Geldpolitik: Fed bekommt Druck
Die europäischen Zentralbanken halten ihre Zinsen stabil, doch nun richtet sich der Fokus auf die US-Notenbank. Nächste Woche trifft die Fed ihre Zinsentscheidung - und sie bekommt wieder deutlich mehr Druck.
Die Europäischen Geldhüter haben die Füße noch stillgehalten, jetzt richtet sich der Blick auf die US-Notenbank. Die Fed ist in der nächsten Woche mit ihrer Zinsentscheidung daran - und die Märkte hoffen, dass die US-Geldhüter es der EZB gleichtun werden.
Fed bekommt Druck
Die zuletzt moderate Inflationsrate spiel der US-Notenbank in die Karten. Die US-Verbraucherpreise gingen gegenüber dem Vormonat sogar leicht zurück, die Kerninflationsrate lag zuletzt bei +2,6%. Das gibt der Fed Spielraum, am aktuellen Zins festzuhalten.
Die Entwicklungen auf den Finanzmärkten sind allerdings extrem dynamisch. Der steile Anstieg des Ölpreises allein in den vergangenen Tagen dürfte das Blatt schon wieder verändern. Der neuerliche Ölpreisanstieg dürfte auch in den USA die Inflationsrate in den nächsten Monaten wieder anheben. Das Risiko von Zweitrunden-Effekten wächst damit auch in Übersee.
Fazit: Die Fed wird sich zum Zögern entschließen. Aber je länger der Ölpreis nahe der Marke von 100 US-Dollar oder sogar höher notiert, desto geringer wird der Spielraum der Fed. Die Zinsspekulationen werden bald wieder losgehen. Der Aufwärtsdruck auf die Anleiherenditen wird wieder zunehmen, Aktien könnte unter Druck geraten.