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Japanische Staatsanleihen auf Rekordhoch

Bank of Japan: Kurswechsel bringt neue Dynamik auf dem Anleihemarkt

© MASAFUMI / stock.adobe.com
In den letzten Jahrzehnten suchten japanische Investoren im Ausland nach Rendite, doch nun entfacht ein heimischer Wandel das Potenzial zur Kapitalrückführung. Mit steigenden Anleiherenditen und der BOJ auf Kurs zur Normalisierung wird Japan für Investoren wieder attraktiv. Entdecken Sie, wie die Schuldenlast, trügerische Inflation und wachsende Handelsvolumen Japans Finanzlandschaft neu definieren.

Einkommenssuchende Investoren in Japan waren in den vergangenen Jahrzehnten bevorzugt im Ausland auf der Jagd nach Rendite. Nicht nur die Ausschüttungsquoten japanischer Unternehmen ließen zu wünschen übrig, auch die Kupons von Anleihen warfen zu wenig ab. Höher verzinsliche Alternativen, wie US-Treasuries, wurden gesucht und starteten einen historischen Kapitalexport.

Dies hat sich deutlich geändert und entfacht Repatrierungspotenzial. Der Yen ist billig und hat Upside.wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Anleiherenditen japanischer Staatsanleihen kennen nur eine Richtung und erreichen im April mit 2,4% das höchste Niveau seit Juli 1997. Die Dynamik des Anstiegs spricht für eine Fortsetzung dieses Trends und macht inländische Staatspapiere für Japaner wieder attraktiver. Der historische Renditeanstieg auf Stände von vor knapp 30 Jahren wird von mehreren Faktoren getrieben.

Bank of Japan (BOJ) hält Kurs

Trotz der hohen Staatsverschuldung hält die BOJ ihren Kurs der geldpolitischen Normalisierung. Anfang 2026 besitzt die BOJ rund 49% der ausstehenden japanischen Staatsanleihen. Gegenüber dem Höchststand von knapp 54% Ende September 2023 wird die 50%-Marke das erste Mal seit Mitte 2022 unterschritten, ein Ergebnis ihres Quantitative Tightening, womit sie die Renditekurve wieder marktbasiert gestalten will. Ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen scheint.

Erdrückende Schuldenlast ruft nach niedrigen Zinsen

Von 50% in den 80er Jahren erhöhte sich die Schuldenlast Japans auf mehr als 200% bis Anfang der 2010er Jahre. Für 2025/26 gehen Schätzungen bis 250% zum BIP. Im Gegensatz zu amerikanischen Pendants halten japanische Schuldpapiere überwiegend inländische Institutionelle, allen voran die Notenbank selbst. Damit ist die öffentliche Finanzierung weniger von ausländischen Investoren abhängig, erhält aber von niedrigeren Zinsen Rückenwind.

Inflation trügerisch

Die Teuerung ist im Februar auf 1,3% gefallen und lag damit unter dem Vormonat von 1,5%. Sonderfaktoren, wie der niedrigste Anstieg des Reispreises seit 21 Monaten trugen dazu bei. Auch die Preise für Elektrizität und Gas sanken stärker als im Vormonat. In Anbetracht der geopolitischen Entwicklung und der hohen Importabhängigkeit Japans sind an der Nachhaltigkeit dieser Entwicklung Zweifel angebracht. Die Kerninflation bei 1,6% lag unter dem Vormonatswert von 2,0% aber über dem der Headline.

Profiteur von steigenden Handelsvolumen

Die Aktie von Nomura (WKN 857054) profitiert auch von anziehenden Handelsvolumen. Die hohen Kurse in Tokio ziehen immer mehr Aufmerksamkeit und Mitläufer in den Markt. Das treibt Nomuras Provisionseinkommen. Knapp 56% des Umsatzes entfiel darauf im zum März dieses Jahres abgelaufenen Geschäftsjahres. Das Unternehmen wird mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,3 für das laufende Geschäftsjahr gehandelt. Die in Aussicht stehende Rendite der Dividende liegt bei 4,2% und damit höher als die der 10-jährigen Staatsanleihe.

Defensiv mit Anleihen supranationaler Emittenten

Die EIB offeriert mit der WKN A0G485 ein Tripple-A-Papier mit einer kurzen Restlaufzeit und bietet die Möglichkeit am Yen bis zum 18. Januar 2027 zu partizipieren. Der Bond hat einen Kupon von 2,15%, der zweimal jährlich ausbezahlt wird. Nächster Zinstermin ist der 18. Juli. Bei einem Kurs von 100,48% rentiert das Papier effektiv mit 1,51%.

Fazit: Die geldpolitische Normalisierung läuft. Anleihe-Renditen spiegeln die Markterwartung künftiger Zinsen wider. Nach der Zinspause dürfte die BOJ ihren Zinserhöhungskurs fortsetzen.

Empfehlung: Langläufer sollten gemieden werden. Bewährte und skalierbare Geschäftsmodelle werfen zuverlässige Dividenden ab. Der niedrige Yen gewährt einen günstigen Einstieg.

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