Globaler Schuldenboom belastet Bonds
Die Staatsschulden der USA sind erstmals auf über 40 Billionen US-Dollar gestiegen und bewegen die Anleihe-Renditen. Die erreichen Höhen, die wir teilweise seit Jahrzehnten nicht gesehen haben. Die höchste Rendite unter den großen Volkswirtschaften wiesen die 30-jährigen britischen Staatsanleihen mit 5,858% auf. Auf Platz Zwei folgten die USA mit 5,337%.
In der Eurozone sieht es ähnlich aus. So verzinsten die 30-jährigen französischen Staatsanleihen mit 4,920%. Ihre deutschen Pendants notieren immerhin bei 3,787%. Das ist die höchste Rendite seit 2011. In Japan sind es wiederum 4,160%.
Fast überall Rekordschulden
Dass es auch anders geht, beweisen die Eidgenossen. Die 30-jährigen Schweizer Staatsanleihen rentieren mit gerade einmal 0,639% - volle 3 Prozentpunkte weniger als ihre deutschen Pendants. Es zählt also nicht allein das AAA-Rating, denn das besitzen neben den Eidgenossen auch die Deutschen (noch).
Immer mehr Anleger fragen sich, ob sich die betroffenen Staaten ihre Rekordschulden noch lange leisten können. So beläuft sich die Staatsverschuldung am Bruttoinlandsprodukt in Japan auf rund 200%, in den USA auf 125%, in Frankreich auf 118% und in Großbritannien auf 101%. In Deutschland sieht es mit 63,5% noch etwas besser aus. Allerdings treibt die Bundesregierung die Schulden in großem Tempo nach oben. Zum Vergleich: Der Schuldenstand in der Schweiz liegt bei 24,2% des BIP.
Hoher Ölpreis hilft dem Dollar
Die Rekordverschuldung sollte eigentlich den Dollar belasten. Doch dies ist bisher nicht der Fall. Seit Jahresbeginn hat der Greenback gegenüber dem Euro um 0,5%, gegenüber dem Franken um 0,7% und gegenüber dem Yen um 1,3% aufgewertet. Nur gegenüber dem Pfund gab der Dollar um 1,2% nach. Da fast überall die Schulden aus dem Ruder laufen, bleiben die Auswirkungen der US-Staatsverschuldung auf den Dollar vorerst begrenzt.
Ein Grund für diese Entwicklung dürfte im Ölpreis liegen. Das Barrell der Nordseesorte Brent kostete gestern 93,73 US-Dollar. Das ist zwar deutlich weniger als zu den heißesten Tagen des Irankriegs, aber deutlich mehr als noch vor einigen Wochen. Anders als die meisten Europäer und Japaner gehören die USA zu den erdölexportierenden Ländern, ein großer Vorteil für den Dollar.