Emerging Markets richten sich auf Trump ein
Die Wiederwahl von Donald Trump hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Emerging Markets (EMs). Verschiedene wirtschaftliche, handels- und währungsbezogene Faktoren spielen dabei eine Rolle. Das Institute of International Finance hat sie herausgearbeitet.
Starker US-Dollar und steigende Zinsen
Die Aufwertung des US-Dollars, angetrieben durch höhere US-Renditen, stellt für viele EM-Volkswirtschaften eine erhebliche Belastung dar. Länder mit hohen Dollar-Schulden (z.B. Mexiko, Brasilien, Argentinien, Indien, Indonesien und die Philippinen) sehen sich mit steigenden Refinanzierungskosten konfrontiert. Gleichzeitig führt der starke Dollar zu Inflationsdruck in importabhängigen Ländern, da der Preis für in Dollar gehandelte Güter wie fossile Brennstoffe steigt. Diese Dynamik zwingt Zentralbanken in EMs, möglicherweise die Zinsen zu erhöhen, was das Wirtschaftswachstum bremsen und Investitionen erschweren könnte.
Bilaterale Handelsabkommen können Länder beflügeln
Trumps Fokus auf bilaterale Handelsabkommen könnte einige EMs wie Mexiko oder asiatische Länder, die stark auf den Export setzen, begünstigen. Länder mit etablierten Handelsbeziehungen zu den USA könnten von verbesserten Zugangsmöglichkeiten profitieren und ihre Exportpotenziale erweitern. Gleichzeitig könnten ressourcenreiche Länder, insbesondere Ölproduzenten (Nigeria, Saudi-Arabien) sowohl Vor- als auch Nachteile erfahren. Während eine verstärkte US-Ölproduktion den globalen Preisdruck erhöhen könnte, könnte Trumps Unterstützung für fossile Energien die Nachfrage nach Öl stabilisieren.
Lateinamerika, insbesondere Brasilien und Argentinien, könnte durch die verstärkte Handelsumorientierung Chinas profitieren. China sucht Alternativen zu den USA und könnte Handelsbeziehungen in der Region ausbauen. Ebenso könnte China engere Verbindungen zu anderen asiatischen und afrikanischen EMs aufbauen, um seine „Dual Circulation“-Strategie umzusetzen und die Abhängigkeit von Exporten zu verringern.
Afrika rückt in den Fokus
Afrikanische Länder, die stark auf den Import von in Dollar gehandelten Gütern angewiesen sind, wie Ghana oder Kenia, stehen unter zusätzlichem Inflationsdruck. Hohe Auslandsschulden könnten diese Staaten zusätzlich belasten. Für ressourcenreiche EMs außerhalb Afrikas gilt Ähnliches. Länder, die stark vom Export fossiler Brennstoffe abhängig sind, müssen mit erhöhten Preisschwankungen umgehen.