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Monatsprognose

Belastungen in Nahost und Afrika

Unsere Monatsprognose für die weltweit wichtigsten Währungen.

Stärker als erwartet

Trotz aller Probleme und politischen Querschüsse haben sich türkische Wirtschaft und Lira besser entwickelt als erwartet. Die Inflation blieb mit zuletzt rund 9,3% zwar hoch. Die Notenbank senkte ihre Leitzinsen trotzdem weiter auf jetzt noch 8,25% (Reposatz). Dies geschah im Vertrauen auf den abwärts gerichteten Trend. Sie stützte damit die Binnennachfrage, ohne die Lira allzu sehr zu schwächen. Das Wachstum war im ersten Quartal mit 4,3% noch beachtlich. Es dürfte aber mittlerweile schwächer geworden sein. Die Industrieproduktion wies zuletzt sogar Rückgänge aus: -1% waren es im Monatsvergleich per Mai. Die Exporte vor allem Richtung EU haben sich aber erholt. Sie dürften für neue Impulse sorgen. Der von der Politik angestrebte Umbau zu einem Präsidialsystem dürfte für neue Konflikte sorgen. Denn die notwendigen Verfassungsänderungen erfordern eine Zweidrittel-Mehrheit, über die Recep Erdoğan nicht verfügt. Neue Konflikte sind programmiert.  

Fazit: Die Lira sollte angesichts der hohen Inflation nachgeben. Dies ist schon nötig, um die vom Export ausgehenden Impulse nicht durch sinkende Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.

Gaza-Krieg belastet

Die israelischen Währungshüter haben den Leitzins um 25 Basispunkte auf jetzt noch 0,5% weiter gelockert. Die Inflation stand zuletzt bei 0,5% und damit unter dem unteren Rand des Zielkorridors, der von 1% bis 3% reicht. Zudem geht die Bank of Israel nach den von ihr erhobenen Daten von einer Inflationserwartung um die 1,3% für die kommenden 12 Monate aus. Auch hob sie das global schwächere Wachstum hervor, mit dem auch die israelischen Exporte abnehmen – zumal vor dem Hintergrund eines relativ starken Schekels. Offenbar wirken sich diese Faktoren auch auf die weniger preissensitiven High-Tech-Produkte aus. Deren Ausfuhr zeigt ebenfalls Schwächen. Hinzu kommen die speziellen, wenn auch noch nicht quantifizierten, Belastungen aus dem Gaza-Krieg. Sie ergeben sich vor allem aus der Einberufung von Reservisten, die in der Produktion fehlen. Dem stehen zusätzliche US-Hilfen gegenüber, die die Zahlungsbilanz und den Etat stärken.

Fazit: Der seit Mai erkennbare Aufwertungstrend des Schekel scheint beendet. Die schwierige Sicherheitslage sorgt für große Unsicherheit.

Der neue Pharao baut    

Die Militärregierung des Generals El Sisi verspricht sich durch einen neuen Suez-Kanal Schwung für Ägyptens Wirtschaft. Dieser soll parallel zum bestehenden gegraben werden. Damit soll die Kapazität nach ägyptischen Angaben von 49 auf 97 Schiffe täglich steigen. Der neue Kanal soll zudem auch größere Schiffe aufnehmen. Unterdessen macht sich die Stabilisierung der politischen Verhältnisse positiv bemerkbar. Das Wachstum zog im 1. Quartal auf 2,5% an. Vor allem die Zuwächse bei der Bautätigkeit und im verarbeitenden Gewerbe waren dafür ausschlaggebend. Demgegenüber blieb der Tourismus schwach. Die Inflation lag zuletzt mit rund 8,8% auf dem Niveau der Vormonate. Die Währungshüter reagierten auf die Belebung bereits mit einer Zinserhöhung um 100 Basispunkte auf jetzt 9,75%.

Fazit: Das Pfund sollte nach der langen Krise von der Stabilisierung profitieren und aufwerten.

Deutliches Wachstum

Trotz aller Probleme legt Afrikas größte Volkswirtschaft weiter zu. Das Land schaffte im 1. Quartal rund 6,6% reales Wachstum. Dies, obwohl der Ölsektor erneut rückläufige Beiträge lieferte. Die Inflationsrate liegt weiter stabil um 8% (zuletzt 8,2%). Die Reserven wachsen, und der Naira wertete seit April kontinuierlich auf. Daher sahen auch die Währungshüter keine Gründe zum Eingreifen. Die relativ hohe Inflation dürfte allerdings den Aufwertungstrend begrenzen, weil dadurch die Wettbewerbsfähigkeit Nigerias leidet. Selbst wenn man zugrunde legt, dass in „Aufholländern“ die Inflation tendenziell höher liegt als in wirtschaftlich entwickelten Ländern (Balassa-Samuelson-Effekt).  

Fazit: Die Stärke des Naira sollte bald enden.

Weiter abwärts

Die südafrikanische Notenbank SARB hat ihre Wachstumsprojektion für das laufende Jahr zurück genommen. Sie war noch zu Jahresanfang von 2,8% ausgegangen, revidierte jetzt aber auf nur noch 1,7%. Kein Wunder, brachte doch das 1. Quartal 0,6% Schrumpfung. Hintergrund ist das bekannte Bündel aus Negativfaktoren: Die scharfen sozialen Gegensätze befeuern Arbeitskämpfe und Streiks. Diese führen zu starken Lohnsteigerungen in Schlüsselbranchen. Mittlerweile stehen diese vor einer Lohn-Preis-Spirale. Die Inflation liegt mit 6,6% über dem Zielkorridor, dessen Obergrenze bei 6% verläuft. Nach den allgemeinen Erwartungen wird sie auf lange Sicht oberhalb des Limits bleiben. Die schwache Verfassung der Wirtschaft schwächt kontinuierlich den Rand. Das treibt die Inflation weiter an. Die schlechte Stimmung schlägt sich in schwachen Investitionen nieder. Das blockiert jeden Beschäftigungszuwachs trotz einer Arbeitslosenquote von über 25%.

Fazit: Wir sehen keine Trendwende zum Besseren für den Rand und die Wirtschaft am Kap.

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