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Wechselkursprognosen Juli 2020

Fester Glaube an den Euro

Die Banken glauben fest an den Zusammenhalt des Euroraums. Copyright: Pixabay
Die Bankenwelt hält unverbrüchlich zum Euro-Projekt. Der Glaube, dass die Eurozone hält, ist unerschütterlich. Davon profitiert der Euro auf kurze und mittlere Sicht.

Es tut sich ein wenig in den Prognose-Tableaus der von uns beobachteten Banken. Die Abweichungen zum Vormonat haben die eindeutige Richtung pro Euro, gegen Dollar. Bei EUR|JPY nimmt die Spreizung zwischen den Vorhersage-Extremen ab. Im Zinsbereich bleiben sich die Häuser durchweg treu.

Zwischen 1,09 (LBBW) und 1,14 (Berenberg) gehen die Sichtweisen für EUR|USD per September auseinander. Allerdings hat die LBBW für den kommenden Monat bereits eine deutlichere Korrektur ihrer Prognosen avisiert. Das Band hat sich leicht zugunsten des EUR verschoben. Berenberg markiert damit auch die deutlichste Prognoseänderung für das Währungspaar. Die Bank sieht „Rückenwind“ für den Euro.

Sorgenfrei beim Euro

Begründung: Die Sorgen vor einer neuerlichen Eurokrise würden ausgepreist. Denn die Geldpolitik habe im Verbund mit der Fiskalpolitik (und dem Plan für einen „Wiederaufbaufonds“) den Märkten das Signal gegeben, dass Europa solidarisch durch die Krise geht. Auch Pictet Wealth Management spricht sich zugunsten des Euro aus und schiebt die Erwartung per September von 1,08 auf 1,11 hinauf. Hier erwartet man, dass der überbewertete US-Dollar aufgrund der weltweiten Konjunkturerholung und des damit einhergehenden Rückgangs der Nachfrage nach sicheren Häfen abwerten wird.

Eine mögliche Belastung für den Euro könnte aber aus einem „abgespeckten Handelsabkommen“ mit Großbritannien erwachsen. Die Commerzbank erwartet aufgrund des Rückschlagpotentials für den Euro, dass sich dessen Stärke erst gegen Jahresende wieder entfalten dürfte. Auf lange Sicht wiederum hat die Citibank die kräftigste Korrektur für EUR|USD vorgenommen. Sie sieht das Währungspaar in einem Jahr bei 1,20 (vorher: 1,12). Hier herrscht geradezu Euphorie in der Eurobewertung aufgrund des – noch nicht endgültig beschlossenen – schuldenfinanzierten Rettungspakts der Eurozone.

Der Yen profitiert von der Realzinsperspektive

Der Yen soll nach Ansicht von Pictet von einer sich bessernden Realzinsperspektive profitieren. Die globale Wirtschaftserholung dürfte zwar einerseits auch dem defensiven Yen zu schaffen machen. Doch spreche immer weniger für große Abflüsse aus unbesicherten Portfolios bei japanischen Investoren, da die Zinsdifferenzen weltweit rückläufig sind und die Ungewissheit nach wie vor hoch bleiben dürfte. Bei strukturbedingt geringem Inflationsdruck in Japan sieht man daher „Spielraum für die japanischen Realzinsen“.

Im Zinsbereich ist vor allem die deutliche Korrektur der Commerzbank beim 3-Monatszins im Dollar für September erwähnenswert. Die Co-Bank Volkswirte taxen hier von zuvor 0,75 auf 0,30 herunter. Grund sind die inzwischen verfestigten Zinsaussagen der Fed.

Fazit: Die Banken glauben fest an den Zusammenhalt des Euroraums – koste es auch, was es wolle. Der Yen etabliert sich als sicherer Währungshafen.

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