Auf dem Weg zu Euro-Bonds
Der Euro-Zone steht eine gewaltige Schuldenexplosion bevor. Dabei sind im Euro-Raum die Schulden bereits hoch. Das erhöht den Druck auf die EZB, mit niedrigen Zinsen stützt, denn eine Konsolidierung der Haushalte scheint politisch nicht umsetzbar zu sein. Daraus ergibt sich ein klarer Pfad in die Zukunft.
Der Euro-Zone steht im nächsten Jahr eine gewaltige Schuldenexplosion bevor. Nach den Plänen der Bundesregierung soll der Bund im kommenden Jahr neue Schulden von mehr als 180 Mrd. Euro aufnehmen. Das sind fast 40 Mrd. Euro mehr als im laufenden Jahr. Ein Blick auf die Finanzplanung bis zum Jahr 2029 zeigt, dass für die nächsten Jahre sind ähnlich hohe Fehlbeträge eingeplant. Die Staatsschulden dürften daher in den kommenden zehn Jahren auf fast 90% des Bruttoinlandsprodukts steigen.
Auf dem Weg zu Euro-Bonds
Damit bleibt Deutschland sogar noch der "einäugige" unter den Blinden. Im Durchschnitt des Euro-Raums erreichen die Staatsschulden schon in diesem Jahr diese Marke. In Spanien beträgt sie schon 100%, in Frankreich etwa 120% und in Italien 140% - im Trend überall stark steigend.
Das strukturelle Problem: In allen Ländern belasten die Demographie und die Rahmenbedingungen die Konjunktur. Zugleich werden die Ausgaben (auch für Verteidigung und Infrastruktur) massiv nach oben gefahren. Das gelingt schon jetzt nur, weil die EZB mit niedrigen Zinsen stützt. Eine Konsolidierung der Haushalte scheint politisch nicht durchsetzbar. Das hat die Verschiebung der Rentenreform in Frankreich gerade gezeigt.
Fazit: Der politische Druck auf die EZB, die Zinsen zu niedrig zu belassen, wird strukturell steigen. Die Unabhängigkeit der Notenbank wird weiter im Kreuzfeuer stehen. Im nächsten Jahr wird es verschärfte Diskussionen geben. Erste konkrete Vorschläge liegen schon auf dem Tisch. Den Euro wird das substanziell weiter belasten.