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Schwellenländer-Währungen unter der Lupe

Der faire Wert der Lira

Geldscheine verschiedener Schwellenländer-Währungen. (c) B. Wylezich/Fotolia
What goes up must come down – und umgekehrt. Daher lohnt es sich immer wieder, einen Blick auf über- und unterbewertete Schwellenländer-Währungen zu werfen. Das Institute of International Finance tut dies seit 2018 regelmäßig. Wo ergeben sich daraus Chancen, in welchen Schwellenländern liegen große Risiken?

Türkische Lira, Brasilianischer Real, Taiwan-Dollar und Russischer Rubel haben das größte Potenzial nach oben (in der genannten Reihenfolge). Umgekehrtes gilt für Argentinischen Peso, die Indische Rupie, das Ägyptische Pfund, Pakistans Rupie, den Südafrikanischen Rand, Kolumbiens und Mexikos Landeswährung Peso. Deren Landeswährungen sind gemessen am „fairen Wert“ deutlich überwertet.

Für langfristig ausgerichtete Anleger kann sich dieses Wissen lohnen. Es lässt zumindest eine relative Einschätzung zu, welche Währungen mehr, welche eher weniger gegenüber den „Dickfischen“ auf den Währungsmärkten, Dollar, Euro, Yen, fallen dürften.

Leistungsbilanz ist das Kernelement des Bewertungsmodells

Das Institute of International Finance hat dazu ein Modell entwickelt, das seit 2018 regelmäßig den „fairen Wert“ der meisten EMMA-Währungen aufzeigt. Zunächst einmal haben alle Schwellenländerwährungen seit Jahren deutliche Abwertungen hinnehmen müssen. Dies liegt an ihrer meist negativen Leistungsbilanz, Kernelement des IIF-Modells. Bereinigt um Wechselkursbewegungen und konjunkturelle Faktoren, die das Institut dann mit einer Gleichgewichtsnorm für den Spar-Investitions-Saldo vergleicht, zeigen sich die Ergebnisse.

Für Ägypten ergibt sich daraus ein Leistungsbilanz-Abwärtspotenzial von -3,8% des BIP im Jahr 2022. Für die Türkei dagegen zeigt sich ein Leistungsbilanz-Aufwärtspotenzial von +9,9%. Denn die reale effektive Aufwertung des ägyptischen Pfunds belastet nach Einschätzung des IIF die zugrunde liegenden Leistungsbilanz; die massive Abwertung der Lira hebt die Prognose für die Leistungsbilanz in der Türkei erheblich an. Beides sind kommunizierende Röhren.

Fazit: Aus dem Modell lassen sich keine kurzfristigen Spekulationsgelegenheiten ableiten. Politische Entscheidungen, wie die des türkischen Präsidenten, können eine Währung weiter in die Unterbewertung treiben. Aber es ist ein gutes Modell für die Trends.
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