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Ukraine-Krieg führt zu Neuordnung von Lieferketten

Anlagechancen bei Rohstoff-Währungen

Ölbohrinsel im Sonnenuntergang. © dpa
Einer der größten Rohstoff-Lieferanten stellt sich selbst ins Abseits: Russland. In Folge des Ukraine-Kriegs kappt der Westen die Handelsbeziehungen zu Moskau in großem Stil. Aber die Rohstoffe müssen dennoch fließen. Das ruft andere Nationen auf den Plan und stärkt deren Wirtschaft und Währungen.
Der Ukraine-Krieg wird Rohstoff-Währungen strukturell stärken. Denn durch die Sanktionspolitik werden sich viele Rohstoffbeziehungen neu ordnen - weg von Russland hin zu westlichen Partnern. Das bestätigt auch eine Simulation des Instituts für Weltwirtschaft Kiel: Die großen Rohstoffländer Australien (+0,07%), Kanada (+0,01%) und Norwegen (+0,55% - stärkster Profiteur aller vom IfW betrachteter Länder) können durch den Ukraine-Krieg mit weiteren BIP-Impulsen rechnen.

Die allgemein brummende Konjunktur nährt die Rohstoff-Nachfrage zusätzlich. In allen Ländern hat die Rohstoff-Wirtschaft eine große Bedeutung, wird die Geldpolitik gestrafft und sind die politischen Risiken gering. Die Staaten in der Übersicht:

  • Australien | AUD: Eisenerz, Kohle, Gas, Öl, Aluminium, Kupfer, Gold und Agrarrohstoffe sind Australiens Exportschlager. Insbesondere die Energierohstoffe erleben derzeit akute Preissteigerungen, die Industriemetalle werden für nachhaltige Technologien benötigt, die Agrarrohstoffe gewinnen angesichts des Ausfalls der Kornkammer Ukraine an Bedeutung. Empfehlung: AUD|USD Long.
  • Kanada | CAD: Kanada exportiert rund 80% seiner Rohstoffe. Das riesige Land in Nordamerika ist der größte Förderer von Zink, Uran, Kadmium, Schwefel und Nickel. Zudem verfügt Kanada nach Saudi-Arabien und Venezuela über die weltweit drittgrößten Erdölreserven. Auch Aluminium, Blei und Gold finden sich in Kanadas Böden. Hinzu kommt die große Forstwirtschaft (Holz, Papier). Neben dem zu erwartenden Nachfrage-Plus stärkt auch Kanadas Notenbank den CAD. Am Mittwoch (02.03.) erhöhte die Bank of Canada den Leitzins auf 0,5%. Empfehlung: USD|CAD Short.
  • Norwegen | NOK: Norwegen ist (nach Russland) der europäische Exporteur für Öl und Gas schlechthin. Schon Anfang des Jahres prognostizierten wir Ihnen: "Steigt der Ölpreis, steigt die Krone" (vgl. FD vom 14.01.2022). Genau dieses Szenario ist eingetreten. Russland tut derzeit alles dafür, um den Ölpreis hochzuhalten. Zudem fungiert die Norwegische Krone auch als Sicherer Hafen und Euro-Alternative. Empfehlung: EUR|NOK Short.

Auch Rohstoff-Aktien gefragt

Wer dieses Rohstoff-Szenario nicht über die Währungsseite abdecken will, findet auch eine Vielzahl lukrativer Aktien. Dazu zählen wir u.a. BHP Billiton (ISIN: GB 00B H0P 3Z9 1), Glencore (ISIN: JE 00B 4T3 BW6 4) oder Vale (ISIN: US 919 12E 105 5). Auch ein Rohstoff-ETF (ISIN: IE 00B F0B CP6 9) bietet sich an.

Fazit: Russland katapultiert sich und seine Rohstoff-Exporte ins Aus. Das stärkt andere Rohstoff-Währungen.
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