Anlagechancen in Rumänien
Die politische Instabilität scheint die Attraktivität des Standortes Rumänien nicht zu beeinflussen. Zum Schutz kritischer Sektoren ( z. B. Energie, Verkehr und Verteidigung) werden ausländische Direktinvestitionen per Verordnung überwacht. Eine Vielzahl anderer Investitionen schiebt den Arbeitsmarkt an. Die Anzahl der neu angekündigten Investitionsprojekte legte um 16% auf 109 zu. Das schob das Land europaweit auf Platz 11.
Die Aktivität strahlt auf den Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen wegen ausländischer Direktinvestitionen legte um 39% zu. Parallel dazu fällt die Arbeitslosigkeit leicht. Die seit Sommer 2024 anziehende Arbeitslosenrate, im Hoch lag sie im März bei 6,5%, sank im Juni auf 6,3%. Der Trend zu höherer Beschäftigung dürfte sich fortsetzen.
Zins bleibt attraktiv
Am 10. August entschied die Notenbank, den Leitzins bei 6,5% zu belassen. Das markiert den höchsten Stand in der Europäischen Union. Begründet wurde das Festhalten am restriktiven Kurs mit der hohen politischen Instabilität, gekoppelt mit Energieknappheit und hohen Preisen.
Die Inflation ist hartnäckig hoch. Im Juni lag die Teuerung bei 10,4% und damit leicht unter dem Vormonat (10,9%). Ob sich die optimistischen Erwartungen für einen raschen Inflationsrückgang bestätigen darf mit Blick auf die Energiepreisentwicklung aber bezweifelt werden. Selbst wenn sich die Energielieferungen nach einer Erholung des Niedrig-Wasserstands erholen, dürften sich die höheren Input-Preise weiter durch die Wertschöpfung einen Weg bahnen.
Anlagechancen in Rumänien
In diesem Umfeld sind robuste Geschäftsmodelle attraktiv, bei denen das Unternehmen Preissetzungsmacht hat. Dieses Kriterium erfüllen Energieversorger. Eine gute Chance sehen wir beim Erdgas-Marktführer. Romgaz (WKN A1W7F9) ist der größte Erdgasproduzent und -lieferant des Landes. Neben der Exploration und dem Verkauf von Erdgas ist das Unternehmen auch mit unterirdischen Gasspeichern und der Verstromung tätig. Der Umsatz soll in den nächsten drei Jahren um durchschnittlich 20% p.a. wachsen. Bei einem für dieses Jahr erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 bezahlt der Investor den 8,5-fachen Umsatz und den 3,6-fachen Buchwert.