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China will den Yuan zu einer Weltleitwährung machen

Holprige Yuan-Internationalisierung

China möchte seine Währung als Dollar-Alternative etablieren. Darauf arbeitet das Land schon länger hin. Aktuelle Umfragen aus Unternehmen zeigen, warum die Internationalisierung des CNY derzeit schleppend verläuft und woher neue Impulse für den Yuan als Weltleitwährung kommen können.

China stößt bei dem Versuch, mit der Internationalisierung des Yuan die Hegemonie des US-Dollars zu brechen, auf Schwierigkeiten. Jüngsten Umfrageergebnissen ist die „Unwilligkeit der Handelspartner, den Yuan zu verwenden“ das größte Hindernis für die grenzüberschreitende Zahlungsabwicklung.

Internationalisierung des CNY schreitet nur langsam voran

Der Internationalisierungsindex der chinesischen Zentralbank für den Yuan (CNY) hat sich seit 2009 zwar deutlich verbessert. Er liegt in Bezug auf die Handelsabwicklung, internationale Zahlungen, Devisenhandel und Devisenreserven der Zentralbank aber immer noch weit hinter Dollar und dem Euro zurück. 

Derzeit gibt fast jedes zweite chinesische Unternehmen an (47,7%), dass es bei seinen Handelspartnern noch kein Interesse gibt, den CNY zu verwenden. Das geht aus dem aktuellen Bericht „Cross Border Yuan Insight“ für das erste Quartal 2024 hervor. Der Bericht wurde von der Bank of Communications (Chinas fünftgrößter Bank) und dem Thinktank Renmin University International Monetary Institute veröffentlicht. 

CNY ist eine Spekulations-Währung

Die Gründe für die Zurückhaltung liegen auf den Finanzmärkten. Die hohen Schwankungen des Yuan-Wechselkurses, teils erhebliche Zinsunterschiede zwischen dem Yuan und ausländischen Währungen sowie Hindernisse für internationale Kapitalströme sind Bremssteine. Mehr als 63% der Unternehmen nannten auch die Komplexität der Politik als ein Haupthindernis. Zudem bereiteten die Vereinbarkeiten von Gesetzen und Vorschriften vielfach Probleme. Schließlich wurde auch der begrenzte Investitionsspielraum des Yuan als Hindernis genannt.

Unternehmen, die an grenzüberschreitenden Handelsabwicklungen in Yuan beteiligt sind, nutzen den Yuan zur Spekulation. Sie nehmen Zahlungen in Dollar von ihren ausländischen Niederlassungen entgegen und tauschen dieses Geld in Yuan um. Damit werden Produktions- und Betriebskosten gezahlt. Überschüssige Yuan werden kurzfristig auf chinesischen Bankkonten gehalten, aber bei einem guten Wechselkurs auch schnell wieder in US-Dollar getauscht. Das liegt auch daran, dass der Yuan für Investitionen in anderen Ländern noch nicht akzeptiert wird.

Engere Kooperation mit Russland

Deutliche Fortschritte bei der Akzeptanz von CNY im internationalen Handel gab es mit Russland. Im Jahr 2023 wurde der Yuan zur meistgehandelten Währung an der Moskauer Börse. Bei grenzüberschreitenden Transaktionen haben Zahlungssysteme für den Rubel und Yuan das Swift-Netzwerk ersetzt. Auch könnte der Versuch Chinas, bei der Digitalisierung des internationalen Zahlungsverkehrs eine Führungsrolle zu übernehmen, langfristig Erfolg bringen.

Fazit: Die nach wie vor geringe Präsenz des Yuan auf den internationalen Finanzmärkten ist für China noch ein Hemmnis. Allerdings fährt das Land mehrgleisig und baut in kleinen Schritten und mit langfristiger Perspektive vor allem die wirtschaftliche Integration mit Russland aus. Die Bedeutung des CNY wird auch mit dem Ausbau der BRICS-Kooperation strukturell wachsen.
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