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Die Chancen überwiegen

Aufwertung für den Rubel voraus

Rubelscheine und eine Münzen liegen auf einem Tisch. picture alliance/dpa | Silas Stein
Während viele gerade auf den Ukraine-Konflikt achten, übersehen sie eine recht gute Opportunität im Russischen Rubel. Denn die Währung ist aufgrund der politischen Risiken tief gefallen. Es gibt aber viele fundamentale Argumente, die für den Rubel sprechen.

Die Rubelabwertung in den zurückliegenden fünf Jahren war kräftig, stößt jetzt aber an Grenzen. Daraus ergibt sich für Anleger eine lukrative Opportunität. Denn nach dem Kursrückgang bekommen Anleger russische Aktien mit einem ordentlichen Währungs-Discount. Hinzu kommt noch die Chance auf einen Richtungswechsel der russischen Währung. 

Solide fundamentale Basis

Ein Blick auf die Wirtschaftsdaten gibt von fundamentaler Seite grünes Licht für den Rubel. Die Staatsverschuldung von unter 15% im Vergleich zur Wirtschaftsleistung ist im Gegensatz zur hiesigen Schuldenquote mit knapp 70% wesentlich niedriger. Der Rohstoffboom versorgt das Riesenreich mit reichlich Devisen. Der Energiehunger aus dem Reich der Mitte spült Yuan ins Land und die Exporte nach Europa jede Menge Euros – Fremdwährungen, die hoch in der Gunst der Russen stehen und deren Bestände zu Lasten des USD weiter ausgebaut werden. 

Goldabsicherung und technische Unterstützung

Daneben kaufte die russische Notenbank weiter Gold hinzu. Die internationalen Währungsreserven inklusive Gold sind gestiegen. Sie erreichten mehr als umgerechnet 620 Mrd. USD und decken damit die private und öffentliche Auslandsverschuldung ab. 

Darüber hinaus stößt der Rubel an eine technische Unterstützung. Gegenüber dem USD (78 RUB|USD) und dem EUR (90 EUR|USD) notiert der Rubel nun in sehr gut unterstützten Kursregionen. Das Momentum für eine weitere Abschwächung dürfte darum nachlassen. 

Notenbank zieht Zinsen hoch

Die Inflationsrate kannte auch in Russland in den letzten Monaten nur eine Richtung. Getrieben durch Materialengpässe lag diese zuletzt mit 8,4% deutlich über dem Notenbankziel von 4%. Allerdings hat die Notenbank den Leitzins bereits sieben Mal in Folge auf derzeit 8,5% erhöht. Das bremst die Inflation sukzessive aus und stützt absehbar auch den Rubel.  

Fazit: Anders als in der Vergangenheit, in der häufig Kapitalflucht ein Grund für den schwachen Rubel war, ist es gerade die politische Ukraine-Situation, die den Rubel belastet. Weitere Sanktionen sind auch durchaus ein Risiko. Allerdings hat der Rubel auch schon viele Risiken eingepreist, das Zinsniveau ist ordentlich.

Empfehlung: Das arg gedrückte Rubelniveau ist eine Chance für eine direkte Forex-Spekulation. Besonders aussichtsreich dürfte aber auch der Kauf von Aktien sein, die vom Rohstoffzyklus profitieren. Erste Wahl sind niedrig bewertete Produzenten von Metallen und Energieträgern, z.B. der Öl- und Gasproduzent Rosneft (WKN A0J3N5, KGV 4, Dividendenrendite 11,4%). Auch der Goldproduzent Polyus (ISIN US 731 81P 102 1, KGV unter 8, Dividendenrendite 5%).

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