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Währungen aus der Region Amerika (ex USA)

Hoffnung auf Stabilisierung

In unserem Devisen-Wochenschwerpunkt blicken wir auf die Entwicklungen in Kanada, Mexiko, Argentinien, Brasilien und Chile.

Neues Wachstum

Die positiven Faktoren der kanadischen Wirtschaft gewinnen an Gewicht. Die Ölpreise haben ihr Tief durchschritten und stoßen immer wieder kurze Spekulationen über eine Erholung an. Der Export wird gleichzeitig von der US-Nachfrage nach Industrieprodukten (vor allem der Auto-Zulieferer) gestützt und die neue Regierung verbreitet Optimismus. Das jetzt vorgelegte Budget wird dem auch mit einer expansiven Ausrichtung gerecht, deren isolierter Effekt auf etwa ein halbes Prozent vom BIP geschätzt werden kann. Vor dem Hintergrund der soliden Ausgangslage der Staatsfinanzen (Schuldenstand rund 32%) entstehen hier auch neuen Risiken. Die ohnehin expansiv ausgelegte Geldpolitik (Leitzins 0,5%) könnte noch ein wenig nachlegen, die bislang unterm 2%-Ziel liegende Inflation lässt Raum dafür. Das würde den CAD angesichts erwarteter Zinserhöhungen schwächen.

Fazit: Der CAD hat sich nach dem Tief vom Januar in den letzten Wochen deutlich erholt. Er dürfte sich auf dem aktuellen Niveau stabilisieren, sofern weder die US-Konjunktur noch die Ölpreise Überraschungen liefern.

Gegengehalten

Die Umkehr der Finanzflüsse zu den Emerging Markets hat Mexiko besonders getroffen. Das brachte den Peso stark unter Druck. Die Politik hat mittlerweile reagiert: Die Notenbank lieferte eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte (auf 3,75%), dazu die glaubwürdige Ankündigung von Interventionen. Die Regierung stützte diese Straffung mit Budgetkürzungen um etwa 0,5% vom BIP. Der positive Wachstumsausblick angesichts stabiler Verhältnisse (Inflation etwa bei 2,9% gegenüber dem Ziel 3%) tut ein Übriges. Am Devisenmarkt kehrte daher wieder Ruhe ein. Zudem macht sich auch hier die beständige Abwärtsrevision der Wachstums- und Zinsperspektiven in den USA bemerkbar. Das Gefälle auch zu Mexiko wird damit flacher. Problematisch könnte allenfalls die Politik werden, falls Donald Trump zu einer realistischen Option für das Weiße Haus wird. Seine rassistische Rhetorik gegenüber den Latinos würde das für beide Seiten vorteilhafte Verhältnis zerstören.

Fazit: Der Peso dürfte sich bald wieder auf dem Niveau finden, das vor der Schwäche ab Sommer 2015 herrschte.  

Schwierige Lage

Das mit großen Hoffnungen an den Start gegangene Team von Präsident Mauricio Macri steht vor großen Herausforderungen. Die fangen schon bei den Daten an: Die Wirtschaftsstatistik wird derzeit neu aufgestellt, um wieder klare Signale zu erhalten. Die Inflation liegt demnach immer noch im zweistelligen Bereich (11,9%), die Industrieproduktion gab nach.

Das Umfeld Argentiniens ist ebenfalls schwierig. Die Krise Brasiliens sowie die schwächere Konjunktur in den USA und China wirken zusammen und bremsen die Nachfrage nach Argentiniens Exporten. Unterm Strich kommen aus dem Ausland viele gute Wünsche und wenig Unterstützung. Der Peso hat unterdessen nach der Freigabe einen Boden gefunden und dürfte sich im Gefolge der Politik stabilisieren.

Fazit: Wir erwarten kurzfristig wenig Bewegung, die neuen Chancen werden ab dem Herbst fühlbar werden.

Stabilisierung

Das Chaos in Brasilien hat sich verschärft. Die kurzfristige Entwicklung an den Finanzmärkten wird nur noch von den politischen Ereignissen bestimmt. Die Regierung Dilma Rousseffs ist unter dem Eindruck des Korruptionsskandals paralysiert. Eine aktive Wirtschaftspolitik jenseits der beschränkten Möglichkeiten der Zentralbank findet nicht statt. Unterdessen richtet die politische Hysterie auch langfristig Schaden an. Die Aufarbeitung der im Kontext einer unzureichenden Parteienfinanzierung gewachsenen Korruption wird zum Hebel, die gesellschaftliche Modernisierung etwa durch den verbreiterten Zugang zu höherer Bildung zugunsten einer Restauration der Macht der alten Eliten zurück zu drehen. Sollte sich diese Tendenz tatsächlich durchsetzen, dann verabschiedet sich Brasilien auf lange Zeit von seinen Chancen und wird letztlich „dritte Welt“ bleiben.

Fazit: Die Bewertung des Real hängt nur noch von der Politik ab. Jeder Hinweis auf die Ablösung der Rousseff-Administration wirkt positiv. Der Real stabilisiert sich daher auf dem aktuellen Niveau.

Suche nach dem Boden

Chiles Wirtschaft und der Peso werden von drei Faktoren belastet. Vom Einbruch der Kupferpreise, der schwachen internationalen Konjunktur und der Krise Brasiliens. Zumindest die Kupferpreise haben sich nun gefangen. Und der Druck von den internationalen Finanzmärkten lässt auch für Chile angesichts der realistischeren Einschätzungen des US-Zinstrends nach. Gleichzeitig dürfte die Geldpolitik angesichts der bei 4,7% liegenden Inflation zur Straffung neigen. Insgesamt wird sich die zyklische Verlangsamung der Binnenkonjunktur bemerkbar machen. Das begrenzt die Möglichkeiten des Peso.

Fazit: Der CLP dürfte sich vorerst oberhalb 750 CLP/Euro stabilisieren.

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
KanadaCAD1,481,491,50sicher
3m-Zins0,6250,60,6
MexikoMXN19,6919,3018,60neutral
3m-Zins3,873,503,50
ArgentinienARS16,0615,8015,10unsicher
3m-Zins38,97n.V.n.V.
Brasilien
BRL4,114,154,15unsicher
3m-Zins10,491111
Chile
CLP761,7755755neutral
3m-Zins3,743,63,6

  • CAD: Der CAD hat sich mit den Ölpreisen stabilisiert.

  • MXN: Der Peso profitiert von interner Stabilität und der Nachfrage aus den USA.

  • ARS: Die Hoffnungen auf die neue Regierung und die Chancen sind groß. Die Lage bleibt aber mangels sicherer Daten unübersichtlich.

  • BRL: Die politische Hysterie macht alle Schätzungen außerordentlich unsicher.

  • CLP: Der Peso profitiert von der konsequenten Stabilitätspolitik.

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