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Die Meinung der anderen

Banken in der Schwebe zwischen Iran-Abkommen und US-Fed

Die US-Notenbank unter neuer Führung könnte die Geldpolitik neu ausrichten, während die Märkte die Auswirkungen eines USA-Iran-Abkommens abwägen. Die Stabilität des US-Dollars und die geopolitischen Einflüsse prägen die Prognosen der Banken.
Die Geldinstitute, die wir regelmäßig zu Ihren Zins- und Wechselkursprognosen fragen, schleichen sich bereits in den Sommer. Und sie warten ab, ob es auf Seiten der US-Notenbank eine grundlegende Neuausrichtung der Geldpolitik gibt, nachdem Kevin Warsh dort das Ruder von Gerome Powell übernommen hat. 

Banken warten Iran-Entwicklungen ab

Die meisten Prognosen der Banken sind vollständig unverändert im Vergleich zum vorige Quartal. Das hängt auch damit zusammen, dass die Geldhäuser zuletzt versucht haben, die Folgen des Iran-Krieges einzuschätzen. Inzwischen gibt es ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran und die zuletzt eingepreisten Risiken könnten wieder ausgepreist werden. Die Frage ist nur, ob das Abkommen hält. Daher haben sich viele Häuser aktuell zum Zögern entschieden und halten die Füße still.

Einen klaren Blick hat in dieser Situation Pictet. Der Juni war von einer breit angelegten Aufwertung des US-Dollars gegenüber den G10-Währungen geprägt. Die Märkte haben sich von der Einpreisung eines rein geopolitischen Schocks entfernt. Sie haben den Fokus wieder auf das relative Wachstum, das Zinsumfeld und die Glaubwürdigkeit der Wirtschaftspolitik gerichtet. 

Friedenshoffnungen stabilisieren

Die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran sowie die Wiederöffnung der Straße von Hormus führten zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise. Dadurch ließen die unmittelbaren Inflationssorgen nach, und der Druck auf die Zentralbanken außerhalb der USA, ihre Geldpolitik aggressiver zu straffen, nimmt ab.

Der restriktive erste Auftritt von Fed-Chef Warsh festigte die Einschätzung, dass die US-Geldpolitik weiterhin den wichtigsten Anker für den US-Dollar darstellt. Unterstützt wird dies durch ein robustes Wirtschaftswachstum, höhere reale Renditen und ein klares Bekenntnis zur Preisstabilität. Dadurch hat sich die geldpolitische Divergenz wieder zugunsten des US-Dollars entwickelt, insbesondere gegenüber Währungen mit niedrigerem Zinsniveau. Weitere Dollargewinne werden davon abhängen, dass Inflations- und Konjunkturdaten die derzeit restriktive Markterwartung bestätigen.

Euro in ungemütlicher Position

Der Euro befindet sich in diesem Umfeld in einer weniger komfortablen Position. Das kurzfristige Aufwärtspotenzial des EUR/USD-Wechselkurses erscheint weiterhin begrenzt. Die Wachstumsdynamik im Euroraum bleibt schwach, und eine restriktivere Geldpolitik reicht angesichts des verhaltenen regionalen Konjunkturumfelds allein nicht aus, um eine nachhaltig positive Einschätzung für den Euro zu rechtfertigen. Der Euro bleibt anfällig für eine weitere wirtschaftliche Überlegenheit der USA, auch wenn niedrigere Energiepreise und eine spätere Annäherung der Wachstumsdynamik den Euro mittelfristig stärker unterstützen könnten.

Das Pfund Sterling verlor im Monatsverlauf gegenüber dem US-Dollar an Wert. Die Bewegung erscheint jedoch eher als Ausdruck der Dollarstärke denn als Folge einer grundlegenden Neubewertung der Risiken im Vereinigten Königreich. Der Zinsvorteil des Pfunds stützt es weiterhin gegenüber anderen Währungen außerhalb des US-Dollars. Der Fokus richtet sich nun auf die Ernennung des neuen Finanzministers sowie den Herbsthaushalt (Autumn Budget).

Fazit: Die Iran-Unruhe ist verflogen, dem Frieden wird aber noch nicht getraut. Die Geldinstitute warten ab, wie sich die geopolitischen Rahmenbedingungen entwickeln.
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