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Bolsonaro ohne Rückhalt

Der Real schmiert ab

Der Brasillianische Real schmiert ab. Der anfänglich gefeierte Präsident Bolsonaro demontiert sich selbt. Er kann seine Wahlversprechen nicht einlösen.

Der Real verlor in den letzten drei Monaten rund 27% an Wert. Aktueller Kurs zum Euro: 6,28. Damit war der Real eine schwächsten Währungen unter den wichtigen „local currencies“. Verantwortlich dafür ist zu einem Gutteil der Präsident. Der von den Finanzmärkten bei seiner Wahl gefeierte Jair Bolsonaro baute seine erfolgreiche Kampagne letztlich auf zwei Wahlversprechen: Die Korruption sollte ausgemerzt und die seit dem Ende der Ära Rousseff in die Rezession gerutschte Wirtschaft sollte wieder auf Trab gebracht werden. Beides ist völlig misslungen.

Es gelang Bolsonaro zwar, die dringend benötigte Reform des Pensionssystems durchs Parlament zu bringen. Und das, obwohl er über keine eigene Mehrheit im Parlament verfügt. Diese Reform zielt auf die Konsolidierung der Staatsfinanzen, deren Zerrüttung Brasiliens Rating vom Investmentgrade in den spekulativen Bereich fallen ließ.

Es fehlt der Aufschwung

Das allein macht aber noch keinen Aufschwung. Dem stand zunächst das internationale Umfeld entgegen. Der von den USA losgetretene Handelskonflikt mit China bremste den für Brasilien wichtigen Export aus. Zudem kam Brasiliens wichtigster lokaler Handelspartner, Argentinien, auch unter dem liberalen Reformer Mauricio Macri nicht aus der seit Kirchner-Ära herrschenden Krise heraus.

Zur mangelnden Unterstützung von außen kommen die eigenen Probleme. Bolsonaro hat sich bislang völlig unfähig gezeigt, mit der Corona-Epidemie umzugehen. Brasilien wurde daher zum neuen Epizentrum der Seuche mit horrender Sterblichkeit. Das behindert eine wirtschaftliche Erholung zumindest. Damit hat Bolsonaro an Rückhalt verloren.

Ist der Ruf erst ruiniert, …

Darüber hinaus ist auch sein Ruf als Korruptionsbekämpfer verflogen. Offenbar missbrauchte er sein Amt um die Ermittlungsverfahren gegen seine beiden Söhne unter anderem wegen der Beteiligung an der Ermordung einer Oppositionspolitikerin auszubremsen. Sein bisheriger Verbündeter und Justizminister Sergio Moro trat daraufhin zurück. Moro wurde zum Volkshelden durch seine Ermittlungen im Skandal um die illegale Parteienfinanzierungen, der ex-Präsident Lula da Silva ins Gefängnis und dessen Nachfolgerin Dilma Rousseff um ihr Amt brachte. Nun droht auch Bolsonaro die Amtsenthebung. 

Fazit: Die Regierung Bolsonaro wird sich kaum mehr erholen können, es fehlt die Hausmacht im Parlament. Daher ist mit eine grundlegenden Besserung nicht zu rechnen.

Empfehlung: Den Real meiden und verkaufen.

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