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Währungen

Die Region Pazifik/Ozeanien

In unserem Devisen-Wochenschwerpunkt blicken wir auf die Entwicklungen in Australien, Neuseeland, Indonesien, den Philippinen und Taiwan.

Weitere Lockerung in Sicht

In Down Under rückt der nächste Lockerungsschritt näher. Die überraschende Schrumpfung des BIP im 3. Quartal dürfte die Notenbank RBA auf dem falschen Fuß erwischt haben. -0,5% zum Vorquartal (nach +0,6%) und 1,8% nach 3,3% auf Jahressicht zeigen einen deutlichen Einbruch an. Darauf muss die Politik reagieren. Die Unternehmensinvestitionen brachen stärker ein als erwartet. Das unterstreicht auch den eher negativen Strukturwandel Australiens: Die verarbeitende Industrie verliert zugunsten der Rohstoffförderung an Gewicht. Hinzu kommt die Belastung durch eine stark bewertete Währung. Das ist aus Sicht der Geldpolitik ein zusätzliches Argument für eine weitere Zinssenkung. Die mit 1,3% unter dem Ziel (2%-3%) liegende Inflation spricht ebenfalls dafür. Die Zeichen deuten also klar auf eine expansivere Politik auch von der fiskalischen Seite her.

Fazit: Mit der Erwartung fallender Zinsen bleibt dem AUD kaum Spielraum nach oben. Wir sehen nur Abwärtsrisiken.

Zinssenkung

Die Notenbank RBNZ hat noch einmal die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf jetzt 1,75% gesenkt. Sie zielt damit auf die als zu teuer angesehene Währung und die mit zuletzt 0,4% klar unter dem Ziel (1%-3%) liegende Inflation. Der Export scheint allerdings auch bei den bestehenden Währungsparitäten zu funktionieren: Die jüngste Handelsbilanz per Oktober ergab ein um ein Drittel gesunkenes Defizit – dank deutlich anziehender Exporte mit 8,1% Zuwachs zum Vorjahr. Die Binnenkonjunktur läuft ohnehin zufriedenstellend. Die kräftige Zuwanderung schafft private Nachfrage und begrenzt zugleich durch das wachsende Arbeitsangebot die Lohndruck-Komponente der Inflation stark. Problematisch scheint da eher der angespannte Immobilienmarkt mit rasant steigenden Preisen. Hier baut sich offenbar trotz der administrativ gestrafften Finanzierungskonditionen in Form höherer Eigenmittel ein Risikopotenzial auf. Die private Ersparnisbildung ist ins Minus gerutscht. Das weist auch angesichts der Defizite der Leistungsbilanz auf die Risiken einer lockeren Geldpolitik hin.

Fazit: Die RBNZ wird alles tun, um Kursgewinne des NZD zu verhindern. Die wachsenden Risiken mahnen zur Vorsicht.

Starke Binnenkonjunktur

Indonesien ist in einer komfortablen Lage. Ein hoher und leicht steigender Wachstumspfad – nach 4,8% für 2015 erwartet die Notenbank BI 5,0% und 5,4% für 2016/17 – stützt sich vor allem auf eine starke private Nachfrage. Die Inflation bleibt vorerst mit 3%-3,2% am unteren Rand des Zielkanals von 3%-5%. Das Defizit der Leistungsbilanz ist mit etwa 2,7% vom BIP überschaubar. Die Kapitalimporte fallen regelmäßig größer aus. Folglich bleibt die Rupiah erstaunlich stark. Und dennoch liegt hier ein Schwachpunkt. Solange die Rohstoffpreise eher schwach sind, bleibt Indonesien auf diese Zuflüsse angewiesen. Eine Umkehr der Kapitalströme – etwa im Zuge steigender US-Zinsen – könnte die Währung schnell unter Druck bringen. Dies würde die Notenbank dazu zwingen, die aktuell stark expansive Geldpolitik, die die Leitzinsen um 100 Basispunkte im 1. Halbjahr gesenkt hatte, fühlbar zu straffen. Zudem würde sich dann schnell erweisen, dass auch die Fiskalpolitik einen großen Teil ihrer Spielräume bereits ausgereizt hat: das Staatsdefizit liegt bei etwa 2,7%-3%.

Fazit: Kommen keine externen Schocks dazu, dürfte die Rupiah auch im Kontext der US-Zinsen stabil bleiben. Die hausgemachten Risiken wachsen aber.

Druck vom Dollar

Der Peso gibt unter dem Druck der steigenden US-Zinsen nach. Die Verfassung der realen Wirtschaft bleibt aber günstig. Die privaten Transfers der im Ausland beschäftigten Philippinos gleichen das Leistungsbilanzdefizite aus und sorgen für eine kräftige Binnennachfrage. Die Inflation bewegt sich mit zuletzt 2,3% am unteren Rand des Zielkanals von 2%-4%. Somit wäre auch noch Spielraum für einen monetären Impuls vorhanden.

Fazit: Der Peso bleibt zum Euro stabil mit kleineren Chancen auf Aufwertungen.

Tritt gefasst

Taiwan hat seine Krise überwunden. Das 3. Quartal bestätigte mit rund 2,3% Wachstum, dass die Rezession vom Frühjahr Vergangenheit ist. Die Exporte (zuletzt +12%) wie auch die Industrieproduktion (+3,7%) wachsen wieder mit ansehnlichen Raten. Demgegenüber bleibt die Inflation mit knapp 2% überschaubar und unproblematisch. Der leicht schwächere Trend des TWD zum US-Dollar dürfte den Verantwortlichen in Taipeh recht sein. Er stützt die dringend benötigten Exporte. Neue Schritte der Wirtschaftspolitik werden vorerst nicht gebraucht. Die Probleme Taiwans liegen durch den wachsenden Druck aus Peking eher im politischen Bereich.

Fazit: Der TWD dürfte sich zum Dollar etwas stärker entwickeln als der Euro. Folglich wird er gegenüber dem Euro zulegen.

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus der Region Pazifik

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
AustralienAUD1,4181,4051,42sicher
3m-Zins1,871,651,40
NeuseelandNZD1,4841,491,51sicher
3m-Zins2,521,851,45
IndonesienIDR13.97013.80013.600neutral
3m-Zins7,136,806,80
Philippinen
PHP52,1751,7052,50
neutral
3m-Zins1,561,601,60
TaiwanTWD33,3233,5033,75sicher
3m-Zins0,480,500,50
  • INR

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