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Bankvolkswirte sehen den Yen im freien Fall

Der Euro muss starke Belastungen schultern

Zinssenkungszyklus und Ausgang der Frankreichwahl – diese Faktoren belasten die Erwartungen für den Eurokurs derzeit stark. Doch gemessen daran halten sich die erwarteten Wechselkursabwertungen überraschend in Grenzen.

Der Euro wird zum Dollar schwächer, zum Yen stärker, die Zinserwartungen sind im Quartalsverlauf auf breiter Front gestiegen. Und das sowohl auf Sicht von 3 wie auf 12 Monate. Bis auf eine Ausnahme: der Drei-Monatszins im Euroraum: Hier sind die Erwartungen von 3,68% im Median auf jetzt 3,40% heruntergekommen. Obwohl die Volkswirte die Erwartungen für die Zinsen im Yen deutlich angehoben haben – für 10-jährige Anleihen im Yen von 0,78% auf 1,05% auf 3 Monate und von 1,0% auf 1,25% auf Sicht von 12 Monate – sind die Wechselkurserwartungen für den Yen kräftig gesunken: von 158 zum Euro auf 167 auf 3 Monate und von 155 auf 165 auf Sicht von 12 Monaten (alles Medianwerte über 6 Banken).

Am stärksten sieht den Euro die ING (1,10 auf 3 und auf 12 Monate), am schwächsten die Commerzbank (1,04 auf 3 und auf 12 Monate). Die ING hat auch den größten Optimismus für den Yen (145 bzw. 140 zum Euro), während Pictet für den Yen Rot sieht und die japanische Währung auf 163 zum Euro auf 3 Monate bzw. 176 zum Euro auf 12 Monate taxt.

Weitere Abwertungen beim Yen wahrscheinlich

Perspektivisch sind weitere Abwertungen von Euro und Yen möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich. Der Yen befinde sich in einem strukturellen Abwärtstrend, betont insbesondere Pictet, den die Bank von Japan zwar nicht stoppen wolle, jedoch in geordnete Bahnen lenken. Solche geordneten Abwertungen gehören schon lange zur japanischen Notenbankstrategie, nicht zuletzt, um das mit Exportwirtschaft des Landes zu stimulieren.

Für den Euro sieht Berenberg den Wahlausgang in Frankreich als entscheidend an. Ein erneuter klarer Erfolg des RN würde die die Angst vor einer Finanzkrise in der zweitgrößten Volkswirtschaft des Euroraums schüren. Laut Pictet könnte der Haushalt Frankreichs dann schnell aus dem Ruder laufen. Daher dürfte dann die Gemeinschaftswährung deutlich an Boden verlieren. Im Falle einer weiteren Eskalation des Nahostkonflikts werde der US-Dollar in seiner Funktion als sicherer Hafen sehr wahrscheinlich an Stärke gewinnen.

Zinssenkungen erwartet – außer beim Yen

Alle Banken erwarten, dass die Fed erst im Dezember 2024 mit Zinssenkungen beginnt, begründet durch die langsame Abkühlung der Konjunktur und sinkende Inflationsraten. Gemeinschaftlich erwartet wird auch ein Zinssenkungszyklus durch die EZB. Hier variieren die spezifischen Zeitpunkte leicht. Die Commerzbank erwartet spezifische Zeitpunkte für Zinssenkungen im September und Dezember 2024 sowie im März 2025. Konsens herrscht auch über die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die BoJ zur Stabilisierung des Yen.

Fazit: Insgesamt bestätigt sich erneut die starke Position sowohl der US-Volkswirtschaft als auch des US-Dollar im Vergleich zu den beiden konkurrierenden Währungsräumen Euro und Yen.
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