Hohe Währungsdynamik in Asien
In Asien entwickeln sich wichtige Währungen in unterschiedliche Richtungen. Insbesondere niedrig verzinste und technologieabhängige Währungen schwächeln in der zweiten Jahreshälfte. Während Taiwan (TWD), Korea (KRW) und Malaysia (MYR) stärker bleiben, stehen die Währungen der Philippinen (PHP) und Indonesiens (IDR) unter Druck. Ein kurzer Überblick:
Asiens Aufwertungs-Währungen
Der Taiwan Dollar (TWD) bietet Chancen. Trotz hoher Technologieexporte ist die Währung vergleichsweise schwach. Der Leistungsbilanzüberschuss dürfte im nächsten Jahr weiter steigen. Goldman Sachs erwartet einen Anstieg auf 17%. Das läge deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre (ca 14 %).
Der starke Tech-Zyklus gibt dem TWD weiter Rückenwind. Anleger können darauf z. B. mit dem WisdomTree Long TWD Short USD setzen (ISIN: JE 00B 90V QZ8 2). Der vollzieht die Aufwertung des TWD gegenüber dem USD direkt nach. Auf der Anleihenseite interessant ist der Fubon Taiwan Government Bond ETF (ISIN: TW 000 056 010 6). Der Staatsanleihenfonds profitiert von Kapitalzuflüssen und stabilen Renditen.
Größte Chancen in Taiwan und Korea
Der koreanische Won (KRW) gehört zu den vielfach unterschätzten Währungen mit Potenzial. Auch der KRW profitiert strukturell vom Wachstum des Tech-Sektors, hat bisher auf der Währungsseite aber kaum profitiert. Laut GS könnte der National Pension Service (NPS) sein FX-Hedging-Programm reaktivieren, wenn sich USD/KRW wieder wichtigen technischen Marken nähert. Das könnte ein starker Katalysator für eine KRW-Rally sein.
Anleger, die auf eine Aufwertung des KRW spekulieren wollen, können das indirekt mit dem iShares MSCI Korea UCITS ETF (ISIN: IE 00B 5BM R08 7). Der WisdomTree Short USD Long KRW (ISIN: JE 00B 3XJ SC4 9) ist dagegen ein reiner Währungs-Trade.
Ringgit aus Malaysia ist der Frontrunner
Der Malaysia Ringgit (MYR) ist der größte strukturelle Gewinner in ASEAN. Der Ringgit gehörte schon 2025 zu den stärksten asiatischen Währungen. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Die Treiber des MYR sind die Integration in Technologie-Lieferketten, hohe Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen (z. B. in Rechenzentren, AI und Cloud) und eine stabile Zentralbank, die 2026 keine weiteren Zinssenkungen plant.
Anleger können mit dem iShares MSCI Malaysia ETF (ISIN: US 464 286 830 7) oder dem AmFunds Malaysia Fixed Income Fund (ISIN: MY U10 00A A00 1) auf der Anleihenseite profitieren.
Abwertungskandidaten: Philippinen und Indonesien
Zur Schwäche neigen der Philippinische Peso (PHP) und die Indonesische Rupiah (IDR). Der PHP wird von den schwächeren Wachstumszahlen gebremst (Q3-BIP 4% statt erwarteter 5,2%, deutlicher Einbruch bei öffentlichen Investitionen). Die Zentralbank dürfte die Zinsen weiter senken, um Wachstum zu stabilisieren. Ein dafür passendes Anlageprodukt ist der WisdomTree Long USD Short PHP (ISIN: JE 00B 68M 2M4 4).
Die IDR wird durch die eigene Zentralbank gebremst. Die Bank Indonesia will eigentlich weiter lockern, wird dies aber nur bei stabiler IDR tun. Das führt zu einem begrenzten Aufwertungs-, aber einem größeren Abwertungspotenzial. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist daher asymmetrisch.