Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
2147
Euro mit zahllosen Problemen belastet

Entscheidungen gefragt

Die EZB schirmt den Euro derzeit gegen die Folgen der Corona-Krise ab. das ist allerdings nur ein Zeitgewinn. Copyright: Picture Alliance
Der Streit um die Corona-Bonds zeigt die politischen Schwächen des Euro. Allerdings gelingt es der EZB nach wie vor, den Euro dagegen abzuschirmen. Das gibt aber nur ein wenig Zeit; die grundlegenden Entscheidungen müssen getroffen werden.

Das Entscheidungschaos in Europa sorgt für schlechte Stimmung auch auf den Märkten. Denn trotz aller Schönrednerei sieht jeder die faktische Nichteinigung der Euro-Regierungen darüber, wie die Folgen der Corona-Krise finanziert werden sollen. Die Folgen halten sich dennoch zunächst in Grenzen. Denn die EZB agiert – wie gewohnt – als Lückenbüßer. Sie kittet mit ihrer substantiell immer schlechteren Liquidität („what ever it takes 2.0“) die Risse.

Der Euro tendiert zwar etwas leichter. Er zeigt aber bisher keine gefährlichen Schwächen. Nicht zuletzt, weil (anders als 2008/9) eine ausreichende Dollar-Liquidität durch die Notenbanken sichergestellt wurde. Zudem sind die von der Corona-Epidemie dominierten Daten zwar schwach. Aber sie bleiben im Rahmen der Erwartungen. Es gibt keine allzu bösen Überraschungen. Die Industrieproduktion stagnierte im Februar (-0,1% zum Vormonat), der Einbruch kam erst im März. Der Einkaufsmanager-Index stürzte auf ein absolutes neues Tief (29,7 nach 51,6 Punkten).

China gibt der Eurozone neue Impulse – nicht alle sind erwünscht

Indes kommen aus China erste Signale einer Trendwende. Dies dürfte auch der Eurozone Impulse geben. Allerdings schwelen im Hintergrund weiter große Probleme. Das belegen nicht zuletzt die anziehenden Prämien für italienische Staatspapiere. Darin steckt ein strategisches Problem für Deutschland. Sofern Spanien und Italien keine akzeptable Finanzierung innerhalb des Euro-Rahmens finden, werden sie Alternativen an anderer Stelle suchen. Und da steht China mit seinem großen Finanzvermögen bereit. Peking kann dieses ohnehin nicht richtig nutzen, da gezielte Firmenkäufe in Europa wie USA blockiert werden. Sie haben ihre Seidenstraße aber bereits bis Osteuropa geführt und wollen mehr.

Die Situation erinnert an die verweigerte Kapitalerhöhung der USA für die Asiatische Entwicklungsbank (ADB). China nutzte diese Lücke und bot mit der neuen Investitionsbank AIIB eine Alternative. Damit konnte Peking seinen Einfluss auf die ASEAN-Staaten soweit verstärken, dass diese die chinesische Expansion im Inselstreit stillschweigend akzeptierten. Seitdem sind die USA hinter China nur noch Nummer Zwei in Asien. Der EU und dem deutschen Einfluss innerhalb der EU droht das Gleiche. Mit dem Unterschied, dass die USA ihre Rolle als Hegemon freiwillig aufgeben, Deutschland diese Rolle aber bewusst nicht sucht – und damit vermutlich auch deutlich überfordert wäre.


Fazit: Kurzfristig sind die Aussichten für den Euro schwach. Langfristig sind sie aufgrund der politischen Konflikte kaum besser. Eine unattraktive Anlagewährung also.

Empfehlung: Der Euro sollte nur aus Finanzierungsnotwendigkeiten (Heimatwährung) gehalten werden. Bestände somit aufs Nötigste reduzieren.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • FUCHS-Devisenprognose für das 4. Quartal 2020 (29.10.)

Dollar dreht kurz nach oben

Der Dollar dreht kurz nach oben. Copyright: Pexels
Der US-Dollar wird nach der US-Präsidentenwahl frische Aufwärtsimpulse bekommen. Das wird aber nur eine kleine Zwischenrally sein. Die FUCHS-Prognose für die Zeit danach lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Ran an die Bullions

Silber-Nachfrage zieht an

Der kleine Bruder des Goldes ist gefragt. Vor allem Privatanleger greifen aktuell zu Silber und bunkern das Edelmetall. Die Institutionellen sind noch etwas zurückhaltend. Dennoch steigt die Nachfrage insgesamt an.
  • Fuchs plus
  • Sinkflug beendet

Maispreis muss technische Hürden nehmen

Der Preis ist heiß bei Mais. Copyright: Pixabay
Der Preis für das Popcorn-Grundelement war lange Zeit in einem Sinkflug. Doch jetzt haben Aufwinde den Maipreis erfasst. In Kürze stößt er erst mal an die Wolkendecke.
Neueste Artikel
  • Berenberg im Fokus Private Banking

Beratung in allerletzter Sekunde

Berenberg im Fokus Private Banking. Copyright: Pixabay
Bei der altehrwürdigen Berenberg Bank erlebt unser Testkunde eine Beratung in allerletzter Sekunde. Corona-bedingt sollte die Beratung eigentlich abgesagt werden. Doch bei Berenberg findet man dennoch einen Weg, das Gespräch stattfinden zu lassen. Was unser Kunde dabei erlebte? Das erfahren Sie im neusten Video von Fokus Private Banking!
  • Fuchs plus
  • Angebot und Nachfrage entwickeln sich unerwartet

Platin vor dem Dreh

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Hin und wieder ist es Platin. Doch dessen Preis ist zuletzt ordentlich gefallen. FUCHS sieht jedoch einen Dreh bevorstehen.
  • Fuchs plus
  • Der Spaltpilz im Rat frisst sich immer tiefer

Die EZB will nachlegen

Der EZB-rat ist gespalten. Copyright: Pixabay
Manche Geldpolitiker scheinen gar nicht genug von Krise bekommen zu können. Denn jedesmal ist ein neuer Grund da, den Geldhahn länger bis zum Anschlag offen zu lassen. Und einseitig Geldpolitik zu betreiben. Das wird Falken und Tauben weiter auseinandertreiben.
Zum Seitenanfang