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FUCHS-Devisenprognose für das 1. Quartal 2021

Dollar wird immer schwächer

Die US-Notenbank Fed redet den Dollar schwach. Der Greenback knickt deutlich ein, der Ölpreis steigt. Das schlägt sich in den USA in einer anziehenden Inflation nieder. Die Anleihemärkte reagieren.

Der  Euro setzt seinen Steigflug fort und drängt den Dollar nun kräftig zurück. Der Sprung über die Marke von 1,20 EUR|USD wurde konsolidiert. Nun holt der Euro Schwung und wird in Richtung 1,25 EUR|USD klettern.

Diese Bewegung ist zum einen charttechnisch bedingt. Fundamental steckt die US-Notenbank Fed dahinter. Die US-Währungshüter haben den Dollar gerade wieder etwas schwächer geredet. Sie haben durchsickern lassen, dass es gut möglich ist, dass die Fed die US-Leitzinsen in den nächsten vier bis fünf Jahren nicht erhöhen wird.

Dollar wird schwach geredet

Damit verliert der Dollar zumindest auf der Zinsseite seine relative Aufwärtsperspektive. Denn die EZB wird zwar ebenfalls ihre Zinsen noch geraume Zeit nicht erhöhen. Bisher waren die Marktteilnehmer aber davon ausgegangen, dass die Fed parallel zur Konjunkturerholung ihre Zinsen in den nächsten zwei Jahren und vor der EZB anheben wird.

Die Aussagen der Fed schwächen den US-Dollar auch vor dem Inflationshintergrund. Denn wenn die US-Konjunktur anzieht, dann dürfte auch die Inflationsrate weiter zulegen. Sie ist zuletzt schon auf 1,2% gestiegen.

Infaltionserwartungen ziehen an

Allerdings legen die Inflationserwartungen für die USA inzwischen deutlich zu. Sie liegen aktuell bei 2,06% – so hoch wie seit 2018 nicht mehr. Angetrieben wird die Inflation beispielsweise aus einer Kombination von schwachem Dollar und steigenden Ölpreisen. 

Das spiegelt sich auch an den Anleihemärkten. Dort sind die Renditen für US-Papiere spürbar angesprungen. Diese Bewegung läuft schon seit einigen Monaten.

Renditeanstieg erwartet

Die Aussicht auf die Möglichkeiten des neuen US-Präsidenten Joe Biden, nun "durchregieren" zu können, haben den Renditeanstieg aber noch einmal beschleunigt. Dahinter stehen einerseits Inflationserwartungen. Andererseits verlangen die Investoren höhere Risikoaufschläge beim Blick auf die zu erwartenden Staatsausgaben.

Euro bleibt in der Vorhand

Diese Eckdaten der Finanzmärkte untermauern unser bereits publiziertes Szenario. Wir gehen weiter von einer Dollarschwäche aus. Die zeigt sich gegenüber dem Euro (Prognosen konstant), aber auch gegenüber dem Yen. Bei den US-Anleihen ziehen wir die Renditeerwartung im Jahresverlauf etwas nach oben und passen sie dem aktuellen Sprung an. 

Im Euroraum ändert sich bei den Zinsen und Renditen derzeit nicht viel. Wir sehen hier keine Notwendigkeit, unsere Prognosen anzupassen. Auch beim Blick auf Franken und Pfund bleiben unsere Erwartungen unverändert.  

Fazit: Der Dollar wird ein schwaches Jahr erleben. Der Euro wird dagegen relativ stärker. Das wird die EZB unter Druck setzen, denn das Erreichen eines Inflationszieles wird damit immer schwieriger.

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