Franken steigt trotz Nullzins
Der Schweizer Franken erlebt einen Aufschwung gegenüber Euro und US-Dollar, trotz stagnierender Konjunktur. Die geringe Inflation und die Nullzinspolitik machen die Schweiz attraktiv für Investoren, was durch hohe ausländische Direktinvestitionen untermauert wird. Davon können Anleger sehr leicht profitieren.
Der Franken ist kräftig gegen den Euro angesprungen. Auch gegenüber dem US-Dollar klettert die Währung der Alpenrepublik. Gegenüber dem Euro ist der CHF vorige Woche nach oben ausgebrochen. Gegenüber dem US-Dollar hat CHF binnen Jahresfrist um 9% zugelegt. Das ist überraschend, denn die Konjunktur soll sich abkühlen. Und die Notenbank ist schon wieder bei Null angekommen.
Die Inflation ist in der Schweiz im Griff. Die Konsumentenpreise sind im Oktober um 0,1% im Jahresvergleich gestiegen. Die Dynamik zeigt seit dem Sommer-Plateau bei 0,2% wieder nach unten, getrieben unter anderem durch Lebensmittel, Dienstleistungen und Transportservices, die im Preis fielen.
Nationalbank bleibt bei Null
Seit der Juni-Sitzung der Schweizer Nationalbank (SNB) liegt der Leitzins bei Null. Auch die Ankündigung im Sommer, im Devisenmarkt zu intervenieren, lässt den Franken kalt und stellt seinen Aufwärtsdrang keinen Widerstand entgegen. Für dieses und nächstes Jahr sowie 2027 sehen die Währungshüter bei Fortsetzung der Nullzinspolitik die Schweizer Inflation bei 0,2%, 0,5% und 0,7%.
Die geringe Inflation ist ein Grund, warum der Franken als sicherer Hafen angelaufen wird. Er wird angesteuert von Anlegern aus Ländern mit hoher Inflation, insbesondere aus solchen Ländern, wo zu vermuten ist, dass die Notenbanken die Zinsen in Relation zur Inflation eher zu gering halten.
Schweiz zieht Investoren an
Ein Beleg für die Attraktivität der Schweiz sind auch ausländische Direktinvestitionen. Das investorenfreundliche Land zieht Dollars, Euros und Pfund an. Die größten Finanzflüsse stammen aus den USA. Nach Erhebungen der SNB flossen im zweiten Quartal dieses Jahres umgerechnet mehr als 41,1 Mrd. CHF ins Land, das höchste Niveau in den zurückliegenden fünf Jahren.
Es ist wahrscheinlich, dass sich dieser Trend fortsetzt. Die umliegenden entwickelten Industrieländer geben mit ihrer zügellosen Ausgabenpolitik dem Franken einen regelrechten Treibsatz für die Fortsetzung seiner Aufwertung. Aktionäre Schweizer Unternehmen erhalten davon einen Renditeschub. Der Aktienmarkt hat, gemessen an 20 Blue-Chips, Anlegern bisher Freude gemacht. Die Schweizer Aktien verteuerten sich auf ein Jahr gesehen um nahezu 9% zuzüglich des Währungsgewinns.
Lukrativer Genussschein mit Währungs-Chance
Aktuell interessant ist der Genussschein des Pharma-Riesen Roche (WKN 855167). Mit seiner stabilen Bilanz, einer Eigenkapitalquote von mehr als 35% und der guten Marktstellung im Bereich der Onkologie punktet der Konzern in turbulenten Börsenphasen. Bei einem KGV von unter 16 liegt die Dividendenrendite bei gut 3,2%.
Fazit: Die Schweiz lockt mit Stabilität. Der Zins ist zwar bei Null, aber die Inflation auch. Die finanzielle Stabilität des Staates und die solide Leistungsbilanz geben dem Franken vor allem in Krisenzeiten Rückendeckung. Investoren profitieren davon mit Aktien aus der Alpenrepublik.