Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1335
Einschränkungen im Kapitalverkehr wahrscheinlich

In Russland droht die nächste Bankenkrise

Die russischen Banken stecken in einem mehrfachen Dilemma. Viele Unternehmenskredite sind uneinbringlich. Zugleich stellen Notenbank und Finanzministerium (unerfüllbare) Forderungen. Das wird auch ausländische Unternehmen mit Geschäften in Russland treffen.

Russland steuert erneut auf eine Bankenkrise zu ... mit Folgen auch für ausländische Firmen mit Russlandgeschäft. Im Durchschnitt sind 91% der gesamten Aktiva von staatlichen Banken mit hohen Risiken behaftet. Die amerikanischen und europäischen Sanktionen machen ihnen dringend benötigte Kapitalerhöhungen derzeit nahezu unmöglich.

Zwar macht die Zentralbank Druck. Sie verlangt, die risikobehafteten Ausleihungen mit Eigenkapital zu unterfüttern. Die elf wichtigsten Institute sollen 1% des risikobehafteten Kreditvolumens als Puffer gegen Verluste im Sinne von Basel III vorhalten.

Staatsunternehmen sollen Hälfte ihrer Gewinne abführen

Aber die Forderung steht in Konkurrenz zu einer weiteren des Finanzministeriums. Es will durchsetzen, dass alle Staatsunternehmen die Hälfte ihrer Gewinne an den Staat zur Finanzierung des Haushalts abführen müssen. Das passt nicht zusammen und stellt die meisten Banken vor eine unlösbare Aufgabe.

Diesmal könnte es erneut einige größere Banken treffen. Schon vor 10 Jahren landeten drei der 10 größten Banken im Staatsbesitz. Hunderte kleinerer Institute mussten im Zuge der damaligen Bankenkrise schließen.

Bedroht sind u.a. VTB und Gazprom-Bank. Dabei handelt sich um das zweit- und drittgrößte Institut in Russland nach der Sberbank. Beide bleiben hinter den Forderungen von Basel III zurück. Sie finanzieren vor allem staatliche russische Unternehmen, vornehmlich in der Industrie und im Energiebereich. Beide leiden stark unter der Ineffizienz vieler ihrer Kunden.

Basel III-Regelung ab Ende 2019

Sowohl die Zentralbank als auch das Finanzministerium schränken ihre Forderungen bereits ein. VTB muss die vorgeschriebene Basel III-Regelung erst ab Ende 2019 erfüllen. Zugleich muss die Bank nicht 50%, sondern nur 30% ihres Gewinns an das Finanzministerium abführen.

Inzwischen heißt es, für alle übrigen Banken soll es individuell ausgehandelte Quoten zur Gewinnabführung geben. Voraussichtlich nur die Sberbank muss die vollen 50% ihres Gewinnes dem Staat geben.

Finanzministerium und Zentralbank werden mit neuen Reglementierungen kontern. Ausländische Unternehmen in Russland müssen daher mit einigen Einschränkungen rechnen. Es drohen neue Vorschriften ... für den Zahlungsverkehr, laufende Konten, Festgelder.

Fazit:

Es besteht die Gefahr, dass widersprüchliche Anforderungen von Notenbank und Finanzministerium kommen.

Empfehlung:

Sprechen Sie mit Ihren Geschäftspartnern vor Ort über neue Vorschriften im Verkehr mit russischen Banken. Holen Sie deren Einschätzung ein, inwieweit diesen Vorschriften im Einzelnen Folge geleistet werden sollte.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • DIHK lädt zur Diskussion ein

Investitionsschutz für den Ukraine-Aufbau

Ukraine. © Harvepino / Getty Images / iStock
Noch tobt der Ukraine-Krieg, aber bereits jetzt gibt es Überlegungen, wie die Ukraine wieder aufgebaut werden kann. Für Unternehmen eine relevante Frage: Wie lassen sich Risiken abmildern? Um diese Fragen zu klären, lädt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Ende Januar zum Gespräch ein.
  • Fuchs plus
  • In Kooperation mit Finanzoo

Anglogold verkaufen

Übereinandergestapelte Goldbarren. © Filograph / Getty Images / iStock
Unsere Spekulation auf einen steilen Anstieg der Gold-Aktien ist sogar noch weiter gelaufen. Die automatische Bilanzanalyse von Finanzoo zeigt nun aber an, dass die Aktie fundamental in die Überbewertung hineinläuft. Wir realisieren unseren Gewinn.
  • Fuchs plus
  • Moskau fragt in Stockholm nach Ermittlungsergebnissen

Schweden schweigt zu Anschlag auf Nord Stream

(c) picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner
Was geschah bei der Sprengung von Nord Stream 2 und wer ist dafür verantwortlich? Diese Frage beschäftigt noch immer viele Menschen und auch den russischen Generalstaatsanwalt. Der hatte jetzt erneut eine Anfrage an die schwedischen Ermittlungsbehörden gestellt. Doch die ignorieren die Anfrage wiederholt. Eine Antwort an Moskau würde Schweden massiv gefährden.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • In Kooperation mit Finanzoo

Anglogold verkaufen

Übereinandergestapelte Goldbarren. © Filograph / Getty Images / iStock
Unsere Spekulation auf einen steilen Anstieg der Gold-Aktien ist sogar noch weiter gelaufen. Die automatische Bilanzanalyse von Finanzoo zeigt nun aber an, dass die Aktie fundamental in die Überbewertung hineinläuft. Wir realisieren unseren Gewinn.
  • Fuchs plus
  • Strompreise werden 2023 stark steigen

Zweiter Energiepreis-Schock für deutsche Unternehmen

Stromzähler Close-Up © ghazii / stock.adobe.com
Die Strompreise für Unternehmen werden in diesem Jahr stark steigen. Denn es laufen bremsende Sonderfaktoren aus und viele Unternehmen müssen ihre Verträge verlängern. Das wird die Kosten in einigen Branchen erheblich anheben. FUCHSBRIEFE haben sich eine tiefe Analyse der Allianz angesehen und zeigen die Folgen für Unternehmen und den Standort Deutschland auf.
  • Fuchs plus
  • Weniger als die Hälfte der Unternehmen nutzen die Forschungsförderung

Nutzen Sie die attraktive Forschungszulage

Stapel aus Euro-Münzen © weyo / Fotolia
Die Forschungszulage kann seit Anfang 2020 beantragt werden. Damit können forschende Unternehmen einen Teil ihrer Forschungsausgaben als Förderung erhalten.
Zum Seitenanfang