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Euro hat Delta

Dollar-Brüder ziehen dem Euro davon

Euro hat Delta. Copyright: Pixabay
Der Euro erleidet einen neuen Schwächeanfall. Das erscheint auf den ersten Blick erstaunlich, angesichts der guten konjunkturellen Entwicklung. Auf den zweiten Blick erklärt sich die Schwäche leicht. Der Euro erlebt einen Delta-Effekt und die Zentralbank drückt ihn noch zusätzlich.
Der Euro steht weiter mächtig unter Druck. Gegen den US-Dollar und auch seine kleineren Brüder aus Kanada und Australien muss die Gemeinschaftswährung Federn lassen. Gegen den US-Dollar ist der Euro sogar auf das wichtige Unterstützungsniveau bei 1,17 EUR|USD zurückgefallen. Aber auch Loonie und Aussie ziehen gegen die Gemeinschaftswährung nach oben. Dabei ist es nicht nur die Stärke der Rohstoffpreise, die eine Aufwertung der beiden Dollarbrüder zur Folge hat.

Der Euro hat Corona

Der Euro leidet derzeit an einer Corona-Delta-Infektion. Denn an den Forex-Märkten geht die Sorge um, dass die unterschiedlichen Regierungen in Europa auf diversen - oft unabgestimmten - Wegen auf die steigenden Infektionszahlen reagieren könnten. Etliche Händler befürchten ein neues "Lockdown-Chaos", das Europas Wirtschaft kräftig schwächen würde. Diese Sorge haben die Händler mit Blick auf die USA, China, Kanada, Australien oder Großbritannien nicht. Hinzu kommt: Alle diese Länder machen Geldpolitik mit einer Notenbank für ein Land. Auch das ist in Europa anders.

Apropos Zentralbank: Die EZB hat gestern (Donnerstag) trotz der anziehenden Inflationsraten ihre Niedrigzinspolitik zementiert. Auch das schmälert das Aufwertungspotenzial des Euro, insbesondere gegenüber den Währungen der Rohstoffländer. In denen wird teilweise schon sanftes Tapering begonnen. Diese Währungen dürften darum auch mittelfristig mehr Potenzial nach oben als nach unten haben.


Fazit: Der Euro erleidet einen Delta-Infekt. Das schwächt ihn gegenüber den Dollar-Währungen, aber auch gegenüber Pfund und dem safe haven Franken.

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