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FUCHS-Devisenprognose November 2021

Dollar schaltet Zins-Turbo zu

Erst hatte sich der Euro mit Corona infiziert, nun geht die Gemeinschaftswährung in den harten Lockdown. Das zeigt sich bei den Zinsen, Renditen und auf der Wechselkursseite. Unsere Erwartungen für die nächsten drei bis zwölf Monate passen wir an.
Der Euro geht in einen harten Lockdown. Das zeigt sich klar beim Blick auf die Zinsen und den Wechselkurs. Einerseits preisen die Finanzmärkte ein, dass die Europäische Zentralbank (EZB) noch lange nicht auf die Inflationsentwicklung reagieren wird. Andererseits wächst die Zahl derer, die ein schnelleres Gegensteuern der US-Notenbank Fed in Betracht ziehen.

Euro stürzt ab

Der Euro ist gegen den US-Dollar tief abgestürzt. Bis auf 1,12 EUR|USD ging es abwärts. Die Finanzmärkte antizipieren klar eine zügigere Straffung der Zinsen durch die Fed. Bisher war der Konsens, dass es im Jahr 2022 zwei Zinserhöhungen geben könnte. Immer mehr Beobachter können sich angesichts der US-Inflationsentwicklung aber auch schon drei Zinsschritte vorstellen. Das Szenario wird umso wahrscheinlicher, je besser die US-Konjunktur läuft und die Inflationsrate Monat für Monat hoch bleibt und kaum zurückkommt.

Die Perspektive ist klar: Der Dollar wird in den nächsten drei Quartalen strukturell gestärkt. Die Fed fährt die Anleihekäufe zügig zurück. Zugleich werden mehr Zinserhöhungen wahrscheinlich. Diese Aussicht verleiht dem Greenback gerade einen Turbo. In dieser Geschwindigkeit wird der Dollar nicht weiter aufwerten. Die Hürde bei 1,12 EUR|USD ist relativ hoch. Von hier könnte es auch einen Rücklauf bis auf 1,15 EUR|USD geben. Allerdings dürfte der Dollar in den kommenden Monaten mit dem wachsenden Zinsvorsprung noch weitere Kapitalzuflüsse sehen. Die könnten ihn dann bis auf 1,07 EUR|USD treiben.

Zinsturbo des Greenback gezündet

Der Zinsturbo des Greenback ist auch deutlich aus der Kursentwicklung gegenüber dem Yen und dem Franken sichtbar. Gegenüber beiden Währungen zieht der Dollar stark an. Eine Fortsetzung dieser Bewegung – parallel zur Entwicklung gegenüber dem Euro – ist wahrscheinlich.

Auf der Zinsseite wiederum spiegelt sich das Bild. Die US-Renditen ziehen im Rahmen unserer Prognose an. Anpassungen nehmen wir aber bei den Euro-Zinsen vor. Denn am kurzen Ende sind die Zinsen sogar noch einmal unter unsere bisher prognostizierte Bandbreite gefallen. Mit -1% signalisieren die Märkte weiter kräftige Anleihekäufe der EZB. Die Erwartung kommt von den wieder spürbar verschärften Corona-Notmaßnahmen in einzelnen Ländern. Diese führen zu der Ahnung, dass auch die europäische Konjunktur in einen neuen Lockdown-Winter rutschen könnte. Entsprechend ticken die Zinsen und Renditen nach unten.

Franken steigt, Pfund ausgereizt

Diese Europa-Schwäche wird auch vom Franken gespiegelt. Die Währung der Eidgenossen tendierte ebenfalls weiter nach oben und hat sich aus der von uns prognostizierten Range geschoben. Viel Luft sehen wir hier für den Franken aber nicht, denn er ist schon weit gestiegen und hat gegenüber dem Euro keine schnelle Zinsanhebungsperspektive.

Ähnlich ist unser Pfund-Einschätzung. Zwar dürfte die BoE in UK die Zinsen eher anheben als die EZB. Allerdings ist auch das Pfund schon weit gegenüber dem Euro geklettert. Kurse um 0,84 EUR|Pfund dürften nur noch schwer zu überwinden sein. Hier halten wir nach wie vor eine Spekulation auf einen neuen Euro-Anstieg für aussichtsreich.

Fazit: Der Euro bleibt auf Sicht von drei Monaten angeschlagen und im Rückwärtsgang. Der US-Zinsvorsprung und die innere Stärke des Dollars werden zunehmen. Der Euro bekommt erst wieder eine Perspektive nach oben, wenn die EZB in den Handlungs-Modus kommt.

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