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Solide wirtschaftliche Erholung

Indonesiens Rupie mit Rückenwind

Karte Südostasien. Copyright: Pexels
Indonesien steht vor einer Lockerung der Coronamaßnahmen. Das würde der Wirtschaft neuen Schub geben. Die mittelfristige Perspektive ist zudem positiv da Inflation und Leistungsbilanz unproblematische Werte und Trends aufweisen. Damit entsteht Raum für positive Überraschungen.

Die indonesische Rupie bekommt weiteren Rückenwind aus der Wirtschaft. Seit dem Frühjahr breits geht es mit dem Kurs deutlich aufwärts: von beinahe 91 Rupien je Euro auf jetzt 84,3. Doch der Trend ist fest. Und die Euro-Schwäche, die von der EZB noch befeuert wird, tut ihr Übriges.

Das indonesische BIP stieg im dritten Quartal um etwa 3,5% gegenüber dem Vorjahr. Das ist leicht unter den Erwartungen. Laut Nachrichtenagentur Reuters waren im Konsens der befragten Marktexperten 3,76% erwartet worden. Das ist eine deutliche Abschwächung gegenüber dem zweiten Quartal mit etwa 7,1%.

Infektionswelle auf dem Land

Hintergrund: Im Juli rollte eine neue COVID-19-Welle durch das Land. Es folgten strenge Kontakt- und Verkehrsbeschränkungen, welche die Wirtschaft behindern. Der private Verbrauch stieg daher nur noch um 1% nach 6% im zweiten Quartal. Er macht mehr als die Hälfte der Gesamtnachfrage aus.

Mit den Maßnahmen ging die Zahl der Infektionen rapide zurück. Eine Lockerung kommt in Reichweite. Sie verschafft natürlich auch der Wirtschaft neuen Spielraum. Allerdings ist hinter diesem erwarteten Aufschwung schon ein neuer Einbruch absehbar. Die Impfquote der Bevölkerung beträgt derzeit weniger als 30%. Immerhin aber weist das Wirtschaftszentrum Jakarta eine beruhigendere Impfquote von mehr als 75% aus. Es ist das wirtschaftliche Herz des Landes. Von dessen Aktivität hängen Wohl und Wehe der ganzen indonesischen Volkswirtschaft ab.

Die Prognosen sind eher zurückhaltend

Finanzministerium und Bank Indonesia rechnen mit etwa 4% Wachstum für das laufende Jahr. Die ADB war in ihrem September-Update für den Ausblick noch etwas skeptischer mit der Schätzung von 3,5%.

Dagegen verweisen lokale Analysten auf die Chancen einer neuen Lockerung. Die dürfte dem privaten Verbrauch deutlich Schub geben, wenn bei steigender Beschäftigung und damit größerem Ausgabenspielraum der Haushalte der in den Lockdowns zurückgestellte Konsum nachgeholt wird. Eine nachhaltige Beruhigung an der Corona-Front vorausgesetzt, ist dann eine Wachstumsüberraschung um 6%-7% durchaus denkbar.

Die ersten Indikatoren deuten auf Aufschwung

In diese Richtung deutet auch der aktuelle Einkaufsmanager-Index für die verarbeitende Industrie der per Oktober von 52,2 auf 57,2 Punkte anzog, was durchaus zum Zündfunken für die ganze Wirtschaft werden könnte. Zumal hinter dem Index-Anstieg im Gefolge steigender Nachfrage (Auftragseingänge) und Produktion die Belegschaften vergrößert werden während die amtlich erfasste Arbeitslosigkeit sinkt: Die privaten Haushalten hätten also die Mittel zum Shopping.

Zudem liefert auch die mittelfristige IWF-Projektion positive Aspekte. Im dort gezeichneten Trends vor mit Wachstumsraten bei 5,5% schließt sich die negative Outputlücke (Nachfrage < Angebotspotenzial) erst 2025. Bis dahin kann es einen Wachstumsspurt geben, bei dem die Inflation keine nennenswerte Rolle spielen sollte, wie derzeit schon. Mit knapp 1,7% liegt sie unter dem Zielkorridor von 2% bis 4% und die Projektionen von ADB wie IWF kommen vorläufig nicht in die Nähe des oberen Rands. Das unter 1% vom BIP liegende Defizit der Leistungsbilanz stellt ebenfalls kein Problem dar.

Fazit: Indonesien hat gute Chancen auf eine beachtliche Erholung mit der sich der starke Trend der Rupiah fortsetzen sollte.

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