Indien: Korrektur zum Einstieg nutzen
In Indien steigt die Stimmung. Der HSBC India Manufacturing PMI ist deutlich auf 57,6 Zähler gestiegen. Die Einkaufsmanager berichteten von einem Anstieg der Produktion, getrieben durch einen schnelleren Anstieg der Umsätze und einer deutlichen Belebung der Exporte, wofür auch Trumps Zollpolitik zuletzt beitrug.
Auch das Wachstum der Beschäftigung beschleunigte sich. Es hat den höchsten Stand seit Juli 2024 erreicht. Den Ausblick schätzten die Befragten zwar verhalten ein, umso positiver ist die aktuelle Lage. Die Nachfrage nach Arbeitskräften legte zu, ebenso wie die nach Rohstoffen und Waren. Allerdings leiden auch die Margen. Gestiegene Beschaffungskosten treffen auf stagnierende Preise von Endprodukten.
Inflation fällt, Notenbank handelt
Dies bestätigt die Inflationsentwicklung. Die jährliche Teuerungsrate für Februar lag mit 3,61% unter den erwarteten 4% und deutlich unter Vormonat mit 4,26%. Damit erreichte sie den niedrigsten Stand seit Juli 2024 und lag das erste Mal seit sechs Monaten unter dem Inflationsziel der Notenbank von 4,5%. Das rechtfertigt den eingeschlagenen Zinssenkungskurs der Reserve Bank of India. Lebensmittel, Treibstoffe sowie Energie waren Haupttreiber des Rückgangs. Am 11. April stehen die März-Zahlen auf der Agenda.
Die Notenbank senkte ihren Leitzins im Februar das erste Mal seit Mai 2020 um 25 Basispunkte auf 6,25%. Damit ist der niedrigste Stand seit Januar 2023 erreicht. Die Währungshüter erwarten nach dem Super-Wachstum im vorigen Jahr (+8,2%) nun ein etwas beruhigtes Plus von 6,4%. Auch wenn das konjunkturelle Gewicht Indiens weltweit kaufkraftbereinigt von circa 8% noch relativ gering ist, liefert das Land doch einen erheblichen Wachstumsbeitrag. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 2.800 Dollar lässt noch viel Raum für die Entwicklung des Landes. Die Altersstruktur spricht für einen weiterhin boomenden Konsum, der 60% des BIPs ausmacht. Nur 7% der Bevölkerung ist 65 Jahre und älter.
Diversifiziert auf Aktien setzen
Wer auf ermäßigtem Niveau im indischen Aktienmarkt Positionen aufbauen möchte, findet momentan dazu eine gute Gelegenheit. Eine kostengünstige, thesaurierende ETF-Variante bietet Franklin mit dem FTSE India ETF (WKN A2PB5W). Für eine jährliche Gesamtkostenquote von 0,19% erhält der Anleger ein physisch repliziertes Portfolio mit 244 großen und mittelgroßen indischen Unternehmen.
Fazit: Die Wirtschaft in Indien hat Potenzial. Die Rupie war gegenüber dem Euro in den vergangenen 12 Monaten sehr bewegt. Die jüngste Abwertung verliert aber an Momentum. Die gesunkenen Aktienkurse sind ebenfalls eine Chance. Und der positive Realzins macht Investitionen noch zusätzlich attraktiv. Indien bietet gerade eine Kaufchance.