Neben der US-Notenbank haben auch die Bank of Canada (BoC) und die Bank of England (BoE) Zinsentscheidungen getroffen. Beide Notenbanken haben geldpolitische Weichen gestellt. Die haben Auswirkungen auf Währungen, Anleihen und Aktienmärkte und eröffnen Investoren unterschiedliche Chancen.
Bank of Canada: Erste Zinssenkung mit Signalwirkung
Die Bank of Canada (BoC) hat ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,50 % gesenkt. Damit reagiert sie auf schwächere Konjunkturdaten und eine abnehmende Inflationsdynamik. Die Maßnahme markiert einen geldpolitischen Richtungswechsel, da die Notenbank zuvor lange auf einem restriktiven Kurs gefahren ist. Jetzt zieht die BoC der US-Notenbank hinterher.
Die Zinssenkung schwächt kurzfristig den CAD. Denn die Zinsdifferenz zu anderen Währungen sinkt. Der US-Dollar ist davon allerdings nicht betroffen. Mittelfristig bleibt der kanadische Dollar jedoch stark von Rohstoffpreisen – insbesondere Öl – abhängig. Wir halten die Währung grundsätzlich auch weiterhin für eine gute Diversifikations-Währung.
Anlagechancen in Kanada
Wir gehen davon aus, dass die BoC auch künftig versuchen wird, der US-Notenbank zu folgen. Anleger haben aufgrund der neuen geldpolitischen Richtung unterschiedliche Anlagemöglichkeiten. Staats- und Unternehmensanleihen dürften bei sinkenden Leitzinsen aussichtsreich sein.
Interessant ist auch der Aktienmarkt. Vor allem zinssensitive Sektoren wie Immobilien (REITs, z. B. Canadian Apartment Properties REIT, ISIN CA 134 921 105 4) oder Konsumkredit-Anbieter dürften profitieren (z. B. Bank of Montreal, ISIN CA 063 671 101 6). Auch Rohstofftitel bleiben ein Absicherungsinstrument gegen einen fallenden CAD. Taktisch sind auch direkte Währungsstrategien möglich. Anleger können auf einen fallenden CAD setzen.
Bank of England: On hold
Die Bank of England (BoE) hat den Leitzins bei 4,00% belassen und zugleich die Geschwindigkeit beim Abbau ihrer Staatsanleihen (Quantitative Tightening) reduziert. Der Grund: Die Inflation liegt deutlich über dem Ziel von 2%, eine schnelle Lockerung ist trotz der konjunkturellen Probleme damit nicht zu erwarten.
Die Entscheidung dürfte das Pfund in Bewegung versetzen. Insbesondere in Relation zum US-Dollar ist die erste Bewegung auffällig. Obwohl die US-Notenbank die Zinsen gesenkt hat, ist der Greenback gegenüber dem Pfund kräftig angesprungen. Offenbar spekulieren die Forex-Händler darauf, dass die US-Konjunktur agil reagieren wird, während UK weiter träge ist. Der Dollar dürfte weiteres Aufwertungspotenzial gegenüber dem GBP haben.