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Ungarns Finanzmarkt wird von der Wahl beflügelt

Forint und BUX gehen durch die Decke

© kaycco / Fotolia
Der Erdrutschsieg der Tisza und die Ablösung Orbans werden vom Markt gefeiert. Wie schnell sich tatsächlich eine konjunkturelle Wende einstellt, ist ungewiss. Die Notenbank senkte im März die Zinsen um 25 Basispunkte auf 6,25% wie erwartet. Die Turbulenzen im Energiemarkt ließen die Inflationserwartungen dagegen steigen. Engpässe durch die blockierte Straße von Hormus erhöhen die Abhängigkeit von russischen Öllieferungen und treiben die Sorgenfalten auf die Stirn.

Der ungarische Forint hat zum Euro im zurückliegenden Monat um mehr als 6,8% zugelegt. Auf ein Jahr summiert sich der Kurszuwachs auf gut 11% und schiebt die Rendite ungarischer Vermögenswerte nach oben. Insbesondere der Aktienmarkt ist aussichtsreich. Seit Ende März legt der führende Aktienindex BUX mehr als 14% zu.

Wachwechsel in Budapest

Ein Auslöser für die Hausse: Mit eindeutiger Mehrheit von mehr als zwei Dritteln erhält die Tisza-Partei im Parlament einen kräftigen Vertrauensvorschuss. Auf die Mitte-Rechts-Regierung dürfte nach der Auszählung von Briefwahl- und Auslandsstimmen 141 der 199 Sitze entfallen. Somit werden auch verfassungsrechtlich relevante Änderungen nicht vom Mitwirken der neuen Opposition abhängig.

Hoffnung auf Brüssel-Milliarden

Die Finanzmärkte setzen auf kräftige Impulse durch den künftigen Ministerpräsident Magyar. Der will gegen Korruption vorgehen. Auch die Verfassungsänderungen des Vorgängers Orban stehen zur Disposition. Die Hoffnung ist, dass die von der EU eingefrorenen Milliardenhilfen frei werden und der stagnierenden Konjunktur einen Impuls geben. Es geht immerhin um rund 22 Mrd. Euro an Mitteln der EU, die bis 2027 abgerufen werden können. Dazu kommen Zuschüsse in Höhe von 5,8 Mrd. Euro sowie Kredite von 3,9 Mrd. aus dem Wiederaufbaufonds, die die Investitionen im Land anschieben könnten.

Konsum strauchelt

Obwohl der Konsum 2025 um 5% zulegte, haben die Einzelhandelsumsätze noch Luft nach oben. Mit +0,4% legten diese im Februar zu (+0,5% im Januar). Obgleich sich nach der März-Umfrage die Stimmung auf minus 19,5 von 19,9 im Vormonat verbesserte, taumelt die Umfrage seit Jahren im negativen Bereich.

Die steigende Arbeitslosigkeit bremst die Laune der Verbraucher. Die Arbeitslosenquote lag im Zeitraum Dezember bis Februar bei 4,9% auf einem höchsten Stand seit 2016. Mit Blick auf den Konsum ist das ein Problem. Immerhin hängt knapp 50% der Wirtschaft am Konsum. Umso wichtiger wären die Hilfen aus Brüssel, mit denen neue Investitionen angeschoben werden könnten.

Von einem Aufschwung

Getragen von Investitionen und steigendem Konsum würden Banken am stärksten profitieren. Das führende Finanzinstitut des Landes ist die OTP Bank (WKN 896068). Die Aktie sprang im zurückliegenden Monat um mehr als 30% an. Nach 5% in diesem Jahr soll der Gewinn pro Aktie bis 2027 nochmals um 12% zulegen. Bei einem KGV von 8,5 prognostizieren Analysten eine Dividende in Höhe von 4,11 EUR für 2027. Die Dividendenrendite liegt damit bei 3,4%.

Fazit: Wir sehen gute Chancen für die ungarische Wirtschaft, die Währung und Aktienkurse. Der Forint sollte in Anbetracht der hohen Zinsdifferenz zu Europa und Deutschland seinen Aufwertungs-Kurs fortsetzen.
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