Indonesien: Investoren ziehen sich zurück
Teuerung zieht an
Die Notenbank verfehlt ihr Ziel, die Teuerung in einem Band von einem Prozentpunkt um 2,5% zu halten. Im Mai lag die Inflation bei 3,08%. Die Kerninflation erreichte mit 2,59% ein Dreimonatshoch. Insbesondere verteuerten sich Lebensmittel mit einem Plus von nahezu 5%. Für die Juni-Teuerung, die am 01. Juli veröffentlicht wird, werden bereits 3,5% erwartet.
Indonesiens Wirtschaft wuchs im ersten Quartal dennoch um 5,61%. Das war der höchste Anstieg seit dem dritten Quartal 2022. Der private Konsum fungierte dank der Unterstützungen der Regierung als Treibsatz. Der Exportüberschuss litt dagegen aufgrund der Versorgungsengpässe durch geopolitische Spannungen, Importe boomten. Der Arbeitsmarkt signalisiert weiterhin hohe Beschäftigung. Im ersten Quartal lag die Arbeitslosenrate mit 4,68% auf dem niedrigsten Stand seit dem vierten Quartal 1997.
Risikoaversion internationaler Investoren
Dennoch steigt die Risikoaversion internationaler Investoren und gebietet Vorsicht. Indonesische Aktien führen die Verliererliste in diesem Jahr an. Ausländische Investoren kehren dem Markt den Rücken und zogen seit Jahresbeginn mehr als 3,36 Mrd. USD Kapital ab. Die Rupie leidet und fiel in den zurückliegenden sechs Monaten gegenüber dem EUR um mehr als 6%.
Defensive Anlagen bevorzugt
Defensive Anlagen, wie Anleihen fungieren in der Zwischenzeit als Brücke in die nächste Kaufgelegenheit. Einen Kurzläufer mit niedrigem Laufzeitenrisiko bietet die EBRD (WKN A3KX7X). Das Papier läuft noch bis zum 01. Mai nächsten Jahres und schüttet ihren letzten Kupon von 5,125% am Laufzeitende aus. Bei einem Kurs von 98,26% rentiert der Bond mit effektiv 7,22%.
Eine längere Laufzeit mit einem höheren Kupon von 6,25% bietet die IBRD (WKN A3LCXK). Die mit einen Tripple-A geratete Anleihe wird am 19. Januar 2029 fällig und hat den nächsten Zinstermin am 19. Januar. Bei einem Kurs von 97,82% wirft das Zinspapier eine Rendite von 7,19% per Verfall ab.