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Hongkong: stabile Zinsen, Immobilienboom und Investitionschancen

Hongkongs Investoren auf der Suche nach Orientierung nach FEDs Zinsentscheidung

(c) XtravaganT - Fotolia
Hongkong stabilisiert sich und zieht wieder vermehrt Kapital an. Nach einer Phase der Korrektur haben Immobilienpreise einen Boden gefunden und steigen wieder. Seit 2021 verloren Wohnimmobilien nahezu 30% an Wert. Im Vorjahr ging es bereits um knapp 5% nach oben. Analysten erwarten für dieses Jahr ein Plus von gut 10%. Die Krise in Dubai und Abu Dhabi verstärken diese Entwicklung. Der HKD legt im Windschatten des Greenback gegenüber dem EUR zu.

Die Aufmerksamkeit der Investoren in Hongkong gilt der Geldpolitik der FED. Und hier hat sich eine Wende in der Einschätzung ergeben. Trotz der gestiegenen Ölpreise sieht der Notenbank-Chef Powell die Inflationserwartungen niedrig und es bestünde keine Notwendigkeit für Zinserhöhungen. Der USD ist seit dieser Aussage am 30. März auf Richtungssuche. Die Erwartungen für eine Zinsanhebung wurden deutlich zurückgenommen.

Zinsen bleiben auch in Hongkong konstant

Die Hongkong Monetary Authority folgt der Zinspolitik der FED und beließ zu ihrem letzten Zinsentscheid am 19. März den Leitzins bei 4%. Dieses Niveau dürfte dem Stadtstaat auch weiter erhalten bleiben und gibt damit eine stabile Kalkulationsbasis.

Neue Projekte in Aussicht

Strategische Infrastrukturprojekte mit der Northern-Metropolis-Entwicklung begründen die Hoffnung auf eine weitere Belebung des Immobiliensektors in Hongkong mit neuen Flächen. Nicht nur die Rückkehr von Kapital aus dem Festland sollte dazu beitragen.

Konflikte sorgen für Kapitalflucht

Die Konflikte sorgen für Kapitalflucht aus dem ehemals sicher eingeschätzten Dubai und führen zu einem weiteren Kapitalzustrom in die Finanzmetropole. Family Offices und High-Net-Worth-Individuals aus Asien ziehen sich aus dem Krisengebiet zurück und verlagern ihren Standort auch nach Hongkong. Dies sorgt für zusätzliche Nachfrage bei Immobilienentwicklern für Wohn- und Büroflächen.

Immobilien-Riese mit starker Bilanz

Deren Aktien haben bereits mit Kursgewinnen reagiert. Führend in Honkong ist Sun Hung Kai Properties (WKN 861270). Das eigentümergeführte Unternehmen, 36% befinden sich im direkten Familienbesitz und die Führung wird unter anderem auch von Familienmitgliedern gestellt, erzielt mehr als 83% seiner Umsätze in Hongkong, gefolgt von China mit einem Anteil von knapp 17%. 

Der Bereich Immobilienentwicklung ist mit 42,5% der größte gefolgt von Vermietung mit knapp 25%. Das Unternehmen ist sehr solide finanziert. Die Eigenkapitalquote beziffert sich auf mehr als 76%. Bei einem geschätzten Kurs-Umsatz-Verhältnis von 4,2 für dieses Jahr und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 wird die Aktie zum knapp 17-fachen Gewinn gehandelt. Die prognostizierte Dividende resultiert in einer Rendite von 3,8% bei einer Ausschüttungsquote von unter 50%.

Alternativ über einen Bond

Wer Aktienrisiken vermeiden will, setzt auf Zinspapiere von Sun Hung Kai. Mit der WKN A28SD0 partizipiert der Anleger bis zum 21. Januar 2030 am Unternehmen. Der Kupon des mit einem A1 bewerteten Bonds liegt bei 2,875% und wird halbjährlich ausbezahlt. Nächster Zinstermin ist der 21. Juli dieses Jahres. Bei einem Kurs von 93,23% rentiert die Anleihe effektiv mit 4,86%.

Fazit: Die Aussicht auf stabile Zinsen hat für den Stadtstaat große Auswirkungen auf dessen Immobiliensektor. Sie verleiht ausländischen Investoren neben dem Peg eine solide Kalkulationsbasis. Steuerliche Anreize der Regierung in Hongkong sorgen für ein positives regulatorisches Umfeld und fördern Standortverlagerungen in den Stadtstaat. Investoren partizipieren davon mit entsprechender Allokation.
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