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Die Ungleichgewichte bleiben bestehen

Anhaltende amerikanisch-chinesische Anspannung

Der amerikanisch-chinesische Handelsstreit entzündet sich an den deutlichen Ungleichgewichten. Die sind aber in erster Linie eine Folge der jeweiligen internen Ungleichgewichte der beiden Volkswirtschaften. Die im neuen Artikel IV-Bericht des IWF für China enthaltene Projektion zeichnet vor, dass sich daran kaum etwas ändert.

Das amerikanisch-chinesische (Wirtschafts-)Verhältnis wird weiter unter Anspannung leiden. Denn die Ursachen bestehen unverändert fort: Das Thema „Währungsmanipulation“ bleibt auf der Tagesordnung, wenn die Währungsreserven entsprechend der Projektion von knapp 3,6 auf 5,1 Billionen Dollar anwachsen. Die Pekinger Notenbank würde demnach bis 2025 jährlich rund 300 Mrd. Dollar gegen Yuan aus dem Markt nehmen. Das kann (von Washington) als Intervention gegen den Yuan angesehen werden.

Aufschluss gibt der jüngste China-Bericht des IWF (Artikel-IV-Report). Er zeichnet ein verhältnismäßig positives Bild der Wirtschaft des Landes. Der Wachstumstrend pendelt sich der Prognose (Horizont bis 2025) zufolge auf ein Niveau um 5,5% ein. Die Inflation bleibt mit etwa 2% überschaubar. Das Gewicht des Konsums soll der Vorgabe entsprechend leicht zulegen.

Der Kern des Problems liegt in den unterschiedlichen Sparquoten

Das Kernproblem hat freilich wenig mit Handel zu tun. Es liegt in den unterschiedliche Sparquoten beiderseits des Pazifiks. Die aktuelle Projektion zeichnet für China einen abfallenden Trend von über 30% auf rund 25% des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte vor. Das ist nach den bis zu knapp 40% früherer Jahre schon ein beachtlicher Rückgang. Es liegt aber immer noch über den Investitionen im Inland. Folglich werden zwangsläufig weitere Leistungsbilanzüberschüsse anfallen.

Das Gegenstück liefern die USA mit einer Sparquote, die im Normallfall bei 7% bis 8% des verfügbaren Einkommens liegt. Und damit unter den Investitionen. Das wird unweigerlich weitere Defizite in der Leistungsbilanz bringen. Die bekannten Ungleichgewichte im Handel bleiben bestehen. Denn die dahinter stehenden makroökonomischen Ungleichgewichte innerhalb der Volkswirtschaften ändern sich kaum.



Fazit: Der Aufwärtstrend des Yuan zum Dollar (aktuell: USD|CNY 6,47) wird zwar immer wieder gebremst durch perodische Ausbrüche erhöhter Risikowahrnehmung auf den Märkten und eine dämpfende Politik der chinesischen Währungshüter. Aber er wird nicht gestoppt.

Empfehlung: Wer sich spekulativ engagieren will, kann auf die im August dieses Jahres fällige Staatsanleihe setzen, die auch in Deutschland gehandelt wird (HK 000 008 663 4).

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