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Yen-Interventionen: Chancen für Anleger in Nippon

Japan: Eingriffe in den Währungsmarkt

picture alliance / ZUMAPRESS.com | Stanislav Kogiku
Der Yen erlebt Schwankungen durch Interventionen und makroökonomische Einflüsse. Die Regierung in Tokio kauf aktiv Yen - und die Notenbank hat ein wachsendes Inflationsproblem.

Der Yen wird gerade von Interventionen bewegt. Gegenüber dem Euro legte Nippons Währung zu, gegenüber dem US-Dollar ebenfalls. Die Interventionen dürften keine dauerhafte Wirkung haben. Neben den Markteingriffen sorgen aber auch einige makroökonomische Daten für Yen-Schub. 

Zunächst sehen wir ein bekanntes Muster. Kurzfristig orientierte Trader und Hedgefonds, die short im Yen sind, geraten durch die Yen-Aufwertung unter Druck. Sie erhöhen mit Positionsschließungen die Schwankungsbreite der Währung. Das war in der Golden Week (29. April bis 06. Mai) gut zu sehen. Es ging im dünnen Feiertagshandel hektisch auf und ab. 

Regierung kauft Yen

Ein Sprecher der Regierung bestätigte, dass aktiv Yen gekauft und Dollar verkauft wurden. Das hob JPY gegenüber USD auf knapp über 156. Dann schwächte sich Japans Währung direkt wieder ab, auf 158 USD|JPY. Auch zum EUR gelang eine Erholung bis auf 183 EUR|JPY.

Um den Yen zu stützen, könnte die Bank of Japan (BOJ) auch die Zinsen kräftig anheben. Dies träfe allerdings den japanischen Mittelstand und die privaten Haushalte, die auf zinsgünstige Kredite von Banken angewiesen sind. Belässt sie den Leitzins dagegen zu lange zu niedrig, trifft eine Inflationswelle die gesamte Wirtschaft. Ein inzwischen dauerhaftes Dilemma. 

Inflation zieht wieder an

Leichter wird es für die Bank of Japan in den nächsten Wochen ganz sicher nicht. Denn die Inflation zieht wieder an. Die Teuerung legte im März um 1,5% zu (Vormonat: +1,3%). Insbesondere die Transportkosten verzeichneten einen starken Zuwachs. Noch höher lag die Kerninflation mit +1,8% (zuvor +1,6%). Wir erwarten daher Druck in Richtung einer weiteren Leizinsanhebung.

Denn die Inflation wird sich weiter nach oben schieben. Die Umfrage der Einkaufsmanager im produzierenden Gewerbe ergab im April einen Indexwert von 55,1 Punkten. Das ist eine starke Beschleunigung gegenüber dem Vormonat (51,5 Punkte). Ein solider Auftragseingang geht mit dem stärksten Zuwachs an Produktionsoutput seit Februar 2014 einher. Ein Omen für weitere Engpässe und Preissteigerungspotenzial sind die geringen Investitionen.

Geldmarkt für Defensive

Anleger mit Blick auf Japan suchen Chancen auf dem Geldmarkt. Mit dem Pictet Short Term Money Market JPY (WKN A0M272 ausschüttend, WKN A0M273 thesaurierend) partizipieren risikoscheue Anleger am Aufwertungspotenzial des Yen. Der Fonds hat laufende Kosten von bis zu 0,15% p.a.

Mit der Monex Group (WKN A0B7CU) erhalten Investoren Zugang zum Online-Brokerage, dem Handel mit Krypto-Assets und der Vermögensverwaltung in Japan. Das eigentümergeführte Unternehmen wird mit dem 17-fachen geschätzten Gewinn für das laufende Geschäftsjahr bewertet. Die in Aussicht stehende Dividende mündet in eine Rendite von 4,4%.

Fazit: Eine Abschwächung des Wachstums begünstigt ein Stagflations-Szenario und bringt die BOJ unter Druck. Staatspapiere mit langen Laufzeiten erklimmen ein Renditehoch nach dem anderen. Inländer dürften darauf mit Repartrierung reagieren und den Yen weiter anschieben.
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