CNY kommt in Bewegung
Der Chinesische Yuan kommt in Schwung. Gegen den US-Dollar fällt CNY, gegen den Euro steigt der Yuan kräftig an. Hier scheinen sich globale Umschichtungen zu zeigen, die den absehbaren Zoll-Entwicklungen unter einer neuen Regierung Trump in den USA vorgreifen.
Der Chinesische Yuan startet gerade durch. Gegen den Euro ist die Währung steil nach oben gesprungen und inzwischen auf 7,62 geklettert. Der CNY hat damit den Widerstand bei 7,68 EU|CNY nun deutlich überwunden und öffnet sich auch charttechnisch erhebliches Aufwertungspotenzial. Der nächste kleine Widerstand liegt bei 7,55 EUR|CNY. Wird auch diese Hürde überwunden, kommt der Bereich um 7,33 EUR|CNY in den Blick.
Der Anstieg und Ausbruch des CNY ist vor allem vor dem Hintergrund des Trump-Sieges in den USA überraschend. Denn der neue US-Präsident hat schon neue Zölle angekündigt. Die werden sich gegen die EU, insbesondere aber gegen China richten. Die Märkte scheinen das Risiko negativer Einflüsse auf das Reich der Mitte aber als relativ gering einzuschätzen.
Trump wird Zölle gegen China erheben
Trump hat damit gedroht, die Zölle auf chinesische Waren auf 60 % oder mehr anzuheben. Während der ersten Amtszeit von Trump deckten die Trump-Zölle 66 % der chinesischen Exporte in die USA ab, wobei der US-Importzollsatz für chinesische Produkte nach Angaben des Peterson Institute for International Economics (PIIE) von durchschnittlich 3,1 % Anfang 2018 auf 19,3 % im Jahr 2020 stieg.
Ein Zollsatz von 60% würde die chinesischen Exporte in die USA drastisch reduzieren. Selbst wenn Trump aufgrund der Lobbyarbeit von US-Unternehmen und Interessengruppen Zölle unter 60% verhängen würde und die Zolldrohung als Verhandlungstaktik für ein neues Handelsabkommen einsetzt, werden die Zollmauern damit weiter hochgezogen, so die Commerzbank.
Neue Konjunkturmaßnahmen in China absehbar
Es ist zu erwarten, dass China Gegenmaßnahmen ergreifen wird. Das dürften vor allem ebenfalls Zölle und Importbeschränkungen für US-Produkte nach China der Fall sein. Ein Ziel Chinas könnte der Soja-Markt sein. Das Reich der Mitte nimmt immerhin fast 50% der US-Soja-Produktion ab. Zudem wächst in China der Druck, weitere Maßnahmen zu ergreifen, die die Konjunktur stützen. Denn die chinesischen Exporte, die sich nach neuen Zöllen global neu organisieren und stärker nach Europa umgelenkt werden, sind ein wesentlicher Wachstumstreiber. Wird der ausgebremst, wird Peking dem etwas auf Seiten der Binnenwirtschaft entgegensetzen müssen.
Fazit: Der paradoxe Effekt neuer US-Zölle gegen China könnte sein, dass Peking den Binnenmarkt mit erheblichen Maßnahmen stützen wird. Das scheinen die Forex-Märkte im Yuan-Anstieg gegenüber dem Euro vorweg zu nehmen. Gegen den US-Dollar fällt CNY.