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Devisen

Die Region Pazifik/Ozeanien: Währungen auf Kurs

In unserem Devisen-Wochenschwerpunkt blicken wir auf die Entwicklungen in Australien, Neuseeland, Indonesien, den Philippinen und Taiwan.

Gebremster Immobilienmarkt

Die Geldpolitik Australiens bleibt expansiv ausgerichtet. Der Leitzins beträgt 1,5%. Die schwächere globale Konjunktur bereitet den Währungshütern Sorge. Die Inflation ist dagegen mit derzeit 1% kein Problem. Mit 3,3% Wachstum bleibt der 5. Kontinent allerdings unter seinen Möglichkeiten. Das lässt sich an der zuletzt schwächeren Beschäftigung ablesen. Impulse brachten vor allem der private Konsum und die Staatsausgaben. Die Investitionen leiden immer noch an den Folgen des abgeflauten Booms in der Rohstoffförderung. Zudem haben die niedrigen Zinsen zu einer Überhitzung des Immobilienmarkts beigetragen. Die Notenbank hat eine Verschärfung der Kreditstandards und -konditionen durchgesetzt. Das wirkt: Die Finanzierung privater Bauherren hat zuletzt mit -4,2% zum Vorjahr (zuvor +1,2%) einen Wendepunkt erreicht. Der Außenhandel liefert dagegen positive Beiträge: Das Defizit sinkt bei steigenden Ex- (+2% zum Vorjahr) und fallenden Importen (-1,7%). Bei den Zinsen besteht kein Handlungsbedarf. Die Währungshüter sehen eher die Stärke des AUD als problematisch an.

Fazit: Der AUD dürfte zunächst ein wenig zulegen.

Lockerungen angekündigt

Neuseelands Währungshüter lassen ihre Geldpolitik unverändert. Der Leitzins verharrt bei 2%. Sie kündigten aber unverblümt weitere Lockerungen an („further policy easing will be required“). Damit zielen sie auf die dämpfenden Effekte, die vom als zu stark eingeschätzten Außenwert der Währung ausgehen. Daraus resultiert die niedrige Inflation von zuletzt 0,2%.

Der NZD profitiert von den relativ hohen Zinsen und Renditen. Denn diese setzen hohe Zuflüsse in Gang. Der Wachstumstrend von zuletzt 3,4% ist wenig spektakulär. Er wird hauptsächlich von der starken Zuwanderung, dem Tourismus und der Bautätigkeit getragen. Die zeitweilig schwierige Lage der exportorientierten Landwirtschaft – vor allem Milch und Molkereiprodukte – hat sich dagegen etwas entspannt. Der Export nach Asien bringt wieder auskömmliche Erträge. Der heiß gelaufene Immobilienmarkt beginnt sich zu entspannen. Die administrative Verschärfung der Kreditstandards hat die erwünschte Beruhigung gebracht. Eine einfache Straffung hätte nicht zur Gesamtlage gepasst.

Fazit: Der NZD dürfte unter den gegenläufigen Einflüssen per Saldo sein Niveau halten.  

Zinsen gesenkt

Indonesiens Währungshüter haben auf die veränderte Lage einer flacheren US-Zinsentwicklung reagiert. Sie haben ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,75% zurückgenommen. Damit wollen sie der heimischen Wirtschaft zusätzliche Impulse geben. Die Konstellation mit niedriger Inflation – zuletzt lag sie bei rund 3,1% bei einem Zielband von 3 bis 5% –, deutlichen Handelsüberschüssen und unter Plan liegenden Defiziten in der Leistungsbilanz ergab den nötigen Spielraum. Dagegen kommen aus der Binnenwirtschaft eher schwächere Signale. Der Konsum läuft gedämpft. Die Investitionsneigung ist schwach. Zudem steht offenbar auch die bislang expansive Fiskalpolitik vor einer Straffung. Das wird eine weitere Dämpfung des Konjunkturtrends bringen. Die Notenbank hat ihre Wachstumsschätzung für das laufende Jahr auf 4,9% bis 5,3% leicht zurückgenommen.

Fazit: Die Rupiah wird durch die Zuflüsse aus dem Ausland gestützt. Sie dürfte den starken Trend der letzten Wochen noch ein wenig fortsetzen.

Dutertes Chaos

Die wenig rationale, undurchschaubare Politik des populistischen Präsidenten Rodrigo Duterte hat wachsendes Misstrauen vor allem im Ausland geschaffen. Das schlägt sich in einem schwächeren Peso nieder. Dieser Negativtrend wird anhalten. Die wirtschaftlichen Fakten verlieren demgegenüber an Bedeutung.

Fazit: Der Peso wird schwach bleiben.

Wieder Wachstum

Taiwan scheint die Wende geschafft zu haben. Für das 4. Quartal erwarten zumindest die Währungshüter die Rückkehr zum Wachstum. Sie stellen 2,4% Plus in Aussicht. Für das Gesamtjahr 2016 würde dies etwa 1,2% Wachstum bedeuten. Dreh- und Angelpunkt sind die zunächst tief eingebrochenen und sich jetzt erholenden Exporte vor allem auf das chinesische Festland. Im Gefolge zeigen auch der private Konsum und die Investitionen der Unternehmen neues Leben. Die Beschäftigung stagniert. Das führt aber auch zu wenig Lohndruck auf die Preise. Die Teuerung bleibt mit zuletzt 0,6% sehr schwach. Die Geldpolitik hätte bei 1,375% Leitzins noch Spielraum für eine konventionelle Lockerung. Zumal neben der schwachen Binnennachfrage der Export den Druck des starken TWD fühlen dürfte. Wir rechnen daher zumindest mit wachsenden Spekulationen über neue Zinssenkungen. Die Währungshüter selbst verlangten in ihrem jüngsten Statement ziemlich deutlich eine expansivere Fiskalpolitik.

Fazit: Der Auftrieb des TWD dürfte beendet sein. Er wird sich auf dem aktuellen Niveau halten.

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus Ozeanien

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
AustralienAUD1,4271,4051,38sicher
3m-Zins2,092,052,05
NeuseelandNZD1,521,5251,525sicher 
3m-Zins2,542,452,31
IndonesienIDR14.22914.00014.300neutral
3m-Zins7,146,706,70
PhilippinenPHP52,6552,8053,30
unsicher
3m-Zins1,321,601,60
Taiwan
TWD34,523535sicher
3m-Zins0,660,600,55
  • AUD: Die Zinsspekulationen gegen den Aussie ist nicht aufgegangen. Er wird daher stark.

  • NZD: Der Kiwi dürfte seitwärts gehen.

  • IDR: Die Schwächung der Rupia durch die Zinsen wird durch die Zuflüsse kompensiert.

  • PHP: Präsident Duterte verspielt mit seiner Politik die Chancen der Philippinen.

  • TWD: Die Währungshüter werden die Taiwan-Dollar-Aufwertung bremsen.

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