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Russlands Rohstoffsektor mit Problemem

Heißes Schnäppchen

Flaggen von Lukoil. Copyright: Pixabay
Die russischen Ölfirmen haben Verluste eingefahren. Die Rubelschwäche setzt ihren Bilanzen zu. Die US-Sanktionen verschärfen das Problem.

Die jüngsten Quartalsabschlüsse von Lukoil und Gazprom, der beiden wichtigsten russischen Firmen im Öl- und Gasgeschäft, haben beachtliche Verluste ausgewiesen. In beiden Fälle wurden die gleichen Gründe vorgetragen: Die schwachen Preise für Öl und Gas, die milde Witterung und die im Zuge der Corona-Krise gesunkene Nachfrage. 

Hinter den Verlusten steht aber vor allem die Rubel-Schwäche. Vor allem Gazprom hätte trotz dieser Probleme immer noch einen Gewinn ausgewiesen. Erst der Effekt des schwachen Rubels hat dann zu den roten Zahlen geführt. Die Lukoil-Spitze argumentierte bei der Vorstellung der Zahlen ähnlich. Auch Lukoil betonte den Einfluss des schwachen Rubel. 

Der Anleihenmarkt sieht Risiken

Genau das ist bedenklich. Denn eine Rubelschwäche sollte Exporteuren wie Gazprom und Lukoil Vorteile bringen. Eine Belastung für den Gewinn entsteht nur bei Schulden in westlichen Währungen in nennenswerter Höhe. Das ist allerdings bei beiden Unternehmen durch eine Reihe von Anleihen auf Dollar, Euro und Franken der Fall. Hier wird die Rubelschwäche zur Aufwertung der Schulden im Verhältnis zu den Aktiva. Dieser Effekt dürfte maßgeblich sein für die genannten Verluste, die der Gazprom-Vorstand als bloßen Buchverlust betrachtet. 

Die Anleihemärkte sehen das nicht ganz so locker. Die rund 4,5 Jahre laufende auf Euro lautende Anleihe von Gazprom (XS 090 694 952 3) rentiert aktuell mit rund 2,4%. Anleihen Griechenlands mit gleicher Laufzeit halten die Investoren schon mit 0,75% im Depot und Bundespapiere derzeit bei minus 0,55%. Gazprom gilt demzufolge am Anleihemarkt als "junk". Bei den ausschließlich auf Dollar lautenden Lukoil-Anleihen sieht es nicht besser aus. Wir haben allein unter den hierzulande aktiv gehandelten Papieren acht Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund 6 Mrd. Dollar gefunden, die innerhalb der nächsten 24 Monate fällig werden – ohne Aussicht auf die Refinanzierung durch westliche Banken, die US-Sanktionen fürchten müssen. Das ist auch für die russischen Energieriesen kein Betrag, der ohne weiteres aus dem laufenden Geschäft heraus bezahlt werden kann. 

Fazit: Spekulative Naturen können hier auf die Zahlungsfähigkeit Russlands wetten und dieses Rendite-Schnäppchen ins Depot nehmen.

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