Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2022
Notenbank senkt Zinsen trotzt anziehender Inflation

Chancen bei Kurzläufern

Die Bank of England plant trotz steigender Inflation weitere Zinssenkungen. Während die Wirtschaft schwächelt und die Arbeitslosigkeit steigt, ziehen die Preise an. Die Verunsicherung durch weltweite Handelskonflikte belastet zusätzlich. In diesem Spannungsfeld eröffnen sich Chancen bei kurzlaufenden Anleihen, die attraktive Renditen bieten könnten.
Die Bank of England wird ihre Leitzinsen weiter senken. Das dürfte sie tun, obwohl die Inflation mit einem Anstieg von 3,5% wieder zunimmt (Vormonat 2,6%). Der größte Schub kam von Kosten für das Wohnen, die Unterbringung sowie Transport und Erholung. Auch die Kerninflation sprang an. Sie erhöhte sich auf 3,8% und lag über den Prognosen von 3,6% und dem Vormonat mit 3,4%. Insbesondere legten die Preise für Dienstleistungen und Lebensmittel zu.

Schon im Mai setzte die Notenbank ihren Zinssenkungszyklus fort. Sie reduzierte den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,25%. Mit einer knappen Mehrheit im Komitee von 5 zu 4. Zwei der Mitglieder votierten sogar für eine 50-Basispunkte-Kürzung. Daraus lesen wir ab, dass die Währungshüter auch weiter die Zinsen senken wollen. 
Die nächste Entscheidung steht am 19. Juni an. Bis dahin wird es noch einige Signale bei Preisen und Konjunktur geben. Die Ausgangslage bleibt schwierig. Einerseits konstatiert die Währungshüterin eine Abschwächung der Wirtschaft, angeschoben von anziehender Arbeitslosigkeit und eingetrübten Konsum. Andererseits ziehen die Preise deutlich an.

UK rutscht in die Stagflation

Die Zielmarke für die Inflation kollidiert also mit Makrodaten und ist weit entfernt vom Notenbankziel. Die Bank of England möchte nachhaltig die 2%-Marke erreichen. Der datengetriebene Entscheidungsprozess bringt für weitere Zinssenkungen Sand ins Getriebe. Die Verunsicherung durch die Zollpolitik der USA wirft Schatten auf die weltweite Konjunktur und nimmt das Königreich in Schlepptau. Die Arbeitslosigkeit bewegt sich im Aufwärtstrend. Im März lag diese höher als im Vormonat bei 4,5%.

Der Konsum lahmt und lässt inzwischen auch für Arbeitsmarkt und Konjunktur nichts Gutes erwarten. Laut letzter GfK-Umfrage für April sank die Verbraucherstimmung um 4 Punkte auf 23 Zähler und damit auf den niedrigsten Stand seit November 2023. Die anziehenden Preise und der eskalierende Handelsstreitigkeit drückten die Stimmung. Die eingetrübte Konjunkturerwartung belastet auch den Einzelhandel. Die Umsätze sind in den Monaten des ersten Quartals kontinuierlich gefallen. 

Chancen bei Kurzläufern

In diesem Umfeld und mit Erwartung weiterer Zinssenkungen sehen wir Chancen bei kurzlaufenden Anleihen. Anleihen mit hohem Rating von supranationalen Emittenten bergen relativ niedrige Ausfallrisiken. Der Tripple-A-bewertete Bond der European Investment Bank mit der WKN A1G3BQ läuft noch bis zum 07. Dezember 2027 und wird mit 99,11% gepreist. Bei einem Kupon von 3,75% wirft das Zinspapier eine effektive Rendite per Verfall in Höhe von 4,11% ab.

Eine interessante Anleihe gibt es von der Deutsche Bahn Finance GmbH. Deren mit einem Aa1 geratete Anleihe mit der WKN A1HNUH läuft noch bis zum 24. Juli nächsten Jahres und wird mit 98,79% gepreist. Nächster Zinstermin ist der 27. Juli. Per Verfall rentiert das Papier effektiv mit knapp 4,3%.

Fazit: Das Pfund ist in diesem Umfeld recht stabil. Die Zinsdifferenz ist attraktiv. Auf Zweijahressicht liegen Gilts bei knapp 4,1%, doppelt so viel wie die deutsche Benchmark. Selbst wenn der BoE die Zinsen weiter senkt, bleibt der Zinsabstand verlockend. Das zieht Kapital an und treibt das Pfund.

Neueste Artikel
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 15: Rendite, Risiko und Handel

Warum Kapitalstärke alleine nicht reicht

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Kalenderwoche 15 offenbart im Performance‑Projekt 9 (Stiftungsportfolio) ein klares Bild. Große Vermögen treffen auf moderate Märkte, das Benchmarkdepot setzt den Takt. Während die Portfolios reagieren, zeigt sich deutlich, was in diesem Projekt trägt: weniger Aktion, mehr Struktur. Wer genau hinschaut, erkennt, warum sich manche Strategien behaupten – und andere bewusst zurücknehmen.
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 15: Performance, Gewinner und Verlierer

Markt, Fonds, Benchmark – Lektionen aus Projekt 8

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Kalenderwoche 15 war im Performance‑Projekt 8 (vermögensverwaltende Fonds) eine Woche ohne jede Handelsaktivität. Kein Fondswechsel, keine taktischen Manöver, keine Eingriffe. Und doch entstand ein klares Bild. Das Benchmarkdepot setzte den Maßstab, die Fondsportfolios reagierten unterschiedlich. Wer genau hinsieht, erkennt: Gerade im Fondsprojekt zeigt sich, wie viel Struktur, Ausrichtung und Historie wirklich bedeuten.
  • Wochenbericht zu Projekt VII: Bewegung, Mut und Momentum im Private Banking

Struktur schlägt Aktion – Lektionen aus Projekt 7

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Kalenderwoche 15 im Performance‑Projekt 7 (Private Banking Depot) war keine Woche der lauten Entscheidungen, sondern der leisen Wirkungen. Das Benchmarkdepot blieb passiv, nur wenige Vermögensverwalter handelten aktiv – und dennoch entstand eine klare Rangordnung. Wer genauer hinsieht, erkennt: Diese Woche erzählt viel darüber, wie Struktur, Markt und Risiko zusammenspielen, wenn Aktion zur Nebensache wird.
Zum Seitenanfang