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Die Meinung der Anderen im August 2019

Aktivität bei den Notenbanken erwartet

Der Dollar erfährt erstmal eine neue Stärke. Copyright: Picture Alliance
Nach starken Revisionen im Vormonat, gibt es nun nur wenige Änderungen auf dem Tableau der von uns befragten Banken. Erwartet wird jedoch eine höhere Notenbank-Aktivität. Die Fed hat es vorgemacht, möglicherweise ziehen die europäischen Kollegen nach.

Die von uns befragten Banken nehmen aktuell nur wenige Änderungen vor. Das liegt meist daran, dass sie ihre Zins- und Wechselkursprognosen bereits im Vormonat teils kräftig revidiert hatten. Darin manifestiert sich die übliche Prognoseunsicherheit in Phasen, in denen sich die Konjunktur verlangsamt und es Anzeichen dafür gibt, dass sie eventuell auch kippen könnte.

So beobachtet beispielsweise Pictet, dass die wichtigsten Zentralbanken zuletzt widersprüchliche Erklärungen abgegeben haben. Damit wollen sie den Konjunkturzyklus und Inflationsdruck unterstützen. Zudem macht sich Pictet darüber Gedanken, dass die großen Zentralbanken kaum Handlungsspielräume haben, um bei einer ernsten Konjunkturabkühlung zu stützen. Der Ausgangspunkt für Lockerungen liegt weit tiefer als in den bisherigen Zyklen. Insbesondere die Bank of Japan scheint bei geldpolitischer Lockerung eher eingeschränkt, denn ihr Leitzins ist schon im negativen Bereich.

Weitere Maßnahmen angenommen

Die LBBW geht passend zur ersten Zinssenkung der Fed seit 2008 davon aus, dass die Notenbank den Leitzins schneller als bisher angenommen senken wird. Der Grund ist die Erwartung der LBBW, dass die Konjunktur kräftiger abkühlt. Darum geht die Bank auch von einem steigenden Euro aus. Zudem zieht das Haus die Annahmen für die US-Zinsentwicklung kräftig nach unten – besonders am langen Ende.

Für die EZB erwarten die Baden-Würtemberger ebenfalls Zinsschritte. Allerdings werden die Währungshüter nicht die Leitzinsen, sondern den Strafzins für die Banken um weitere 10 Basispunkte auf -0,50% senken, so die Prognose.

Berenberg hält die Prognosen angesichts unveränderter Rahmenbedingungen praktisch konstant. Die Konjunkturenttäuschung setzt sich fort. Das Haus beobachtet gespannt das weitere Vorgehen von Fed und EZB.

fd190802_3_DMDA

i

Die Meinung der Anderen

Prognosezeitraum

Berenberg

Commerzbank*

Goldman Sachs*

LBBW

Pictet
WM

SEB*

aktuell

alt

aktuell

alt

aktuell

alt

aktuell

alt

aktuell

alt

aktuell

alt

* Werte vom Vormonat
Hinweis: Diese Tabelle gibt nicht die Meinung der Redaktion zur Zins- und Wechselkursentwicklung wichtiger Währungen wieder. Sie dient ausschließlich zur Orientierung und ist nicht als Handlungsaufforderung zu sehen. Insbesondere Wechselkursprognosen unterliegen einer hohen Unsicherheit. Alle Angaben ohne Gewähr. Werte rechts = Vormonat.

auf 3 Monate

EUR

USD

1,15

1,15

1,16

1,16

1,17

1,17

1,13

1,11

1,11

1,11

1,15

1,15

3 Monatszins

-0,40

-0,40

-0,42

-0,42

-0,40

-0,30

-

-0,30

-0,30

10 J Anleihen

-0,10

-0,10

-0,40

-0,40

-0,25

0,20

-

0,10

0,10

USD

JPY

111

111

107

107

108

108

110

114

107

107

108

108

3 Monatszins

2,25

2,25

2,25

2,25

2,25

2,60

-

2,65

2,65

10 J Anleihen

2,20

2,20

1,25

1,25

2,00

2,75

-

2,65

2,65

JPY

EUR

128

128

126

126

124

127

119

119

124

124

3 Monatszins

-0,05

-0,05

-0,10

-0,10

-

10 J Anleihen

0,00

0,00

-0,15

0,00

-

auf 12 Monate

EUR

USD

1,17

1,17

1,22

1,22

1,20

1,20

1,13

1,13

1,15

1,15

1,20

1,20

3 Monatszins

-0,30

-0,30

-0,38

-0,38

-0,40

-0,25

-

-0,27

-0,27

10 J Anleihen

0,30

0,30

0,10

0,10

0,00

0,40

-

0,25

0,25

USD

JPY

111

111

102

102

126

126

114

116

100

100

105

105

3 Monatszins

2,00

2,00

2,00

2,00

1,50

2,55

-

2,90

2,90

10 J Anleihen

2,20

2,30

1,80

1,80

2,20

2,60

-

2,60

2,60

JPY

EUR

130

130

126

126

129

131

115

115

124

124

3 Monatszins

0,00

0,00

-0,10

-0,10

-

10 J Anleihen

0,15

0,15

-0,10

0,00

-

Fazit: In den Banken verfestigt sich das Bild einer spürbar abkühlenden Konjunktur mit weiteren stützenden Eingriffen der Zentralbanken.

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