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Wachstum, Handelsstreit und Investitionschancen

Indiens Wirtschaftswachstum: Spitzenreiter in Asien trotz Handelsstreit

© caifas / stock.adobe.com
Im Mai überraschte die indische Notenbank mit einer Zinssenkung, während die USA mit neuen Steuermaßnahmen den Handelsstreit anheizen. Indiens Wirtschaft, mit beeindruckendem Wachstum und positiven Realzinsen, bleibt robust. Erfahren Sie mehr über die Auswirkungen auf den Finanzmarkt und die Chancen bei HDFC und Reliance Industries in unserem ausführlichen Bericht.

Mit einer 50-Basispunkt-Senkung auf 5,5% überraschte die Notenbank von Indien im Mai den Markt, der nur die Hälft erwartet hatte. Gründe sind die sinkende Inflation und die Zollstreitigkeiten mit dem größten Handelspartner USA. Mit 2,82% lag die Teuerung im Mai unter dem Vormonat von 3,16% und unterbot auch die Erwartungen. Dennoch liegen die Realzinsen im positiven Bereich und die Inflation im Zielband der Notenbank von 25 bis 6%. Weitere Zinssenkungen sind wahrscheinlich und wachstumsfördernd.Mit Raten jenseits von 6% toppt das bevölkerungsreichste Land der Erde die meisten anderen Asiaten. Von entwickelten Ländern ist Indien damit weit entfernt.

Handelsstreit trübt das Bild

Die Einführung einer 1%-igen Steuer auf Auslandsüberweisungen der USA, die auch Inder trifft, drückt auf die Stimmung. Wie es mit der Zollpolitik der USA weitergeht ist noch unklar. Jedoch neigt sich 90-Tages-Frist dem Ende zu und dürfte in die Zollpolitik wieder Bewegung bringen.

Begrenzter Einfluss

18% der Ausfuhren Indiens gehen in die USA. Lediglich 11% stellen Exporte am Bruttoinlandsprodukt. Selbst wenn die Rhetorik in den nächsten Wochen schärfer wird, sind Rücksetzer in Währung und Aktienmarkt eine Chance.

Bank mit Hebel …

Der größte Finanzdienstleister des Landes ist HDFC, der über ADRs in Deutschland (WKN A3KVDA) handelbar ist. Das Institut erwirtschaftet knapp 47% seiner Umsätze mit Privatkunden, 29% mit Unternehmen und gut 24% mit weiteren Dienstleistungen wie Wertpapierhandel. Das Finanzinstitut profitiert überdurchschnittlich vom hohen Wachstum. In den zurückliegenden sieben Jahren steigerte HDFC seinen Umsatz um durchschnittlich knapp 20% pro Jahr.

… und ansprechender Bewertung

Das geschätzte diesjährige Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei gut 20, das Kurs-Buchwert- und Umsatzverhältnis bei 2,8 und 8,3. Die in Aussicht stehende Dividende liegt bei 1,2%. Die Ausschüttungsquote von 25% lässt neben dem hohen Wachstum noch Platz für weitere Steigerungen. Wer Zinspapiere bevorzugt, wird dafür auch bei HDFC fündig. Die variabel verzinste Anleihe mit der WKN A3KVDA hat eine unbestimmte Laufzeit und kann von der Emittentin zum 25. Februar 2027 gekündigt werden. Bei einem Kurs von 96,88% und einem Kupon von 3,7% rentiert das Papier zum Kündigungstermin auf 4,1%.

Dividenden mit Wachstum

Das nach Marktkapitalisierung größte Unternehmen in Indien ist Reliance Industries, das über ein GDR mit der WKN 884241 auch in Deutschland handelbar ist. Das führende Konglomerat verdient den Löwenanteil des Umsatzes von mehr als 58% mit der Raffinerie von Kraftstoffen. Daneben werden im Einzelhandel 28% des Umsatzes mit dem Verkauf unter anderem von Lebensmitteln, Elektronik und Kleidung über ein Netzwerk von mehr als 12.700 Läden erwirtschaftet. Der Rest entfällt unter anderem auf digitale Dienste, Telekommunikation und Textilproduktion. In den vergangenen sieben Jahren wuchs der Umsatz mit durchschnittlich jährlich um gut 9%. Bei einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 25 bezahlt der Investor den 1,7-fachen Umsatz und den 2-fachen Buchwert. Die in Aussicht gestellte Dividende beziffert sich auf 0,4%, wobei die Ausschüttungsquote bei unter 11% liegt.

Fazit: Sollten in den kommenden Wochen die indische Devise und der Aktienmarkt auf Talfahrt gehen, ist dies eine Nachkaufgelegenheit. Das niedrige BIP pro Kopf von 2.900 Dollar und das Bevölkerungswachstum sorgen für weiter hohes Wachstum. Investoren profitieren mit Blue-Chips, die große Teile der Wertschöpfung abdecken.

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