verbalem Druck auf die Gemeinschaftswährung zu rechnen; etwa dem Hinweis, dass die expansive Politik noch sehr lange weiter geführt werden könnte. Unterdessen hat der erfreuliche Wachstumstrend weiter Bestand. Das erste Quartal lieferte mit 0,5% im Quartals- bzw. 1,7% im Jahresvergleich sogar eine leichte Beschleunigung (annualisiert etwa 2%). Und die anderen Parameter sprechen für eine Fortsetzung: Die Einkaufsmanager-Indizes liegen mit 56,8 Punkten (Gesamtindex) und 57 Punkten (verarbeitende Industrie) klar im Expansionsbereich. Die Stimmungsindikatoren sowohl auf europäischer wie auf nationaler Ebene weisen unisono in die gleiche Richtung. Namentlich in Frankreich ist Bewegung zu erkennen. Handfeste Ursachen für gute Stimmung liefert der Außenhandel. Die jüngste Bilanz per März schloss mit einem von 19,2 auf 23,1 Mrd. Euro gestiegenen Überschuss ab (Konsens 18,8 Mrd. Euro). Die Zuwächse von Export (13%) und Import (14%, jeweils zum Vorjahr) dürften allerdings durch Saisoneffekte stark nach oben verzerrt sein. Die Industrie legt ebenfalls weiter zu. Hier sind die Zuwächse allerdings mit 1,9% zum Vorjahr bescheidener. Etwas kräftiger ist die Nachfrage der Konsumenten. Die Umsätze der Einzelhändler legten per März um 2,3% zum Vorjahr zu und übertrafen damit die Erwartungen leicht (Konsens 2,1%), den Vormonat (1,7%) schon deutlicher.

Fazit: Mit schnellen Zinsschritten der EZB ist nicht zu rechnen. Der Euro wird in der zweiten Jahreshälfte nun doch (deutlicher?) nachgeben. Ausschlaggebend dafür wird der größere Zinsabstand zum Dollarraum sein.

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