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Nichtbanken als Risiko: Wie Hedgefonds, Optionen und ETFs FX-Volatilität verstärken

Energiepreise, Dollar, Zinsen: Die drei Treiber für Devisenmärkte laut IWF

Krieg, Energiepreise und ein fester US-Dollar können 2026 Kapitalflüsse drehen und Schwellenländerwährungen belasten. Der IWF zeigt: Carry-Rückbau, Anleiheauktionen und Zwangsverkäufe durch Nichtbanken erhöhen das Risiko schneller Kursbewegungen. FUCHS-DEVISEN erläutern, worauf Anleger bei Absicherung und Liquidität achten sollten.

In den kommenden Quartalen können die Wechselkurse wichtiger Währungen schnell drehen. Der IWF sieht in seinem Weltfinanzstabilitätsreport (GFSR) als Auslöser den Krieg im Nahen Osten, den Energiepreisschock, einen festeren US-Dollar und das Risiko, dass sich globale Finanzierungsbedingungen abrupt verschärfen.

Seit Ende Februar sind globale Aktien gefallen und Staatsanleiherenditen gestiegen. Schwellenländerwerte wurden besonders getroffen. Der IWF beziffert den Rückgang globaler Aktien seit Februar auf acht Prozent und nennt steigende Inflationserwartungen als Treiber höherer Renditen.

Energie, Dollar, Zinsen: Das sind die unmittelbaren Treiber

Steigende Energiepreise haben die erwartete Durchschnittsinflation für die nächsten zwei Jahre je nach Land um 0,3 bis 0,8 Prozentpunkte erhöht, ablesbar an Inflationsswap-Kontrakten. Ein Inflationsswap ist ein Vertrag, der eine feste gegen eine inflationsabhängige Zahlung tauscht und damit Erwartungen sichtbar macht.

Die erwarteten Leitzinspfade wurden nach oben verschoben. In einzelnen Fällen wechselte die Markterwartung von Zinssenkungen zu Zinserhöhungen. Er bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Wirtschaftsräume USA, Euroraum, Vereinigtes Königreich und Japan. Der IWF verweist dabei auf höhere implizite Volatilität in Aktien und Anleihen, gemessen am VIX und am MOVE Index, also an Indizes für erwartete Schwankungen aus Optionspreisen.

Schwellenländer im Fokus: Carry, Kapitalflüsse, Reservepuffer

Der Report nennt als zentralen Kanal den Rückbau von Carry-Trades, wenn Zinsdifferenzen weniger tragen und die Volatilität steigt. Ein Carry-Trade ist eine Position, bei der Anleger sich in einer Niedrigzinswährung finanzieren und in einer Hochzinswährung anlegen, bis das Risiko dreht und die Position geschlossen wird.

Der IWF beschreibt zudem eine K-förmige Entwicklung der Schwellenländerzuflüsse. „K-förmig“ (ein „Ast“ zeigt nach oben, ein anderer nach unten) heißt: In Schwellenländern fließt Geld vor allem in Portfolioanleihen, während Direktinvestitionen und Aktienzuflüsse schwächer bleiben. Das macht Währungen anfälliger, weil Portfolioanleihe- und Carry-getriebene Zuflüsse in Stressphasen schneller drehen und Kapitalabflüsse den Wechselkurs unter Druck setzen können. Für besonders verwundbare Schwellenländer bleibt der Puffer knapp, weil die Reserveadäquanz sich nicht auf das Vorkrisenniveau erholt hat, vor allem bei Ländern mit Rating B oder schlechter beziehungsweise ohne Rating. Die Reserveadäquanz zeigt, ob die Devisenreserven eines Landes nach IWF-Maßstab als Puffer gegen Kapitalabflüsse und Fremdwährungsbedarf reichen.

Anleihemärkte als Auslöser für Devisenbewegungen

Der IWF zeigt, dass Staatsanleiherenditen an Auktionstagen stärker ausschlagen. Der Grund: Die Schuldenquoten sind gestiegen und der Käuferkreis ist preissensibler geworden. Für die Vereinigten Staaten nennt der Bericht am 90. Perzentil eine Bewegung der zehnjährigen Rendite von elf Basispunkten an Auktionstagen seit 2023, gegenüber sechs Basispunkten in den Jahren 2020 bis 2022.

Die Verwundbarkeit steigt laut IWF auch, weil in den großen Märkten mehr kurzfristig refinanziert wird und Roll-over-Risiken wachsen. Das sind Risiken, dass fällige Schulden nur zu deutlich höheren Zinsen ersetzt werden können. Der IWF warnt zudem vor einem erneuten Bank-Staat-Kanal, wenn Kursverluste bei Staatsanleihen Bankbilanzen belasten und der Staat zugleich weniger Spielraum für Stützung hat.

Nichtbanken als Beschleuniger: Zwangsverkäufe, Derivate, Liquidität

Der Report nennt Zwangsverkäufe als Verstärker, wenn Hedgefonds, Optionsverkäufer oder gehebelte ETFs bei Stress Positionen abbauen müssen. Ein Margin Call ist die Aufforderung, zusätzliche Sicherheiten zu stellen, wenn der Wert einer gehebelten Position fällt, was Verkäufe erzwingen kann.

Der IWF beziffert die Brutto-Exposure von Hedgefonds in Zinsderivaten und Staatsanleihen 2025 auf über achtzehn Billionen US-Dollar. Im Aktienoptionsmarkt verweist der IWF auf Volumina nahe dem Kassamarkt und darauf, dass Null-Tage-Optionen inzwischen rund sechzig Prozent des S & P 500 Optionsvolumens ausmachen. Das kann intraday die Schwankungen deutlich erhöhen.

Was Anleger jetzt konkret prüfen sollten

Für Schwellenländer quantifiziert der IWF die Rolle von Nichtbanken bei Kapitalflüssen und deren Sensitivität gegenüber Risikoanstiegen, gemessen am VIX. Ein Anstieg des VIX um eine Standardabweichung entspricht laut Bericht etwa sieben Prozentpunkten und ist im Durchschnitt mit einem Rückgang der vierteljährlichen Portfolio-Schuldenzuflüsse um rund ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts verbunden, wobei Investmentfonds stärker reagieren.

Der IWF empfiehlt für Länder grundsätzlich flexible Wechselkurse als Anpassungsmechanismus und sieht bei drohenden ungeordneten Bewegungen zeitweilige Devisenmarktinterventionen und Kapitalflussmaßnahmen im Rahmen des Integrated Policy Framework vor.

Ableitung für Anleger

Für Anleger folgt daraus eine einfache Priorität: Erstens Währungsrisiken dort begrenzen, wo Energieimportabhängigkeit, Carry-Abhängigkeit und schwache Reservepuffer zusammenkommen, und zweitens Liquidität für Stressphasen einplanen, wenn Märkte durch Nichtbanken verstärkt werden. 

Fazit: Prüfen Sie jede Fremdwährungsposition nach Energieimportquote, Carry-Anteil und Reservepuffer des Landes. Reduzieren Sie in anfälligen Schwellenländern gehebelte Carry-Positionen und sichern Sie Zahlungsströme gegen Dollar- und Energiepreisschocks ab.
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