Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2027
Der schwierige Partner China

Der Aussi im Spannungsfeld

Australien im Spannungsfeld. Copyright: Pexels
Australien wird vom Aufschwung Asiens gezogen, der vor allem von China ausgeht. Davon profitieren auch die Finanzmärkte "Down Under". Die werden aktuell allerdings durch den Konflikt mit China gebremst.

Der Australische Dollar steht an einer wichtigen Schwelle. Nach dem heftigen Einbruch während der ersten Pandemiewelle bis auf 1,85 EUR|AUD hat er inzwischen wieder den Stand von vor einem Jahr erreicht (1,61 EUR|AUD). Hier liegt allerdings eine technisch schwere Bodenplatte.

Die australische Wirtschaft ist im 3. Quartal mit einem Zuwachs von 3,3% gegenüber dem Vorquartal stärker gewachsen als erwartet. Die pandemiebedingte Rezession mit dem Einbruch um 7,0% im 2. Quartal wurde damit überwunden. Hilfreich dürfte auch ein positiver Terms-of-Trade-Effekt gewesen sein.

Der starke Aussie konterkariert die Geldpolitik

Dieser positive Impuls wurde durch die massive Ausweitung der staatlichen Stimulierungsmaßnahmen und Zinssenkungen unterstützt. Das brachte vor allem einen Anstieg des Verbrauchs der Haushalte um 7,9% zum Vorquartal. Es ist der höchste Anstieg seit 60 Jahren. Australien profitiert dabei offenbar vor dem soliden Aufschwung Chinas. Der zieht ganz Asien mit und macht sich im australischen Rohstoffgeschäft positiv bemerkbar.

Dieser Schub strahlt auch auf die australischen Finanzmärkte aus. Die Aktienkurse erholten sich gemessen am ASX-Index fühlbar nach dem Corona-bedingten Einbruch von Ende März mit einem Plus von über 50%. Der AUD legte im gleichen Zeitraum noch einmal um rund 17% zu.

Die Notenbank will gegenhalten

Das allerdings ist den Währungshütern ein Dorn im Auge. Die monetäre Straffung vom Devisenmarkt her konterkariert ihre Bemühungen, den Folgen der Corona-Krise durch eine expansive Politik zu begegnen. Sie haben dazu den Leitzins auf 0,1% gesenkt und ein Ankaufprogramm für Anleihen gestartet.

Notenbankchef Philip Lowe stellte mehrfach klar, dass die Lockerung weiter getrieben wird, falls die Erholung in Gefahr geraten sollte. Das könnte der schwelende Konflikt mit dem wichtigsten Handelspartner China bewirken. Auslöser war die Forderung Australiens, die Ursprünge der Covid19-Pandemie in Wuhan zu untersuchen.

Der Streit mit China hat sich verschärft

China hat seitdem eine Reihe von Strafzöllen auf australische Agrargüter wegen angeblichem Dumpings eingeführt. Dagegen klagen die Australien vor der Welthandelsorganisation WTO. Zudem mehren sich trotz fehlender offizieller Bestätigung aus Peking die Anzeichen, dass China australische Kraftwerkskohle faktisch boykottiert.

Damit begibt sich China allerdings auf ein Minenfeld. Zwar lässt sich die qualitativ mindere Kraftwerkskohle zur Verstromung relativ leicht durch Importe aus Südafrika oder Russland ersetzen. Für die von Australien an die chinesischen Stahlkocher gelieferte Kokskohle ist dagegen nur schwer Ersatz zu beschaffen. Ebenso für das australische Eisenerz. Zudem könnten die Australier schon allein ein günstigere Belieferung der regionalen Konkurrenz (Japan, Indien, Südkorea) den chinesischen Stahlkochern fühlbare Schmerzen bereiten. Diese Gegendrohungen sprechen (rationales Handeln auf beiden Seiten vorausgesetzt) für eine Deeskalation. 

Fazit: Solange das Risiko dieses Konfliktes überschaubar bleibt, ist Australien ein interessantes Anlageziel. Für den AUD sehen wir aber bis auf Weiteres wenig Potenzial. Die Anleihen sind aufgrund der Zinssituation unattraktiv. Wer mehr Risiken eingehen will, kann zu einem Zertifikat greifen.

Empfehlung: Das endlos laufende UBS Hebelzertifikat mit einem Knockout bei 1,965 AUD/Euro (DE000UD4RF80) scheint uns interessant. Alternativ kommt der ETF von State Street auf den breiten Index ASX 200 Index SPDR S&P/ASX 200 (AU000000OZR5) in Frage

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • OLG-Entscheidung: Unverbindliche E-Mail-Anfragen führen nicht zu Buchungsverträgen

Dienstreise: Anfrage ist noch kein Vertrag

Eine Zimmeranfrage per E-Mail stellt noch keinen verbindlichen Beherbergungsvertrag dar. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt/M entschieden.
  • CDU in der selbstgewählten politischen Isolation

Gefesselt auf der Brandmauer

Die CDU steckt in der strategischen Sackgasse fest. Trotz Wahlerfolg in Baden-Württemberg fehlt der Union ein politisches Druckmittel, da sie jede Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt. Diesen selbstmörderischen Kurs wird die Union mit Merz nicht mehr lange aushalten, meint FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Stefan Ziermann.
  • Fuchs plus
  • Rohstoff-Sicherung: Wettbewerbsverzerrung in Europa

Lithium-Wettlauf in Europa

Die Europäische Union fördert die Produktion kritischer Rohstoffe, um unabhängiger von Importen zu werden. Im Erzgebirge könnte schon 2030 der Abbau von Lithium anlaufen. Doch die Länder in Europa gehen strategisch sehr unterschiedlich vor. Das führt zu einem stark verzerrten Wettbewerb um die Rohstoff-Sicherung in Europa.
Zum Seitenanfang