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Chinas Tor zur Welt ist geschlossen

Der Lockdown wirft Hongkong weit zurück

Der Lockdown wirft Hongkong weit zurück. Copyright: Pexels
Seit 1997 ist Hongkong kein britisches Protektorat mehr, sondern gehört wieder zu China. Peking hält sich aber nicht an die Vereinbarungen, dem "verwestlichten" Hongkong die versprochenen Freiheiten zu lassen. Das hat den Finanzplatz bereits empfindlich getroffen. Nun stellt sich ein neues Problem als noch größeres heraus.
Für den Finanzplatz Hongkong entwickeln sich die strikten Covid-Reisebeschränkungen und die nur langsam anlaufende Impfkampagne zu einem erheblichen Problem. Akteure vor Ort sehen die Auswirkungen als gravierender an als zwei Jahre anhaltender politischer und sozialer Unruhen. Zwar ist auch das Sicherheitsgesetz, das Kritik an Peking unter Strafe stellt, eine potenzielle Gefahr für den Finanzplatz. Doch Banker in Hongkong sehen den de facto Lockdown des Territoriums als eine deutlich größere Gefahr für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Hongkongs an.

Der Finanzdienstleistungsbereich Hongkongs genoss bislang einen herausragenden Status. Der Sektor trägt im Jahr mehr als ein Fünftel zum BIP des Territoriums bei. Rund 70 der 100 größten Banken in der Welt sind in der chinesischen Stadt vertreten. Sie blieben bislang unberührt von dem zunehmend eisernen Griff Pekings.

Angeschlagener Ruf weiter untergraben

Die Corona-Krise aber hat Hongkong inzwischen fest im Griff. Und sie droht den schon angeschlagenen Ruf Hongkongs als globales Finanzzentrum weiter zu schädigen. Das enttäuschende Impfprogramm der Regierung und strikte Quarantänebedingungen für Einreisende haben den internationalen Reiseverkehr nahezu lahmgelegt. Nur 17% aller Erwachsenen sind bislang geimpft.

Weniger als fünf Prozent aller Menschen im Alter über 70 Jahre sind bereit, sich impfen zu lassen. Im Vergleich zu Singapur oder London ist das nur die Hälfte dieser vom Virus besonders gefährdeten Altersgruppe. Das mangelnde Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung hat jegliche Hoffnung auf eine Öffnung des internationalen Reiseverkehrs in diesem Jahr und weit ins nächste Jahr vernichtet.

"Closed" – in Hongkong geht fast nichts mehr

Vertreter der Finanzwirtschaft befürchten, dass Hongkong hinter seinen europäischen und amerikanischen Konkurrenten ins Hintertreffen geraten könnte. „Wir signalisieren mit den strikten Beschränkungen, dass Hongkong derzeit für Geschäfte geschlossen ist“, meint ein amerikanischer Banker in Hongkong zu FUCHSBRIEFE. Die so genannte quarantänefreie Reiseblase zwischen Hongkong und Singapur wurde erst vor Kurzem erneut auf unbestimmte Zeit verschoben.

Für Reisende aus dem Ausland sind die Grenzen zu. Die kürzlich von der Regierung in Hongkong beschlossenen Ausnahmen für Geschäftsreisende, insbesondere Banker, werden als unzureichend bewertet. So dürfen zwei hochrangige Führungskräfte von Banken oder Versicherungsgesellschaften pro Monat eine Ausnahme von der Quarantänepflicht beantragen. Die Voraussetzung ist auch hier eine vollständige Covid-19-Impfung der Antragsteller.

Fazit: Gegenüber Singapur fällt Hongkong immer weiter zurück. Für den Moment ist der Lockdown eine einschneidende Erfahrung für ein Business das 24/7 läuft. Auf Dauer ist der kaum kalkulierbare Zugriff Pekings die Entwicklungsbremse.

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