Global wachsende Preisrisiken
Strategische Anleger, Einkäufer und Unternehmer sollten den Rohstoffmarkt ganzheitlich im Blick behalten. Einzelne Rohstoffe stehen regelmäßig im Fokus, doch der Gesamtblick zeigt: Die Preisrisiken nehmen zu.
Strategische Anleger, Einkäufer und Unternehmer sollten den Rohstoff-Markt mit einem Weitwinkel-Objektiv betrachten. Wir analysieren in diesem Brief zwar regelmäßig einzelne Rohstoffe, zuweilen ist aber ein Gesamtblick wichtig. Wer den Rohstoffmarkt gerade in seiner Breite betrachtet stellt fest: Die Preisrisiken wachsen auf breiter Front.
Erkenntnis: Für viele Rohstoffe sind die Angebots- und Nachfrage-Relationen schwierig. Im Detail: Die Straße von Hormus bleibt weitgehend geschlossen, der Ölpreis bleibt hoch. Das bekommt insbesondere Asien zu spüren. Folge: Die Dieselvorräte sinken und sind teilweise schon knapp (wir hatten schon berichtet). Diese Entwicklung wird mit der Zeit in der Lieferketten sichtbar, bis hin zur Kasse im Supermarkt. Kritisch für Europa ist auch die Lage auf dem Gas-Markt. Die Vorräte sind gering, die Gaspreise hoch (FB vom 07.08.). Die Bevorratung und Absicherung für den nächsten Winter wird teuer, Strom damit vermutlich ebenfalls wieder. Ähnliche Entwicklungen sehen wir auch bei wichtigen Agrar-Rohstoffen (z. B. Weizen). Das wird sich in den Nahrungsmittelpreisen manifestieren.
Fazit: Die Rohstoffmärkte signalisieren auf breiter Front einen höhere Inflationsdruck. Das wird den Notenbanken nicht gefallen. Es spricht viel dafür, dass die Lohn-Preis-Spirale einen neuen Anschwung bekommt.