Anlegen im Aufschwung in Japan
In Japan zieht die Wirtschaft an. Der Einzelhandel erfreut sich guter Umsätze. Die Stimmung der Einkäufer der Hersteller und Dienstleister hebt sich. Die Inflation bleibt für japanische Verhältnisse hoch, die Löhne steigen seit drei Jahren um 5% jährlich.
Das wirkt auf die Geldpolitik zurück. Die Bank of Japan (BOJ) hob im Juni den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,0% an. Das Gremium beurteilt die Zinspolitik aber weiterhin als expansiv und verweist auf das Inflationsziel von 2%, welches durch den Energiepreisschock in Gefahr ist. Sollten es Konjunkturdaten nahelegen, würde die BOJ auch weiter die Zinsen anheben.
Zinsniveau noch expansiv
Die Tatsache, dass die Geldhüter das aktuelle Zinsniveau (das höchste seit September 1995) als expansiv ansehen, ist für uns ein Signal. Wir gehen davon aus, dass die BoJ die Zinsen weiter sanft nach oben ziehen wird. Die Wirtschaft braucht die Schützenhilfe seitens der Notenbank nicht mehr, aber die Inflation verlangt nach höheren Zinsen.
Die robuste Stimmung und Konjunkturlage ist etwas erstaunlich. Denn Japan hängt stark vom Ölpreis ab, weil viel Öl importiert wird. Circa 38% des Primärenergieverbrauchs kommen aus Öl. 95% davon werden aus dem nahen Osten importiert. Bei Flüssigerdgas ist Japan einer der weltweit führenden Importeure. 20% seines Energiemixes deckt das Land damit. Immerhin rund 26% der Energie wird durch Kohle gestemmt, die hauptsächlich aus Australien angeschifft wird.
Inflation zieht an, Löhne steigen schneller
Dass der hohe und inzwischen wieder steigende Ölpreis nicht auf die Verbraucherstimmung drückt, liegt an den noch größeren Lohnsteigerungen. Parallel dazu zieht die Investitionstätigkeit der Unternehmen an. Die Investitionen sollen um 11,5% steigen und liegen deutlich über dem Vorquartal mit einem Plus von nur 3,3%.
Diese Entwicklungen zeigen sich in der Inflationsentwicklung. Die Teuerung stieg zuletzt um 1,5% und damit stärker als im Vormonat (1,4%). Sollte die Teuerung nun wieder zulegen, wird das einerseits die Zinserhöhungserwartungen an die BoJ untermauern. Außerdem sind inflationsresistente Geschäftsmodelle gefragt.
Energie-Unternehmen aus Nippon
Ein führender Energieproduzent Japans ist Inpex (WKN A0JD4G). Das Unternehmen aus Tokio ist der landesweit größte Erdöl- und Erdgas-Explorateur und -Förderer. Größter Aktionär ist der japanische Staat mit einem Anteil von knapp 22%. Die Bilanz ist mit einer Eigenkapitalquote von nahezu 65% stabil. Die japanische Rating-Agentur JCR bewertet das langfristige Emittentenrating mit einem AA+ und stabilem Ausblick. In den zurückliegenden sechs Jahren ging es mit dem Umsatz unter hohen Schwankungen im Durchschnitt um 6,8% pro Jahr nach oben. Bei einem diesjährigen geschätzten Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,6 zahlen Investoren den knapp 8-fachen Gewinn. Die Ausschüttungsquote des Gewinns ist mit 26% moderat, mündet aber in eine Dividendenrendite von 3,3%.