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FUCHS-Prognose im Oktober 2019

Der Euro ist gegen etliche Währungen schwach

Der Euro ist zu etlichen Währungen schwach. Copyright: Pixabay
Der überraschende Rücktritt von Sabine Lautenschläger aus dem EZB-Rat fügt sich ein in eine ganze Reihe von Puzzleteilen, die allesamt den Euro schwächen. Die Gemeinschaftswährung schaltet in den Rückwärtsgang — selbst gegenüber der Türkischen Lira. Eine andere Währung erhält dafür — angestoßen von der Politik — Rückenwind.

Der Euro testet erneut seine Unterstützung bei 1,09 EUR/USD. Der Blick auf die anderen Währungspaare zeigt aber auch: Die Gemeinschaftswährung ist gegen etliche Währungen schwach. Sowohl gegen den Franken, als auch gegen den Yen und auch gegen das Pfund hat der Euro im Herbst 2019 in den Rückwärtsgang geschaltet. Nicht einmal gegen die Türkische Lira kann die Gemeinschaftswährung ihr aktuelles Niveau halten.

Der überraschende Rücktritt des deutschen EZB-Ratsmitgliedes Sabine Lautenschläger ist dabei ein Puzzleteil. Die ehemalige Bundesbank-Vizepräsidentin hat mehr als zwei Jahre vor Ende ihres achtjährigen Vertrages (bis Januar 2022) zum 31. Oktober ihren Rücktritt erklärt. Die Kritikerin der milliardenschweren Anleihenkaufprogramme hatte auch zuletzt gegen eine Wiederaufnahme der umstrittenen Maßnahme gestimmt. Sie verabschiedete sich nun aus dem EZB-Rat mit der Kritik, dass sie das „System Drahgi", der keinen Konsens im Rat suche, inzwischen „zermürbt" habe. Außerdem sei unter Christine Lagarde keine Besserung in Sicht.

Anhaltende Euro-Schwäche

Die EZB-Personalie weist die Richtung für den Euro. Denn mit Lautenschläger verliert die Zentralbank eine Stabilitätswächterin. Insofern steigt die Wahrscheinlichkeit noch einmal, dass die europäischen Geldhüter auch in den nächsten Jahren eine ultralockere Geldpolitik mit weiteren unkonventionellen Maßnahmen umsetzen werden. In welche Richtung es dabei gehen kann – bis hin zu Aktienkäufen – darauf gehen wir im Buch »Anlagechancen 2020« ausführlich ein (Ordern Sie das Buch bis zum 14.10. zum vergünstigten Vorbestellerpreis von 44,95 Euro unter www.fuchsbriefe.de/gab2020).

In diesem Umfeld bleiben vor allem der Franken und der Yen stark. Beide Währungen gelten als sichere Häfen. Die Währung der Eidgenossen wird insbesondere von europäischen und deutschen Vermögenden bevorzugt. Allerdings hat sie einen starken Versicherungs-Charakter. Die Strafzinsen – je nach Bank zwischen -0,6% und -0,75% – sind die Versicherungsprämie.

Das Pfund mit Rückenwind

Das Pfund wird kurzfristig Rückenwind haben. Denn der harte Brexit komplett ohne Vertrag ist vom Tisch. Daher dürften diese Befürchtungen allmählich aus dem Kurs ausgepreist werden. Die aktuelle politische Meldung untermauert somit unsere Pfund-Prognose – wir engen das Band am unteren Ende ein.

Auf der Zinsseite werden die Konjunkturverlangsamung und die Aussicht auf lange Zeit niedrige (Europa) und sinkende Zinsen (USA) eingearbeitet. Die Renditen in der Eurozone stehen unter Druck, insbesondere die von sichereren Ländern. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe ist auf -0,60% abgerutscht. Die 30-Jährige wirft -0,14% ab. Für italienische Papiere gibt es bei 10 Jahren immerhin noch 0,86%. Damit ist das politische Risiko aber längst nicht angemessen bezahlt. Zwar ist nicht mit einem Ausfall Italiens zu rechnen; das Risiko von Kursverlusten ist aber grundsätzlich hoch. Übrigens: In Japan wirft die 30-jährige Anleihe eine Rendite von 0,34% ab. In Kombination mit der Aufwertungsperspektive des Yen eine spannende Kombination.

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FUCHS DEVISEN Wechselkurs- und Zinsprognose auf 12 Monate

Kurs Vorjahr

Kurs aktuell

4. Quartal 2019

1. Quartal 2020

2. Quartal 2020

3. Quartal 2020

Hinweis: Diese Tabelle gibt die Meinung der Redaktion zur Zins- und Wechselkursentwicklung wichtiger Währungen wieder. Sie dient ausschließlich zur Orientierung und ist nicht als Handlungsaufforderung zu sehen. Insbesondere Wechselkursprognosen unterliegen einer hohen Unsicherheit. Alle Angaben ohne Gewähr.

USD

1,16

1,10

1,08 – 1,12

1,10 - 1,15

1,10 – 1,15

1,12 – 1,17

CHF

1,13

1,09

1,07 – 1,12

1,08 – 1,10

1,05 – 1,10

1,07 – 1,11

GBP

0,90

0,91

0,92 – 0,95

0,90 – 0,95

0,89 – 0,93

0,88 – 0,95

JPY

130,00

118

115 -120

110 - 118

110 - 118

110 - 115

3-Monats Geld

-0,59

-0,72

-0,50 – - 0,75

-0,70 – -0,50

-0,70 – -0,50

-0,70 – -0,50

10-Jährige Bund

-0,35

-0,70

-0,75 – -0,60

-0,75 – -0,60

-0,80 – -0,50

-0,80 – -0,40

$

JPY

111,00

107

100 -107

100 - 107

105 - 110

110 - 120

3-Monats Geld

2,15

1,99

1,50 –1,75

1,70 – 2,05

1,75 – 2,00

1,75 – 2,20

10-Jährige Treasuries

2,10

1,51

1,40 – 1,80

1,20 – 1,60

1,20 – 1,50

1,50 – 2,00

Fazit: Wir behalten wir unsere Prognosen unverändert bei. Die Märkte vollziehen nach, was wir vor vier Wochen schon erwartet haben.

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