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Japan – Japanischer Yen

Die Produzentenstimmung verbessert sich

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Stanislav Kogiku
Entweder sie schafft den Bondmarkt ab oder sie lässt ihm freien Lauf. Mit fortschreitender Normalisierung ihrer Politik plant die Bank of Japan (BOJ) weiter zu kürzen Staatsanleihenkäufe. Die Zurückhaltung bei Auktionen spricht für anziehende Zinsen. Mit globalen Konsequenzen. Die Zollpolitik dürfte sich dagegen als Kleinigkeit entpuppen. Sollte sich das konjunkturelle Bild in Japan noch aufhellen, erhöht sich der Druck auf die Notenbank. Dem Yen würde das Flügel verleihen.

Der Reuters Tankan, eine Stimmungsumfrage unter den großen Produzenten in Japan, verbesserte sich für den Monat Juli von 6 auf 7 Punkten. Gerade die auch von der Zollpolitik betroffenen Halbleiterhersteller, Elektronische Maschinen und Chemie schoben den Index an. Die nahe Zukunft sehen die Hersteller positiv und antizipieren für Oktober eine weitere Verbesserung auf 8 Zählern. Die Zollpolitik drückte auf das Sentiment im Autosektor.

Weitere Stimmungsbarometer in Japan zeigen grünes Licht. So auch die Umfrage der BOJ, die für das zweite Quartal eine Verbesserung von 12 auf 13 Punkten bei großen Herstellern maß und damit über den erwarteten 10 lag. Auch die Dienstleister sehen ihre Lage im Juni mit 51,7 nach 51 im Mai verbessert. Das dritte Expansionsmonat wurde von anziehenden Aufträgen, einem Anstieg der Exporte und Neueinstellungen geprägt.

Preise steigen weiter

Für die Preisentwicklung gemäß der Erhebung dürften die anziehenden Outputpreise der Serviceanbieter in den vergangenen 14 Monaten von großer Bedeutung sein. Ob die BOJ ihre Zinszurückhaltung fortsetzt darf getrost bezweifelt werden.

Druck auf Arbeitsmarkt wächst

Die Neueinstellungen und gestiegenen Preise erhöhen den Druck auf die Arbeitskräftenachfrage und auf Löhne und Gehälter. Die Arbeitslosenrate für Mai verblieb bei 2,5%, wobei die Anzahl der Arbeitslosen mit 1,72 Mio. auf ein Dreimonatstief fiel und die Beschäftigten mit 68,37 Mio. einen neuen Rekord markierten. Die Erwerbsbeteiligungsquote markierte mit 64% den höchsten Stand seit 1998.

BOJ hält still

In ihrer Juni-Sitzung behielt die Notenbank den Leitzins, wie erwartet, bei 0,5%. Mit den Wachstumsrisiken aus Geopolitik und Zollstreit im Blick war die Entscheidung einstimmig. Zum 31. Juli könnte sich das Bild ändern, steigen die Preisrisiken im Land der aufgehenden Sonne.

Paradebeispiel Stagflation

In Anbetracht der abkühlenden Konjunktur wären niedrigere Finanzierungskosten durchaus Rückenwind. Allerdings zeigen gerade die Renditen länger laufender Staatsanleihen einen klaren Aufwärtstrend. Die 10-jährige steht bei knapp 1,58% und stößt auf neue Dekadenhochs vor. Die desolate Schuldenlage Japans lässt keine steigenden Zinsen zu, was jedoch Marktteilnehmer fordern und mit Zurückhaltung bei Auktionen agieren.

Fazit: Um über den Bondmarkt zu finanzieren, werden Zinsen weiter steigen. Das lockt inländisches Sparergeld ins Land zurück, das Rendite im Ausland suchte. Die Nachfrage nach Yen steigt und das Angebot beliebter Carry-Trade-Counterparts, wie den Dollar ebenso. Die Yen-Schwäche der letzten Wochen sehen wir temporär. Sollte sich die Konjunktur beleben, schiebt dies auch den Yen an.

Empfehlung: Wir bekräftigen unsere Yen-Einschätzung und empfehlen für Risikobereite den Vontobel-Warrant WKN VG9TG4.

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