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Euro-Schwäche: Zinsentscheidungen und geopolitische Spannungen drücken

EZB leitet die Zinswende nach oben ein

Seit dem Beginn des Irankriegs hat der Euro gegenüber dem US-Dollar zu kämpfen. In der kommenden Woche wird die EZB vermutlich den Leitzins erhöhen. Die Zinswende sollte den Euro stützen.
Getrieben von der Unsicherheit am Persischen Golf hat der Euro gegenüber dem US-Dollar eine leichte Schwächephase. Während der Euro am Freitag noch 1,1660 USD kostete, waren es Mittwoch lediglich 1,1601 USD. Francesco Pesole, Devisenanalyst bei ING, hält sogar ein Nachgeben des Euro auf bis zu 1,15 US-Dollar für denkbar.

Allerdings dürfte die aktuelle Euro-Schwäche von nur kurzer Dauer sein. So hat die europäische Statistikbehörde Eurostat Anfang der Woche eine Inflationsrate in der Eurozone für Mai von 3,2% ermittelt. Im April hatte diese noch bei 3% gelegen.

Leitzinserhöhung gilt als sicher

Damit wächst der Druck auf die EZB, den Leitzins bei ihrer nächsten Ratssitzung am kommenden Donnerstag (11. Juni) um 25 Basispunkte auf 2,25% zu erhöhen. Bereits bei der letzten Ratssitzung im Mai hatte der EZB-Rat entsprechende Andeutungen gemacht.

Dies bedeutet jedoch auch eine Trendwende auf dem Zinsmarkt. So hatte die EZB die Einlagefazilität zwischen Februar und Juni 2025 von 2,75% auf 2% gesenkt, wo sie seither verharrt. Ein Anstieg um 25 Basispunkte dürfte dabei nur der Einstieg in die Zinswende sein. Beobachter sehen den Leitzins am Jahresende bei 2,5% oder sogar 2,75%.

Steigende Zinsen stützen Euro

Auch wenn die EZB angesichts der Wirtschaftsflaute ein Anziehen der Zinsschraube bislang scheute, steigen die tatsächlichen Kreditzinsen in Deutschland schon seit Monaten. Diese Trendwende bei den Zinsen dürfte sich stärkend auf den EUR/USD-Kurs auswirken, zumal es auf der anderen Seite des Atlantik in die entgegengesetzte Richtung gehen könnte.

Dort übt US-Präsident Donald Trump schon seit Monaten Druck auf die US-Notenbank Fed aus, ihren Leitzins zu senken. Aktuell liegt dieser bei 3,5 bis 3,75%. Wenn der neue Fed-Chef Kevin Warsh dem politischen Druck nachgeben sollte und den Leitzins tatsächlich senkt, dann schmilzt der Zinsunterschied zwischen Euro- und Dollar-Zone zusehends dahin, was sich positiv auf den EUR/USD-Kurs auswirken dürfte, zumal auch gute Nachrichten vom Irankrieg denkbar sind.
Fazit: Die EZB wird in der nächsten Woche die Zinswende nach oben einleiten und einen kleinen Schritt gehen. Die aktuelle Euroschwäche könnte daher rasch vorbei sein.
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