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Zinsen signalisieren Rezessionsgefahr

Der Dollar ist erst mal ausgereizt

Die Zinsstruktur in den USA signalisiert Gefahr. Wenn die Zinsen am langen Ende die am kurzen Ende kaum übertreffen oder gar niedriger liegen, war das in den USA stets der Vorbote einer Rezession. Ein gewichtiges Argument modifiziert diesmal diese Perspektive.

Die US-Zinsstruktur ist sehr flach geworden. Aktuell beträgt der Abstand zwischen den Sätzen der 2 und 10 Jahre laufenden T-Bonds gerade noch 21 Basispunkte. Das weckt Besorgnisse. Denn eine inverse Zinsstruktur, bei der die Sätze der kurzen Laufzeiten höher sind als die der langen Laufzeiten, hat sich in den letzten knapp 40 Jahren für die USA als zuverlässiger Indikator für kommende Rezessionen erwiesen. Der Vorlauf beträgt etwa 6 Quartale, wie aus einem aktuellen Papier der HSH-Nordbank zu ersehen ist.

Hinter der aktuellen Kompression der Zinsstruktur stehen die Zinserhöhungen durch die Notenbank Fed. Sie schleust die kurzen Laufzeiten zügig nach oben, während der Auftrieb am „langen Ende" des Marktes durch die Nachwirkungen der Ankaufprogramme („QE") gebremst wird. Zudem wird das US-Wachstum 2019 schwächer werden. Denn die Steuersenkungen für die kleinen und mittleren Einkommen werden schon im nächsten Jahr auslaufen. Das wird die Konsumnachfrage schwächen.

Unterm Strich bleibt, dass der aktuelle US-Zyklus seinen Zenit erreicht hat. Aus den aktuellen Zinstrends kann kein Potenzial mehr für den Dollar abgeleitet werden (FD 10.8.). Zudem ist der Greenback auf Kaufkraftbasis schon um mehr als 10% zum Euro überbewertet. Weitere Gewinne des Greenback sind nur mit klaren, für den Dollar positiven (oder Euro-negativen) Überraschungen denkbar.

Fazit: Kurzlaufende Dollar-Anlagen sind wegen des Zinsvorsprungs auf dem aktuellen Niveau attraktiv. Man sollte aber vorerst nicht mehr mit nennenswerten Wechselkursgewinnen kalkulieren.

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